Bildung Auf dem Weg in die Unwissensgesellschaft

Angeblich leben wir in einer Wissensgesellschaft. Tatsächlich aber stirbt das Wissen, wenn es zur Ware gemacht und an den Schulen und Universitäten durch Kompetenzen ersetzt wird.

Das sind die besten deutschen Unis
Rang 1: Universität von Oxford Quelle: Creative Commons/Bill Tyne
Platz zehn: Uni Bonn Quelle: Universität Bonn, Dr. Thomas Mauersberg
Platz neun: Universität in Tübingen Quelle: dpa
Platz acht: Technische Uni Berlin Quelle: dpa
Platz sieben: Freie Universität Berlin Quelle: dpa/dpaweb
Platz sechs: Universität Freiburg Quelle: dpa/dpaweb
Platz fünf: Rheinisch-Westfaelische Technische Hochschule (RWTH) Aachen Quelle: dpa
Platz vier: Humboldt Universität Berlin Quelle: dpa/dpaweb
Platz drei: Uni Heidelberg Quelle: AP
Platz zwei: Technische Universität München Quelle: dpa
Platz eins: Ludwig-Maximilians-Universität München Quelle: dpa

In seinem sehr lesenswerten aktuellen Werk „Die Explosion des Wissens“ erzählt der britische Ideenhistoriker Peter Burke die Geschichte des Wissens von der Epoche der Aufklärung bis zur Gegenwart nach. Der deutsche Titel - im Original heißt es schlicht „A Social History of Knowledge“ – ist vielsagend zweideutig: Was explodiert, breitet sich schlagartig aus, macht existierende Ordnungen platt - und zerlegt sich dabei gleichzeitig selbst unwiederbringlich in kleinste Einzelteile.

Die Geschichte des Wissens wird üblicherweise als eine große Geschichte des Fortschritts gesehen, die in der „Wissensgesellschaft“ mündet, in der wir nun angeblich leben – und die immer schneller fortschreitet. Eine ewige Aufwärtsbewegung von immer mehr wissenden Menschen.

Burke aber erzählt sein Werk gerade nicht als eine solche eindimensionale Fortschrittsgeschichte. Er widmet auch dem „Wissen verlieren“ ein eigenes Kapitel. Die Geschichte des Wissens ist – wenn man weit genug zurückblickt – eine des Auf und Ab. Und es gibt gute Gründe dafür, die Gegenwart eher auf dem absteigenden Ast zu sehen.

Deutschlands beste Universitäten 2014

Denn Wissen kann verloren gehen. Oder genauer gesagt: Wissen, egal ob auf Pergament, Papier oder auf Servern gespeichert, bleibt tote Materie, wenn es sich nicht mehr durch Menschen in Geist verwandelt. Und dann wird aus einer Wissensgesellschaft ganz schnell eine Unwissensgesellschaft.

Das passierte im weltgeschichtlichen Maßstab bereits mindestens einmal, nämlich beim Übergang von der Antike ins frühe Mittelalter. Mit dem Zusammenbruch des Römischen Reiches gingen nicht nur praktische Kulturtechniken verloren, wie zum Beispiel das Wissen um die Herstellung von Dachziegeln. Viele Menschen des 6. Jahrhunderts lebten in Strohhütten, während die einstigen Städte mit Fußbodenheizungen und Abwassersystemen zu Ruinen verfielen.

