WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Bildungspolitik CDU sagt linker Schulpolitik den Kampf an

Seite 2/2

Man braucht keine Pisa-Studien

Wenn Mohring und Klöckner wahr machen, was sie versprechen, und der Schulpolitik endlich – wieder – den Stellenwert in der Union geben, der ihr gebührt, so ist das zu begrüßen. Denn sie haben Recht: Man braucht keine PISA-Studien, um zu erkennen, dass die traditionell unionsgeführten Bundesländer bessere Schulen und auch bessere Hochschulen haben als die jahrzehntelang von der SPD regierten.

Es ist kein Zufall, dass Bremer und Hamburger Schüler seit Jahrzehnten schwächere Leistungen zeigen, und ihre Unis mit denen südlich des Mains nicht wirklich mithalten können. Vermutlich ist es auch kein Zufall, dass dieses Bildungsgefälle mit einem ähnlichen Gefälle der wirtschaftlichen Leistungskraft einhergeht. Die heute präsentierte Schulstudie zeigt: Die Deutschen sehen die Schulen in Bayern und Sachsen als Maßstab an.

Die Union hat es jahrzehntelang versäumt, sich offensiv zu dem zu bekennen, was die eigentliche Grundlage dieser Erfolge war: ein realistisches, konservatives Menschen- und Gesellschaftsbild, das von der Verschiedenheit der Begabungen ausging – also auch die Grenzen der Bildbarkeit junger Menschen bedachte.

Propaganda-Offensive

Dieses Menschenbild ist die bildungsphilosophische Basis des gegliederten Schulsystems. Es hat sich im Großen und Ganzen bewährt. Entgegen der seit Jahrzehnten von seinen Gegnern in der OECD und bei SPD und Grünen geführten Propaganda-Offensive war das dreigliedrige Schulsystem kein Aufstiegshemmnis für die Kinder der sozial Schwachen, sondern durchaus durchlässig für die Begabten.

Die Menschen, die durch dieses dreigliedrige Schulsystem gegangen sind, sehen sich keineswegs dadurch um Lebenschancen betrogen. Sie wollen, wie die FVK-Studie zeigt, mit überwältigender Mehrheit (über 90 Prozent) das Gymnasium als Schulform erhalten. Sie wissen auch, wie die Studie zeigt, dass nicht der Anteil an Abiturienten und Akademikern entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg und den sozialen Frieden in Deutschland ist, sondern vor allem das duale System der Berufsbildung.

Hochschule



Die anhaltende Attacke gegen dieses gegliederte Schulsystem, der die Union nur ganz verhalten Widerstand leistete, wird dagegen getragen vom linken Gleichheitstraum der praktisch unbegrenzten Bildbarkeit aller Menschen.

Der Akademisierungswahn, der daraus erwuchs, hat mittlerweile zu einer galoppierenden Inflation der Bildungsabschlüsse geführt. Und zum Gegenteil der gleichen Chancen, die sich Sozialdemokraten wünschen: nämlich zu einer wachsenden Zahl teurer Privatschulen, die tatsächlich jene Exklusivität schaffen, die das alte Gymnasium nie bedeutete.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%