CHE-Studienkredit-Test 2013 Worauf man bei Studienkrediten achten sollte

Wie soll ich mein Studium finanzieren? Diese Frage stellen sich viele Studenten, doch durch vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten muss sich niemand mehr von einem Hochschulstudium abhalten lassen.

Das sind Deutschlands Spitzen-Universitäten
RWTH AachenAachen liegt in allen technischen Disziplinen vorne. Das ist auch der Anspruch der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH), die als eine der wenigen deutschen Elite-Unis gilt. Mit ihrem Zukunftskonzept „RWTH 2020“ hat sie sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahrzehnts eine der weltweit besten „integrierten interdisziplinären technischen Hochschulen“ zu werden. Diese Anstrengungen fördert die Bundesregierung mit ihrer Exzellenz-Initiative. Exzellenz bescheinigt die WirtschaftsWoche der RWTH auch in ihrem Uni-Ranking: Sie belegt den ersten Platz in Naturwissenshaften, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau. Bei Informatik steht Aachen auf dem zweiten Platz Quelle: dapd
Uni MannheimJunge Universität, alter Sitz. Erst 1967 wurde die Mannheimer Handelshochschule zur Universität erhoben. Die im Mannheimer Barockschloss heimische Hochschule gehört damit zu den jüngeren deutschen Unis. Aufgrund ihrer wirtschaftswissenschaftlichen Ursprünge, zeigt sich in diesem Bereich auch die Kompetenz der Uni. Im Hochschul-Ranking der WirtschaftsWoche belegt sie in den Fächern VWL und BWL jeweils den ersten Platz. Außerdem ist sie in den Top 10 jeweils in Wirtschaftsinformatik (3), Informatik (8) und Jura (8). Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)Die Uni Karlsruhe war die Informatik-Pionierin unter den deutschen Hochschulen. 1969 etablierte sie als erste deutsche Hochschule einen Informatik-Diplomstudiengang, drei Jahre später entstand in Karlsruhe die erste deutsche Fakultät für Informatik. Nachdem, sie sich 2005 den Zusatz „Forschungsuniversität“ gab fusionierte sie 2009 mit dem Kernforschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft zum Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Informatik-Pionierarbeit hat sich gelohnt: Das KIT belegt in dem Fach den ersten Platz im WirtschaftsWoche-Ranking. Bei Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen kommt das KIT auf den zweiten Platz, bei Naturwissenschaften auf den dritten. Quelle: dpa
Technische Uni München (TUM)Die Bundesregierung zeichnete die Technische Uni München (TUM) gleich doppelt aus: Einerseits gehörte sie 2007 zu den ersten drei geförderten Hochschulen ihrer Exzellenz-Initiative, andererseits ernannte sie der Bund als Teil seiner Existenzgründer-Initiative „Exist“ zur Gründerhochschule. Denn an der TUM soll nicht nur geforscht, sondern damit auch Geld verdient werden. Dafür hat sie mit der UnternehmerTUM GmbH etwa eine eigene Unternehmensberatung für ihre Studenten gegründet, die auch über einen Förder-Fonds verfügt. Im Fach Wirtschaftsinformatik verleiht die WirtschaftsWoche der TUM den ersten Platz unter der deutschen Hochschulen, bei Naturwissenschaften gibt es den zweiten Platz, bei Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsinformatik den dritten Platz, sowie bei BWL den zehnten Platz. Quelle: Technische Universität München, Albert Scharger
Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)Konrad Adenauer, Theodor Heuss und Gustav Heinemann studierten hier schon: Die 1472 gegründete Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) zählt zu den renommiertesten Universitäten Deutschlands. Im internationalen Times-Higher-Education-Ranking wurde sie 2011 als beste deutsche Universität ausgezeichnet, beim Ranking der Shanghaier Jiao-Tong-Universität landet sie in Deutschland auf dem zweiten Platz nach der TU München. Bei der WirstchaftsWoche belegt sie den ersten Platz im Fach Jura, sowie den dritten Platz bei BWL und VWL, sowie den vierten bei Naturwissenschaften. Quelle: Creaitve Commons: CC BY-SA 3.0
Uni KölnDicht hinter Mannheim, liegt in den Wirtschaftswissenschaften die Uni Köln. Bei VWL und BWL belegt sie im WirtschaftsWoche-Ranking den zweiten Platz, bei Jura Platz 3 und bei Wirtschaftsinformatik Platz 5. Genau wie in Mannheim, geht auch die Kölner Uni auf eine Handelshochschule zurück. Gegründet im Jahr 1901, wurde sie 1919 zur Universität umgewandelt. Ihre Vorgänger-Uni wurde 1388 als vierte Universität im deutsch-römischen Kaiserreich gegründet. 1798 wurde sie unter napoleonischer Besetzung geschlossen. Die heutige Universität zu Köln wird ebenfalls von der Exzellenz-Initiative der Bundesregierung gefördert. Quelle: dpa/dpaweb
Technische Uni DarmstadtHoheitlich ist der Sitz des Technischen Uni Darmstadt. Wie in Mannheim, beherbergt auch in Darmstadt ein Residenzschloss die Hochschule. Ihr universitärer Status ist allerdings ganze 30 Jahre jünger als der Mannheimer. Seit 1877 ist sie eine Technische Hochschule, zur Universität wurde sie erst 1997. Getreu ihrem Namen liegen ihre Stärken im technischen Bereich: Beim Wirtschaftsingenieurwesen landet sie im WirtschaftsWoche-Ranking auf dem dritten Platz, bei Informatik, Elektrotechnik und Maschinenbau kommt sie auf den vierten, bei Naturwissenschaften auf Rang 5. Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche

