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Business Schools Wie deutsche Top-Manager vom MBA profitierten

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Stefan Groß-Selbeck Quelle: Picture-Alliance/DPA

Was Groß-Selbeck so sehr am MBA zu schätzen weiß: Er hat durch die Weiterbildung gelernt, in Simulationen und Fallstudien reale Firmenprobleme zu lösen und Aufgaben in Teamarbeit anzugehen.

Durch diese Herangehensweise sollen die Studenten konkrete Handlungspläne für die Arbeitswelt bekommen, und zwar für alle wichtigen Managementbereiche: Finanzen und Marketing, aber auch Personal- und Unternehmensführung.

Groß-Selbeck ist sich darüber im Klaren, dass genau diese Lehrmethode der Business Schools häufig kritisiert wird. Aber er selbst fand sie extrem lehrreich. Dadurch sei man gezwungen, Entscheidungen zu treffen, selbst wenn nicht alle vollständigen Informationen verfügbar seien – wie im wahren Leben als Führungskraft auch.

Der MBA habe ihm beigebracht, mit dieser ständigen Unsicherheit gelassener umzugehen. „Der Praxisschock nach dem Wechsel ins Management fiel geringer aus“, sagt Groß-Selbeck.

Auch Henning Kreke erarbeitete sich durch das Studium den finalen Feinschliff für den Posten des Vorstandschefs. Über 30 Jahre hatte sein Vater Jörn die Douglas-Gruppe geführt und in dieser Zeit vom Süßwaren-Filialisten zum Lifestyle-Unternehmen umgebaut, mit Parfümerien, Buchhandlungen und Schmuckgeschäften. 1993 stieg Kreke Junior als Vorstandsassistent in den Konzern ein, zuvor hatte er seinen MBA an der Universität von Texas absolviert.

Seit Juni 2001 ist er Vorstandsvorsitzender von Douglas. Die Fußstapfen seines Vaters waren ihm nie zu groß, und auch der MBA-Abschluss hat ihn für die Herausforderungen einer Führungskraft gut vorbereitet – vor allem von der „gelungenen Mischung aus Theorie und Praxis“ hat er nachhaltig profitiert, sagt Kreke im Rückblick.

Bessere Chancen

Darauf bauen auch die derzeitigen MBA-Studenten. Die Chancen stehen gut, dass sie von Unternehmen wieder stärker nachgefragt werden. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bessert sich.

Zu diesem Ergebnis kam vor einigen Monaten das internationale Beratungsunternehmen Quacquarelli Symonds (QS). 2145 Personaler aus über 50 Ländern machten in einer Umfrage Angaben zu ihren Einstellungsplänen. In den USA wurden im Jahresvergleich neun Prozent mehr MBA-Absolventen unter Vertrag genommen, und auch in Westeuropa gibt es Anlass zu vorsichtigem Optimismus: Dort stieg die Zahl immerhin um drei Prozent.

Allerdings beobachtete QS-Geschäftsführer Nunzio Quacquarelli, dass die Personalabteilungen nach der Finanzkrise durchaus wählerischer sind. Vorher hätten sie MBA-Absolventen häufig mit nur drei Jahren Berufserfahrung eingestellt, jetzt verlangten sie von Bewerbern meist fünf bis acht Jahre.

Ginge es danach, hätte Peer Schatz seinen Job bei Qiagen vielleicht nie bekommen. Er erhielt bereits zwei Jahre nach seinem MBA-Abschluss das Angebot, Finanzchef beim Qiagen-Vorgänger Diagen zu werden. Bereut hat er den Schritt nie. Und an seiner Expertise als Finanzexperte und Führungspersönlichkeit zweifelt inzwischen niemand mehr – dafür spricht vor allem die Entwicklung des Konzerns unter seiner Ägide.

Als Schatz seinen Dienst antrat, machte das Unternehmen mit einigen Dutzend Mitarbeitern umgerechnet eine Million Euro Umsatz pro Jahr. 2009 waren es etwa 500 Millionen. 

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