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Bologna-Reform Über 400.000 Hochschulabsolventen im Jahr 2012

Im Vergleich zum Prüfungsjahr 2002 hat sich die Zahl der Absolventen nahezu verdoppelt. Der starke Anstieg bestandener Prüfungen sei maßgeblich von der Bologna-Reform beeinflusst.

Die Noteninflation an den Unis
Sprach- und KulturwissenschaftenIm Prüfungsjahr 2000 bekamen 80,5 Prozent der Absolventen (ohne Promotionen) die Noten sehr gut oder gut. 2011 waren es schon 88,4 Prozent. Quelle: destatis Quelle: dapd
SportDer Anteil der sehr guten und guten Noten veränderte sich zwischen 2000 und 2011 von 80,4 auf 83,3 Prozent. Quelle: Fotolia
Rechts-, Wirtschafts- und SozialwissenschaftenIn Jura wird traditionell streng benotet. Bei Soziologen und Ökonomen dagegen nicht. Gemeinsam ergibt sich dadurch ein Anteil der Einser- und Zweier-Zeugnisse von 55,3 (2000) beziehungsweise 71,8 Prozent (2011) Quelle: Fotolia
Mathematik und NaturwissenschaftenDie „harten“ Naturwissenschaftler haben die Inflation offenbar schon hinter sich. Schon 2000 wurden 83,3 Prozent der Absolventen wurden mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet. Nun sind es 83,6 Prozent. Quelle: Fotolia
MedizinAußer den Juristen sind Medizinprofessoren die härtesten Notengeber. Der Anteil der mindestens als „gut“ benoteten Absolventen stieg dennoch von 57,3 auf 71,3 Prozent.  Angehende Tierärzte wurden sogar nur zu 56,5 Prozent mit mindestens „gut“ benotet. Quelle: dpa
Agrar-, Forst- und ErnährungswissenschaftenDie Landwirte machen vor, dass es auch anders geht. Der Anteil der „sehr guten“ und „guten“ Abschlüsse sank von 80,2 auf 77 Prozent. Quelle: dpa
IngenieurwissenschaftenDie Ingenieure werden noch relativ streng benotet. Aber auch bei ihnen war die Noteninflation deutlich: 76,3 auf 79,6 Prozent. Quelle: dpa/dpaweb

Insgesamt erwarben 2012 413.300 Studierende einen Hochschulabschluss an einer deutschen Hochschule, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Vor zehn Jahren waren es noch 208.606 Menschen, die ihr Studium erfolgreich abschlossen. Wegen der Umstellung auf das System der gestuften Studiengänge, aber auch gestiegener Studienanfängerzahlen können Studierende ihr Studium mit dem Bachelor schneller abschließen. Außerdem erwerben viele Studierende zuerst einen Bachelor- und anschließend einen Masterabschluss: Das erhöht in der Folge die Zahl der Abschlüsse deutlich. Während es 2002 nur 1.000 Bachelor- und 2.200 Masterabschlüsse gab, waren es 2012 rund 183.200 Bachelor- und 58.600 Masterabschlüsse.

Im Wintersemester 2011/2012 und im Sommersemester 2012 erwarben davon 44,3 Prozent einen Bachelorabschluss, 19,4 Prozent traditionelle Abschlüsse wie Diplom oder Magister und etwa 14 Prozent erreichten einen Masterabschluss. Eine Lehramtsprüfung (hier sind die Lehramt-Bachelor und Lehramt-Masterabschlüsse eingerechnet) legten knapp zehn Prozent der Absolventinnen und Absolventen erfolgreich ab, 6,5 Prozent erwarben eine Promotion und 6,2 Prozent erreichten einen herkömmlichen Fachhochschulabschluss.

Die beliebtesten Abschlüsse

Da die Regelstudienzeiten der Bachelorstudiengänge kürzer sind als bei den traditionellen Diplomstudiengängen, ging die Fachstudiendauer im selben Zeitraum von 10,6 auf 8,8 Fachsemester zurück. Die kürzeren Studienzeiten trugen dazu bei, dass sich das Durchschnittsalter der Erstabsolventinnen und -absolventen von 28,1 Jahre auf 26,6 Jahre verringerte. Bachelor- und Masterstudiengänge machten im Wintersemester 2011/2012 bereits 85 Prozent des gesamten Studienangebots aus. 1,6 von 2,5 Millionen Studenten in Deutschland sind an Universitäten eingeschrieben.

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