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Harvard, ENA & Yale "Das war schon immer meine Traum-Uni"

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"In den Kursen sind wir manchmal nur zu fünft."

Insgesamt ist das Studium an der ENA viel anwendungsorientierter als an einer „normalen“ französischen Universität, die für Frontalunterricht und lange Vorlesungen bekannt sind. An der ENA sitzen ja bereits studierte Leute, die auf ihre Rolle als Beamte in der französischen Verwaltung vorbereitet werden. Natürlich hören wir auch Vorlesungen zu rechtlichen und ökonomischen Themen. Aber dazu kommen viele praktische Elemente: Krisensimulationen, Verhandlungsseminare, Kommunikationstrainings oder Simulationen von Sitzungen des Europäischen Rats oder des Europäischen Parlaments. Außerdem haben wir Ausflüge gemacht, zum Beispiel zum Senat nach Paris, und haben in Kleingruppen einen Bericht für ein französisches Ministerium erarbeitet. Wir sollten nicht nur die ganze Zeit dasitzen und uns Notizen machen, sondern selbst Akteure sein.

Außerdem sind die Kurse an der ENA sehr klein: in meinen Englisch- und Spanisch-Sprachkursen waren wir nur zu fünft oder zu siebt. Und die räumliche Ausstattung ist auch top: Wir haben eine riesige Bibliothek für die kleine Zahl an Studenten.

Nebenbei habe ich mich noch an der Sorbonne eingeschrieben und eine Masterarbeit verfasst – das ist eine zusätzliche Option, wenn man zum Zertifikat der ENA noch ein Masterzeugnis dazu haben möchte.

Das sind Deutschlands beste Unis
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RWTH Aachen Quelle: RWTH Aachen/Peter Winandy
RWTH Aachen Quelle: dpa
RWTH Aachen Quelle: RWTH Aachen/Peter Winandy
Ludwig-Maximilians-Universität München Quelle: imago images
LMU München Quelle: LMU/Jan Greune
Uni Mannheim Quelle: Universität Mannheim/Norbert Bach

Die Kosten

Es gibt keine Studiengebühren – die ENA wird vom französischen Staat finanziert. Die französischen Studenten an der ENA sind ja bereits Beamte auf Probe, sie bekommen also sogar schon ein Gehalt. Nach dem Studium wechseln sie dann an ihren ersten Posten in der französischen Ministerialverwaltung. Die internationalen Studenten sind keine Beamten und müssen sich nach ihrem Abschluss um Jobs bewerben. Ich habe meinen Lebensunterhalt mit dem Stipendium des DAAD finanziert.

Die Jobchancen

Ich habe vergangenen Monat meinen Abschluss gemacht und sofort eine spannende Stelle gefunden. Ab Februar werde ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der EU-Abteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt arbeiten, im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Mein Job wird es sein, die deutsche EU-Ratspräsidentschaft 2020 vorzubereiten. Ich soll die Prioritäten, die Deutschland im Forschungs- und Bildungsbereich setzen will, mit definieren. Da ich schon immer gerne im EU-Bereich arbeiten wollte, bin ich sehr glücklich, dass das geklappt hat. Beim Bewerbungsgespräch hat es mir definitiv geholfen, dass die Verantwortlichen die ENA kannten, das hat mir schon Anerkennung eingebracht.

Insgesamt bin ich dank der ENA karrieretechnisch besser aufgestellt für eine Tätigkeit im internationalen Bereich und auf EU-Ebene, aber auch in der deutschen Verwaltung. Ich kann mir auch vorstellen, später wieder nach Frankreich zurückzukehren und dort zu arbeiten. In Frankreich hat man mit einem ENA-Abschluss in der Tasche auf jeden Fall beste Voraussetzungen.

An der ENA gibt es auch gute Möglichkeiten, informelle Kontakte zu Ministerialbeamten zu knüpfen. Die kommen aus der Praxis zu uns, um unsere Seminare zu leiten. Am Anfang der Ausbildung haben wir deshalb eine Visitenkarte mit dem Logo der ENA bekommen, die wir interessanten Kontakten mitgeben können. Und natürlich schließen wir auch Freundschaften mit unseren Kommilitonen. Meine Freunde werden sich in der französischen Verwaltung und Politik hocharbeiten. Dadurch habe ich ein Netzwerk, das mir sicherlich später noch nutzen wird.

 

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