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Bafög, Stipendium, Job So scheitert das Studium nicht am Geld

Portemonnaie Quelle: dpa

Nur 18 Prozent der Studenten erhalten BAföG – ein historischer Tiefstand. Die Alternativen lauten Unterstützung der Eltern, Stipendium, Kredit oder Nebenjob: Was Sie beachten müssen, um Ihren Abschluss zu finanzieren.

Ein Studium lohnt sich. Akademiker verdienen im Schnitt fast doppelt so viel wie Menschen ohne Hochschulabschluss, das ergab eine Studie des ifo-Instituts. Doch der Weg zum späteren Gehaltsplus führt häufig durch eine finanzielle Talsohle. Während Azubis in ihrer Ausbildung zumindest ein geringes Gehalt beziehen und nach spätestens drei Jahren fit für den ersten richtigen Job sind, brauchen die meisten Studenten für Bachelor und Master fünf Jahre – sofern sie in der Regelstudienzeit bleiben. Und während dieser Zeit verdienen sie nicht nur kein Geld, sondern haben zudem Ausgaben für Semesterbeiträge, Studiengebühren und den eigenen Lebensunterhalt. All das macht Studieren teuer.

So gab 2016 der der deutsche Durchschnittsstudent 819 Euro für Wohnen, Essen und sonstigen Lebensunterhalt aus. Das errechnete die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks. Die Möglichkeiten, um an das nötige Geld für WG-Zimmer, Mensaessen und den Laptop für die Uni zu kommen, sind vielfältig. Was bei den gängigsten Wegen zu beachten ist:

Eltern
Wenn es nach dem Staat geht, ist klar, woher das nötige Kleingeld kommen soll: von den Eltern. Der Gesetzgeber verpflichtet sie dazu, die erste Ausbildung ihrer Kinder finanziell zu unterstützen. Auf wie viel Geld von ihren Eltern Kinder Anspruch haben, orientiert sich an der Düsseldorfer Tabelle, die als anerkannteste Empfehlung für Unterhaltszahlungen gilt. Diese sieht momentan 735 Euro als Bedarf für Studenten vor, die nicht mehr zu Hause leben. Die Höhe richtet sich dabei nach dem Bruttonettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen. Der Rechtsanspruch gegenüber den Eltern lässt sich theoretisch auch einklagen, sollten diese nicht zahlen wollen. Bis darüber entschieden ist, übernimmt dann der Staat ausbleibende Zahlungen. Wer sich mit seinen Eltern jedoch nicht vor Gericht wiederfinden will oder von ihnen nicht genug Geld bekommt, muss dann dazuverdienen.

So haben sich Wirtschaftsgrößen ihr Studium finanziert
Der Vorstandsvorsitzende der Otto Group, Hans-Otto Schrader Quelle: dpa
Michael FuchsMichael Fuchs (MdB) ist stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. Nach seinem Abitur studierte er zunächst in Erlangen, später in Bonn Pharmazie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Finanziert hat sich sein Studium der Unternehmer und Politiker als Holzfäller im Hunsrück und bei Quelle als Katalog-Packer. Bildquelle: Werner Schüring Dieses Foto ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Herbert Hainer Quelle: dpa
Loretta Würtenberger und Daniel Tümpel: Die beiden Zahlenmenschen umgeben sich mit zeitgenössischer Kunst. Quelle: handelsblatt.com
Marijn Dekkers Quelle: dpa
Lindhofer 1982 mit "Pogo in Togo" auf der Bühne. Revival-Auftritt zur Feier des neuen Krebsmittels Quelle: dpa
Reinhard Clemens Quelle: dpa

BAföG
Die klassische Förderung für ein Studium ist das BAföG. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz unterstützt junge Menschen bei einer schulischen Ausbildung oder dem Studium. Gefördert wird ein Bachelor- oder ein darauf aufbauendes Masterstudium. Die Höchstförderung beträgt seit Herbst 2016 inklusive Zuschlägen für die Kranken- und Pflegeversicherung 735 Euro. Wie viel Geld Studenten am Ende tatsächlich bekommen, hängt unter anderem vom Einkommen der Eltern und der Anzahl der Geschwister ab, die sich ebenfalls in einer Ausbildung befinden. Wie viel BAföG angehende Studenten erhalten, können sie mit einem BAföG-Rechner abschätzen. Die Werte, die dabei herauskommen sind nicht exakt, bieten aber eine grobe Orientierung.
"Wir empfehlen jedem Studierenden, der nicht von seinen Eltern unterstützt werden kann, einen Bafög-Antrag zu stellen. Vor allem sollte man sich nicht von der Bürokratie abschrecken lassen“, erklärt Susanne Schroeder vom Referat Studienfinanzierung des Deutschen Studentenwerks. BAföG ist vor allem deshalb eine gute Möglichkeit, das Studium zu finanzieren, weil nur die Hälfte der Förderungssumme zurückgezahlt werden muss. Der Rest ist ein zinsloses Darlehen.

Studienkredite
Anders sieht das bei Studienkrediten aus. Diese werden von Banken, häufig der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), gewährt und müssen komplett inklusive Zinsen zurückgezahlt werden. Anders als bei anderen Kreditformen wir die Darlehnssumme jedoch nicht auf einen Schlag, sondern monatlich ausgezahlt. Die Rückzahlung beginnt dann meist direkt nach Ende des Studiums. Das verursacht Stress. Denn durch die Schulden von mehreren Tausend Euro muss möglichst schnell ein Job her, um die Raten bezahlen zu können. Zwar lassen sich Zahlungen auch aufschieben, der Schuldenberg bleibt dann aber natürlich auch länger bestehen.
Um diesem Druck zu entgehen, versuchen und schaffen Studenten es immer häufiger, ihr Studium ohne einen Kredit zu finanzieren. Die Zahl der abgeschlossenen Verträge ist zwischen 2014 und 2017 um rund ein Drittel von 59.000 auf 41.000 gesunken - trotz steigender Studierendenzahlen. Das geht aus einem Studienkredit-Test des Centrums für Hochschulentwicklung hervor. 3,5 Prozent der Studierenden haben demnach im Juni 2018 einen Studienkredit in Anspruch genommen.

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