Erasmus-Programm 25 Jahre zu Gast in Europa

Studieren in Italien und Spanien, für ein Praktikum nach Frankreich: Dank Erasmus können Studenten im europäischen Ausland studieren und arbeiten – gefördert von der EU. Für den Job lohnt sich das, allerdings ist die Förderung mau.

EU-Christbaumkugeln liegen in einer Packung Quelle: AP

25 Jahre lang lernen und arbeiten: Das Austauschprogramm Erasmus feiert in diesem Jahr Geburtstag. Hinter dem Programm steht der Beschluss des europäischen Ministerrates von 1987, die Zusammenarbeit von Hochschulen in Europa zu fördern. Um das zu erreichen, sollten Studenten und Dozenten europaweit an anderen Hochschulen gastieren dürfen, um Sprache, Land und Leute kennenzulernen – finanziell gefördert von der EU. Denn der Aufenthalt in einem fremden Land kann teuer werden.

Siegbert Wuttig, Direktor der Nationalen Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), schwärmt von der Wohngemeinschaft Europa. „Es wird so viel vom Bau Europas geredet - das hier ist die eigentliche europäische Erfahrung!“ Von der eigenen Persönlichkeitsbildung abgesehen, macht sich ein solches Auslandssemester oder auch ein Praktikum in einem Betrieb im benachbarten Ausland gut im Lebenslauf, Personaler sehen so etwas gerne.

Wer geht wohin?

2011 konnten die Erasmus-Studenten in allen 27 Mitgliedsstaaten der EU sowie in Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz oder der Türkei arbeiten und studieren. Seit Beginn des Programms am 15. Juni 1987 haben die Erasmus-Stipendien schon knapp drei Millionen Menschen ins Ausland gebracht. Ein „riesiges Partnervermittlungsprogramm“ nennt Wuttig das Studentenaustauschprogramm. Im vergangenen Studienjahr sind allein 30.000 deutsche Studenten mit einem Erasmus-Stipendium ins Ausland gegangen. Kleiner Haken: Auch nach 25 Jahren Erasmus erkennen noch längst nicht alle Unis die im Ausland erbrachten Inhalte an. Das bestätigt auch Lesley Wilson, Generalsekretärin des europäischen Uni-Dachverbandes EUA. Wer in Madrid Ingenieurswissenschaften studiert, sollte sich nicht drauf verlassen, dass auch in Wuppertal oder Graz anrechnen zu können. Wilson vermisst bei den Hochschulen manchmal die Einsicht, dass fremde Lerninhalte ebenso wichtig sein können wie der eigene Lehrplan. Trotzdem will sie nicht mehr auf Erasmus verzichten: „Es hat geholfen, dass Europa nicht so ein fernes Konzept bleibt. Das war und ist eines der wichtigsten Programme, die es jemals gegeben hat.“

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