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Denkfabrik Fünf-Punkte-Plan zur Rettung der Betriebswirtschaftslehre

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BWL und VWL müssen stärker zusammenwachsen

Viertens muss die BWL stärker berücksichtigen, dass sich das spätere Betätigungsfeld der Studierenden nicht auf börsennotierte Konzerne beschränkt. In Deutschland spielen Familienunternehmen, Hidden Champions und zunehmend Start-ups eine große Rolle. Über ihren Aufbau, ihre Probleme, Interessen und Strategien muss das Studium mehr Kenntnisse vermitteln.

Das gilt ebenso für den Bereich Social Entrepreneurship, der nicht zuletzt für Aufgaben in internationalen Organisationen qualifiziert.

Fünftens, und das ist vermutlich der wichtigste Punkt, müssen BWL und VWL stärker zusammenwachsen. Ein Volkswirt kann die Auswirkungen der Finanzkrise nicht verstehen, wenn er sich nicht mit der Bilanz einer Bank und insbesondere deren Eigenkapital auseinandersetzt.

Diese Bilanz muss er auch analysieren können, wenn er die Folgen geldpolitischer Entscheidungen auf die Kreditvergabe von Banken und Sparkassen verstehen möchte. Zudem experimentieren immer mehr staatliche Institutionen mit der doppelten Buchführung, also dem klassischen Prinzip der betriebswirtschaftlichen Rechnungslegung.

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    Zentrale Aspekte der BWL wie Gewinn und Effizienz müssen in die volkswirtschaftliche Wohlfahrtsanalyse eingebettet werden. Ein Beispiel ist das Streben von Finanzinstitutionen nach höheren Eigenkapitalrenditen, wie es vor der Finanzkrise deutlich wurde. Was helfen kurzfristig erhöhte Renditen, wenn die eingegangenen Risiken zum Schluss nicht nur einzelne Banken in den Abgrund stürzen, sondern auch erhebliche Hilfen des Staates und damit Belastungen der Steuerzahler nach sich ziehen?

    Neben hohen finanziellen Kosten treten erhebliche Vertrauensschäden ein, die das System der sozialen Marktwirtschaft infrage stellen.

    Darüber hinaus gibt es systematische Entscheidungsfehler von Kunden und Investoren, die sich mithilfe der Verhaltenswissenschaften erklären lassen. Um im Markt zu bestehen, müssen Unternehmen ein grundlegendes Verständnis dieser Aspekte besitzen.

    Eine enge Vernetzung von BWL und VWL wäre also ein wichtiger Schritt. Und vielleicht können wir irgendwann ja noch weiter gehen – und die beiden Disziplinen zu einer einzigen umfassenden Wirtschaftswissenschaft vereinigen.

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