Ausbildungsplätze Wo Hauptschüler eine Chance haben

Die Bewerbungsphase für Ausbildungsplätze beginnt. Für Abiturienten ist es leicht, eine Lehrstelle zu finden. Sie kommen sowohl im Konzern als auch im Handwerksbetrieb unter. Doch auch Hauptschüler sind nicht chancenlos.

So gewinnen Unternehmen junge Talente
Mitarbeiter fertigen in einer Polsterei in Weidhausen (Bayern) Sitzmöbel. Quelle: dpa
ÜbernahmegarantieEine ähnliche geringe Attraktivität für junge Menschen dürften auf den ersten Blick auch scheinbar altmodische Branchen haben, die einen heftigen Strukturwandel hinter sich haben - beispielsweise die Porzellanbranche. Die Übernahmequote dort sei sehr hoch, wirbt Christoph René Holler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Keramische Industrie, um Nachwuchs. „Die Fachkräfte werden gebraucht. Es hat sich herumgesprochen, dass man in der Regel übernommen wird.“ Bislang gelinge es noch, die meisten Ausbildungsplätze zu besetzen, „aber es wird immer schwieriger“, räumt er ein. Deshalb habe man bei den Tarifabschlüssen den Nachwuchs besonders berücksichtigt. Eine Sprecherin des traditionsreichen Porzellanherstellers Rosenthal in Selb sagt: „Durch eine gute Zusammenarbeit mit Schulen und der Agentur für Arbeit gelingt es uns trotz des demografischen Wandels und seiner Auswirkungen in den meisten Fällen, gut geeignete Kandidaten zu finden.“ Alle zum 1. September angebotenen Lehrstellen habe man besetzen können. Quelle: AP
Model Clelia zeigt "Putzpantoffeln" des Herstellers Present Time Quelle: dpa/dpaweb
Segeltörn
Hochseilgarten Quelle: dpa
Innovation Challenge Quelle: Fotolia
Krimi Quelle: Fotolia
Geocaching
Robinson Club Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms

Die Sommerferien steehen vor der Tür, in einigen Bundesländern haben sie sogar schon begonnen. Für viele Schüler endet mit den großen Ferien nicht nur das Schuljahr, sondern die Schulzeit im Allgemeinen. Im Herbst beginnt dann das Ausbildungsjahr. Deshalb heißt es jetzt, sich bewerben. Laut der Flexindex-Erhebung des Ifo-Instituts und des Personaldienstleisters Randstad bilden in diesem Jahr 74 Prozent der deutschen Betriebe aus - manche suchen händeringend nach Azubis. Rund 28 Prozent der Firmen hat Schwierigkeiten, junge Leute zu finden.

Was Azubis von ihrer Ausbildung erwarten

Trotzdem hat nicht jeder Schulabgänger gute Chancen. Ältere Studien zeigen, dass kaum ein Betrieb bereit ist, Hauptschüler auszubilden, wenn er Realschüler oder Abiturienten haben kann. Letztere sind besonders bei Großkonzernen beliebt. Von den deutschen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern bilden 97 Prozent aus. Und 72 Prozent der Lehrlinge in deutschen Großkonzernen haben Abitur. Besonders häufig machen Abiturienten ihre Lehre in Industriebetrieben.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Es gibt natürlich auch Konzerne, bei denen Hauptschüler eine Chance haben. Viele wenden sich mit speziellen Programmen direkt an die künftigen Azubis. So greift beispielsweise der Konsumgüterkonzern Henkel unter dem Motto "Hauptschüler welcome" Schülern der neunten Klasse unter die Arme und coacht und berät sie bis sie einen Ausbildungsplatz haben - bei Henkel oder einem anderen Unternehmen.

Grundsätzlich haben es Hauptschüler jedoch bei kleinen Betrieben leichter als bei solchen, die jeden Tag säckeweise Bewerbungen bekommen. Entsprechend zeigt auch der Flexindex, dass in kleinen Unternehmen die Mehrheit der Azubis Hauptschüler sind. Bei Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern sagen nur noch neun Prozent, dass ein Großteil der Lehrlinge die Hauptschule besucht hat. Unterscheidet man nach Branchen, stellt vor allem der Dienstleistungssektor häufig Hauptschulabgänger ein.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%