Studieren ist teuer - auch, wenn die Studiengebühren an den staatlichen Hochschulen mittlerweile in fast allen Bundesländern wieder abgeschafft wurden, so müssen doch Semesterbeiträge, Bücher, Internetanschluss, Wohnung und allerlei täglicher Bedarf finanziert werden. Nicht bei jedem können oder wollen die Eltern dies leisten. Für die Finanzierung des Studentenlebens stehen außer Nebenjobs, BAföG oder Stipendien auch zahlreiche Kreditquellen zur Verfügung: Laut dem aktuellen CHE-Studienkredit-Test 2013 stehen in Deutschland insgesamt 850 Millionen Euro für Studienkredite bereit.

Die Anbieter sind ebenso vielfältig, wie ihre Kosten, Risiken oder Bedingungen für Vergabe und Tilgung der Kredite unterschiedlich sind. So gibt es etwa Bildungsfonds, Banken und Sparkassen, staatliche Anbieter wie etwa die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder auch Studentenwerke, die Studienkredite anbieten.

Vier Typen von Studienkrediten

Studenten sollten vor der Unterzeichnung eines Kreditvertrags genau prüfen, was sie brauchen und welche Bedingungen etwa für die Rückzahlung gelten, rät Ulrich Müller, Projektleiter beim Centrum für Hochschulentwicklung. Den tatsächlichen persönlichen Bedarf zu kennen, ist dafür unerlässlich. Studierende und die, die es werden wollen, sollten sich in einem ersten Schritt darüber klar werden, ob etwa nur Kosten für Studiengebühren abgedeckt werden sollen, oder ob zusätzlich auch Lebenshaltungskosten durch den Kredit finanziert werden müssen.

Auch die Dauer der Inanspruchnahme ist ein wichtiger Punkt. Braucht man den Kredit nur für eine bestimmte Phase, etwa für Abschlussprüfungen und -arbeit? Oder ist er für den gesamten Studienverlauf nötig? Wer etwa ein Auslandssemester oder einen Hochschulwechsel in Erwägung zieht, für den ist beim Studienkredit nicht nur der Zinssatz entscheidend, sondern auch die Flexibilität, die der Vertrag bietet.

"Bei Studienkrediten ist nicht alles Gold, was glänzt. Interessierte sollten genau prüfen, ob die angebotenen Konditionen zu den individuellen Bedürfnissen passen", so Müller. Auch, wenn es lästig ist, sollten Studenten das Kleingedruckte sehr sorgfältig studieren. Das Augenmerk sollte dabei auf eventuelle K.O.-Kriterien wie Altersgrenzen, Ausschluss von Hochschulwechsel oder Auslandsstudium und dergleichen gerichtet werden. Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, was im Falle eines Studienabbruchs geschieht. Bei fast allen Anbietern wird die Auszahlung umgehend gestoppt, bei manchen Anbietern wird sogar der Darlehensbetrag sofort fällig.

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