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Deutschlands größte Universität Fernuni Hagen braucht mehr Geld

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"NRW bezahlt, und die anderen profitieren"

Helmut Hoyer, Rektor der Fernuni Hagen, auf dem Balkon des Verwaltungsgebäudes. Quelle: dpa

Und dann sind da noch die Prüfungen. Da muss sich der Student schon auf den Weg in die nächstgelegene Dependance machen. Die Regel lautet: 75 Prozent der Studenten müssen ein großes Regional- oder ein kleineres Studienzentrum in höchstens 75 Kilometer Entfernung erreichen können.

Wer im fernen Ausland studiert, kann schriftliche Prüfungen in der Botschaft oder dem Goethe-Institut ablegen. Mündliche Prüfungen gehen notfalls auch mal per Videokonferenz. Dann ist eine Aufsicht dabei. Immerhin studieren 6700 der 88.000 Studenten im Ausland, davon 750 außerhalb Europas. In wenigen Fällen unterhält die Fernuni Studienzentren im Ausland, das entfernteste ist in St. Petersburg.

Gleich kiloweise versendet die Uni Päckchen mit Kursunterlagen. Die meisten Studenten wollen nämlich ihre Studieneinheiten auch auf Papier. Aber es geht auch per App auf dem Tablet-PC oder Smartphone. Bücher aus der Präsenzbibliothek in Hagen kann man sich zusätzlich noch zuschicken lassen. Und wenn man mit dem Auto anreist, gibt es kaum Parkprobleme: Die Veranstaltungen sind meist abends und an Wochenenden.

Kostspieliger als an einer Präsenzuni ist das Fernstudium für die Studenten nicht. 12,50 Euro kostet pauschal eine Semesterwochenstunde, inklusive Kursmaterial. Dazu kommen 50 Euro pro Semester Grundgebühr und 11 Euro für die Studentenvertretung. So kommen für Teilzeitstudierende durchschnittlich 160 Euro je Semester zusammen, für Vollzeitstudenten 286 Euro.

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    Dazu benötige die Universität zusätzliche Mittel, sagt Rektor Helmut Hoyer. Bund und Länder müssten sich über die Finanzierung Nordrhein-Westfalens hinaus an den Kosten beteiligen. „Zwei Drittel der Kosten der Fernuniversität werden von NRW getragen, obwohl zwei Drittel der Studierenden nicht in Nordrhein-Westfalen wohnen. Das Land NRW bezahlt, die anderen profitieren“, sagte Hoyer.

    Einen weiteren ungebremsten Zuwachs an Studenten könne die Fernuniversität nur mit zusätzlichen Mitteln verkraften, sagte Hoyer. Sonst müsse der freie Zugang zu den Studienfächern eingeschränkt werden. Bislang können sich Interessenten mit Abitur oder Ausbildung plus drei Jahren Berufserfahrung ohne Einschränkung für ein Studienfach eintragen. Darüber hinaus ermöglicht ein sogenanntes Akademiestudium allen Interessenten den Zugang zu einzelnen Kursen.

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