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Freytags-Frage

Warum sind so viele deutsche Studenten psychisch krank?

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Exzellenz einfordern!

Gleichzeitig ist immer wieder betont worden, dass wir in Deutschland mehr Exzellenz brauchen – die deutschen Universitäten halten mit Harvard nicht mit, so die Diagnose. Es wird vergessen, dass Harvard in der Weltfinanz- und Wirtschaftskrise etwa so viel Vermögen verloren hat, wie die Thüringer Universitäten und Fachhochschulen in etwa 30 Monaten (ohne Drittmittel verausgaben). Das Einfordern von Exzellenz heißt aber auch, dass für die Studenten die Anforderungen an den Hochschulen eher zunehmen müssten.

Was wirklich hinter Lernmythen steckt
Bloß nicht mit den Fingern rechnen Quelle: Fotolia
Eine Lehrerin schreibt mit Kreide an die Tafel Quelle: dpa
Schüler mit dem Smartphone auf dem Schulhof Quelle: dpa
Fehler helfen beim LernenWer sich beim Lernen häufig verhaspelt und die Lösung raten muss, lernt trotzdem was. Eine kanadische Studie hat gezeigt, dass die Gedächtnisleistung sogar von den Fehlern profitiert. Dies gilt allerdings nur, wenn die Raterei nicht völlig ins Kraut schießt, sondern nur knapp an der richtigen Lösung vorbei ist. Wer häufig fast richtige Vermutungen anstellt, dem helfen diese wie kleine Brücken beim Erinnern an die korrekte Information. Diesen Vorteil konnten die Forscher sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Probanden feststellen. Wer sich selbst herantastet, profitiert davon also mehr, als wenn ihm die richtige Antwort vorgesagt wird. Quelle: Fotolia
Texte wiederholt zu lesen, heißt viel zu lernen Quelle: dpa
Gelerntes erzählen, hilft es sich zu merken Quelle: AP
Hochbegabte sind LernüberfliegerWer einen ungewöhnlich hohen IQ hat, ist in der Schule noch lange kein Überflieger. Weil viele Hochbegabte in der Schule unterfordert sind, markieren sie den Klassenclown und bekommen entsprechend schlechte Noten. Quelle: Fotolia

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    Selbst wenn man annimmt, dass die Anforderungen der Hochschulen an ihre Studenten nicht steigen, dürfte sich die durchschnittliche Kapazität der Studenten, diesen Anforderungen gerecht zu werden, nicht erhöht haben. Aus Sicht eines Hochschullehrers bekommt dieses Problem dann praktische Bedeutung, wenn die Durchfallquoten steigen, wenn die Aufnahmefähigkeit der Studenten für abstrakte Sachverhalte abnimmt und wenn sich das Interesse der Studenten an „überfachlichen“ Fragen, Vorträgen oder allgemeiner (Wirtschafts-)Politik in Grenzen hält bzw. sogar abnimmt. Spätestens wenn sich die Eltern von Anfang-Zwanzigjährigen beim Dekan über die Professoren, die nicht nett zu ihren Kindern sind, beschweren, fürchtet man, es mit einer überforderten Generation zu tun zu haben.

    Dieses Phänomen wird dann noch dadurch bedrückender, dass die Wirtschaft über Fachkräftemangel beklagt; dies bezieht sich nicht nur auf die Facharbeiter. Nehmen Sie das Beispiel der Steuerberater, die Fachgehilfen oder Lohnbuchhalter suchen, aber nur Bewerbungen von Bachelor-Absolventen mit völlig überhöhten Lohnvorstellungen für das erste Jahr bekommen.

    Insgesamt liegt also offenbar ein Strukturproblem vor. Die Politik suggeriert der Jugend, nur ein Studium sei ein qualifizierter berufsqualifizierender Abschluss und etwas Wert. Dadurch werden immer mehr junge Menschen an die Hochschulen gedrängt: Ihre Erwerbsaussichten und damit die Einkommenschancen sinken, die Zufriedenheit während der Studienzeit aber auch danach nimmt ebenfalls ab.

    Hochschule



    Dies entwertet außerdem andere Berufsabschlüsse und die Menschen, die sie erfolgreich bewältigt haben. Dabei sollte der Bildungsgrad für die Wertschätzung, die eine Gesellschaft ihren Mitgliedern entgegenbringt, unwichtig sein.

    Insgesamt droht eine – zumindest in Teilen – stark frustrierte Generation, die zu einer Ausbildung gedrängt wird, die sie nicht bewältigen kann und die ihr nur Negativerlebnisse beschert.  Keine guten Voraussetzungen, um die Anforderungen der Zukunft zu stemmen. Die Politik sollte zumindest die Frage aufnehmen. Sollten die Antworten nach eingehender Prüfung anders ausfallen, wäre es natürlich vorzuziehen. Nur vor der Frage drücken darf sich die Politik nicht!

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