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Business Schools MBA zwischen Reform und Marketing-Geplänkel

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Falsche Anreize fördern Egoismus und Gier

MBA-Stundenten sitzen in einer Vorlesung der ESCP in Berlin. Dekanin Marion Festing sagt ihre Studenten könnten dem Thema Ethik nicht entgehen. Quelle: J. Debellefontaine - ESCP Europe

Auch Ulrich Winkler, Prorektor für Lehre an der European Business School (EBS) in Wiesbaden spricht davon, dass mehr verändert werden müsse, und sieht dies an seiner Business School erfüllt. Die Kritik gehe im Allgemeinen davon aus, dass man nur „an ein paar Schrauben drehen“ müsse, und man so die Menschen verändern könne. Dies sei aber nicht so einfach.

„Im Prinzip muss die ganze Institution verändert werden, und genau das haben wir schon über die vergangenen zehn Jahre getan“, so Winkler. Die EBS biete ihren MBA-Studenten neben einem „Center of Responsible Management“ in vielen Kursen die Möglichkeit über das „große Ganze“ nachzudenken, so der Prorektor. Zwei Philosophen unterrichten zudem an der EBS in Wiesbaden. „Es geht um die ganzheitliche Bildung, um sich der Verantwortung bewusst zu sein, die man in einer Führungsrolle einnimmt“, sagt Winkler. Es gehe darum ein Individuum zu prägen und nicht die falschen Anreizstrukturen zu setzen, die Egoismus und Gier fördern.

MBA-Studenten lehnen Manager-Eid ab

Verantwortungsvolles Wirtschaften und mehr Nachhaltigkeit – das sind laut der SWOP-Studie für MBA-Studenten auch genau die Ziele, die sie für ihre Ausbildung neu definiert haben wollen. Die Befragten in der Studie lehnten den Manager-Eid aber ab, den auch viele Kritiker für unnötig halten. Themen, die sich MBA-Studenten wünschen, sind Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung. Sie sollen in den Lehrplänen besser vertreten sein. Auch die praktische Vermittlung von Führungskompetenz soll nach Meinung der Studienteilnehmer ebenso wie die Selbstreflexion an den Business Schools zum Lehrplan gehören.
Genau solchen Wünschen folgt so manche deutsche Business School mit ihrem Curriculum.

An der Frankfurt School of Finance & Management etwa enthalten alle Master-Studiengänge schon lange einen Kurs zur Unternehmensethik, sagt Hartmut Kliemt, Vizepräsident Forschung in Frankfurt. Auch an der Mannheim Business School wird schon seit längerem mit sozialen Projekten und Ethik-Kursen das Thema Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung gelehrt. „Wir sind überzeugt davon, dass wir mit unserem Konzept verantwortungsbewusst denkende und handelnde Führungskräfte ausbilden“, sagt der Präsident der Mannheim Business School, Jens Wüstemann. Der Ansatz sei aber noch weiter gefasst: „Er reicht von der Integration entsprechender Inhalte in alle Lehrveranstaltungen bis hin zu einer starken Team- und Innovationsorientierung“, so Wüstemann.

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