Harvard, ENA & Yale "Das war schon immer meine Traum-Uni"

Absolventen der Harvard University feiern ihren Abschluss: Die Ivy-League-School zählt zu den renommiertesten Hochschulen der Welt. Quelle: AP

Nur wenige schaffen es an internationale Kaderschmieden wie Harvard, Oxford oder ENA. Drei jungen Deutschen ist es gelungen. Hier berichten sie, was sie dabei erlebt haben und wie ihre Jobaussichten sind.

Viele deutsche Unis bilden ihre Studenten gut, breit und praxisnah aus – und genießen deshalb bei Personalern einen hervorragenden Ruf, wie das Hochschulranking der WirtschaftsWoche zeigt. Trotzdem zieht es nach Angaben des Statistischen Bundesamts 137.300 deutsche Studenten an Unis im Ausland. Die beliebtesten Länder sind Österreich, Niederlande, Großbritannien und die Schweiz – erst danach kommen außereuropäische Länder wie die USA oder China.

Besonders begehrt sind die wenigen Plätze an internationalen Elite-Unis. Dazu zählen unter anderem die renommierten Universitäten von Oxford oder Cambridge, die US-Hochschulen Harvard, Yale oder Stanford, oder auch die Straßburger Kaderschmiede ENA, an der unter anderem die beiden französischen Präsidenten François Hollande und Emmanuel Macron ausgebildet wurden.

Was versprechen sich deutsche Studenten vom Studium an einer Elite-Uni im Ausland? Und welche Vorteile bringt ein solches Auslandsstudium tatsächlich für die Karriere? Die WirtschaftsWoche hat mit drei Elite-Studenten gesprochen. Sie berichten vom Weg an ihre Traum-Uni, von den Inhalten ihres Studiums und ihren Jobaussichten.

Die besten Universitäten der Welt
Rang 10: Universität von Kalifornien in Berkeley und University of Chicago Quelle: Creative Commons/Falcorian
Rang 9: ETH Zürich Quelle: REUTERS
Imperial College London Quelle: Imperial College London
Princeton University Quelle: dpa
Rang 6: Harvard Universität Quelle: Reuters
Rang 5: Massachusetts Institute of Technology Quelle: Creative Commons/Thermos
Rang 4: Universität von Cambridge Quelle: REUTERS

Christin Victoria Brutsche, Harvard Business School

Christin Victoria Brutsche kommt ursprünglich aus Nürnberg. Sie hat zwei Klassen übersprungen und mit 17 ihr Abitur gemacht. Danach hat sie Wirtschaftswissenschaften studiert und anschließend drei Jahre lang bei Siemens gearbeitet. Jetzt studiert die 24-Jährige an der Harvard Business School in Cambridge, Massachusetts. Die HBS belegt regelmäßig Spitzenplätze in internationalen MBA-Rankings. Bekannte Absolventen sind der ehemalige US-Präsident George W. Bush oder der Unternehmer und ehemalige Bürgermeister von New York City, Michael Bloomberg.

Darum Harvard

Harvard war schon immer meine Traum-Uni. Ich habe vor dem MBA (Master of Business Administration) als Finanzanalystin und Controllerin international gearbeitet, aber wollte langfristig in die Unternehmensberatung wechseln. Für mich stand fest: Wenn ich meiner Karriere nochmal einen Richtungswechsel geben möchte, dann am besten mit einem MBA-Studium im Ausland, am liebsten in Harvard. Für den MBA ist die Harvard Business School (HBS) eine der weltweit führenden Business Schools. Außerdem ist Harvard unglaublich international: an der Business School sind 90 Nationen vertreten. Jedes Jahr schaffen es zwölf bis 14 Deutsche an die Uni.

Die HBS ist meines Wissens die einzige Universität, die Wissen nur über Fallstudien vermittelt. Dadurch ist das Studium extrem praxisorientiert. Wir lernen, uns in die unterschiedlichsten Perspektiven hineinzuversetzen. Zum Beispiel ging es im Unterricht um den Untergang der Deepwater Horizon in Mexiko. Wir sollten dann diskutieren: Was wäre gewesen, wenn wir in der US-amerikanischen Administration gesessen hätten? Welche Schritte hätten wir eingeleitet? Ganz oft gehe ich aus dem Unterricht heraus und denke mir: „Wow, so habe ich das vorher noch nie gesehen.“ Solche Aha-Momente hatte ich mir von einem Studium an der HBS versprochen – und wurde nicht enttäuscht.

Christin Victoria Brutsche auf dem Harvard-Campus: Die 24-Jährige hat bereits einen Job nach dem Abschluss sicher. Quelle: Privat

Das Auswahlverfahren

Jedes Jahr bewerben sich mehr als 10.000 Menschen auf 930 Plätze an der HBS. Allerdings gibt es schon vor der Bewerbung einige Hürden, die Bewerber nehmen müssen, um überhaupt für einen Studienplatz in Frage zu kommen: Sie sollten beim Englisch-Sprachtest TOEFL und möglichst auch beim GMAT-Test, mit dem die Eignung für BWL-Masterstudiengänge gemessen wird, eine gewisse Punktzahl erreichen. Außerdem sollten sie im Schnitt drei Jahre Berufserfahrung vorweisen. Nach der Registrierung startet dann ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Ich musste einen Essay schreiben, die Fragestellung war: „Stell dir vor, es ist dein erster Tag an der Harvard Business School und du lernst deine Kommilitonen kennen. Wie würdest du dich ihnen vorstellen?“ Natürlich ist auch der Lebenslauf wichtig. Außerdem mussten zwei Empfehlungsschreiben von früheren Arbeitgebern eingereicht werden.

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