Mit diesen Studienfächern verdienen Sie am meisten
Platz 10: InformatikWie hoch sind die durchschnittlichen Löhne von Uniabsolventen der verschiedenen Fachrichtungen? Antwort gibt die Studie "Uni, Fachhochschule oder Ausbildung – welche Fächer bringen die höchsten Löhne?" von Daniela Glocker und Johanna Storck, die 69 Studiengänge analysiert haben. Sie griffen dabei auf Daten des Mikrozensus zwischen 2005 und 2008 zurück und errechneten das Nettoeinkommen von mehr als 200.000 Menschen mit Abitur im Alter von 21 bis 65 Jahren. Die Daten sind um Alterseffekte und regionale Unterschiede bereinigt. Männer, die an einer Fachhochschule Informatik studiert haben, haben einen durchschnittlichen Nettostundenlohn von 12,81 Euro. Studieren sie dagegen an einer Universität, bekommen sie pro Stunde schon 14,06 Euro. Informatikerinnen verdienen dagegen nur 9,32 Euro (Uni) beziehungsweise 9,29 Euro (Fachhochschule). Quelle: dpa
Platz 9: MaschinenbauEin ähnlich starkes Gehaltsgefälle gibt es zwischen männlichen und weiblichen Maschinenbauern: Männer, die an an einer FH studiert haben, bekommen 13,28 Euro netto pro Stunde. Wer an einer Uni studiert hat, verdient 13,81 Euro. Bei den Frauen sind es 7,78 Euro (FH) und 9,22 Euro (Uni). Quelle: dpa
Platz 8: VerwaltungswissenschaftenMänner, die an einer FH Verwaltungswissenschaften studieren, verdienen netto 13,36 Euro die Stunde. Bei den Frauen sind es 10,80 Euro. Im Jahr verdient sie also 22.457,86 Euro, er 27.787,16 Euro. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Platz 7: MathematikMännliche Mathematiker bekommen pro Stunde im Durchschnitt 13,71 Euro - wenn sie an einer Universität studiert haben. Für FH-Studenten liegt das spätere Gehalt bei durchschnittlich 12,02 Euro. Frauen verdienen dagegen durchschnittlich 9,81 Euro, wenn sie an einer Uni studiert haben und 7,72 Euro. Quelle: dpa
Platz 6: Betriebswirtschaftslehre Männer, die an einer FH Betriebswirtschaftslehre studieren, verdienen während ihres Arbeitslebens im Schnitt 14,14 Euro pro Stunde. Wer an einer Uni BWL belegt hat, bekommt später im Schnitt 16,58 Euro. Bei Frauen sind es 9,43 Euro (FH) und 10,00 Euro (Uni). Quelle: Fotolia
Platz 5: VolkswirtschaftslehreDie Ökonomen verdienen vom Ende ihres Unistudiums bis zum Renteneintritt im Durchschnitt 14,57 Euro netto pro Stunde. Bei den weiblichen Volkswirten sind es 9,41 Euro. Der durchschnittliche Netto-Jahreslohn eines studierten Volkswirts liegt bei 30.297,97 Euro beziehungsweise 19.571,74 Euro. Quelle: dpa
Platz 4: WirtschaftsingenieurwesenDie männlichen Wirtschaftsingenieure bekommen ihr Unistudium mit einem durchschnittlichen Stundenlohn von 15,00 Euro vergütet. Im Schnitt kommen sie auf einen Netto-Jahreslohn von 31.208,20 Euro. Während des gesamten Arbeitslebens verdienen sie durchschnittlich 1,34 Millionen Euro. Quelle: Fotolia
Platz 3: JuraNoch mehr verdienen die Juristen: Egal ob Richter, Notar, Anwalt oder Rechtsberater in der freien Wirtschaft: Männer verdienen, wenn man ihr gesamtes Juristenarbeitsleben betrachtet, pro Stunde 15,86 Euro netto. Bei Frauen sind es 12,55 Euro. Quelle: Fotolia
Platz 2: MedizinBei den Medizinern (männlich) liegt der durchschnittliche Nettolohn bei 17,77 Euro pro Stunde. Ärztinnen verdienen 13,36 Euro pro Stunde. Quelle: Fotolia
Platz 1: ZahnmedizinAm besten verdienen die Zahnärzte. Ein männlicher Zahnmediziner, der an einer Universität studiert hat, bekommt im Schnitt einen Stundenlohn von 19,33 Euro. Auf das Jahr gerechnet verdient er 40.205,73 Euro. Ein ganzes Arbeitsleben bescheren ihm gut 1,7 Millionen Euro Einkommen. Bei Frauen liegt der Stundenlohn bei 15,50 Euro. Quelle: AP

Aber viel wichtiger: Gleichzeitig schloss in Athen im Jahre 529 der oströmische Kaiser Justinian die Platonische Akademie, in der bis dahin das Erbe der klassischen griechischen Denker gepflegt wurde. Diese banausische Untat im Namen des Christentums gilt vielen Historikern als die Geburtsstunde des „finsteren“ Mittelalters. Unzählige Bücher wurden in den folgenden Jahrhunderten schlicht vergessen, weil sie niemand mehr las.

Der Niedergang des Wissens ist aber leider nicht nur ein historisches Phänomen, sondern höchst aktuell.

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