Hochschulfinanzierung Unis sollen Zulassungssystem selbst finanzieren

Ein Stück aus Schilda: Bei der Planung konnte den Unis das neue Studienzulassungssystem nicht modern genug sein. Dann stellten sie fest, dass ihre veralteten Rechner mit dem Super-Computer gar nicht kommunizieren können. Jetzt wird über die Betriebskosten gestritten.

Universitäten und Länder streiten sich darüber, wer die Kosten für das neue Zulassungssystem übernehmen soll. Quelle: dpa

Das neue zentrale Studienzulassungssystem für Numerus-clausus-Fächer via Internet soll nur noch in diesem und im nächsten Jahr vollständig von den Ländern finanziert werden. Dies wollen die Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag in Berlin beschließen. Ab 2015 sollen sich die Hochschulen an den Kosten beteiligen. Spätestens ab 2018 müsse dann die Vollfinanzierung der Stiftung „hochschulstart.de“ durch die teilnehmenden Universitäten und Fachhochschulen sicher gestellt werden. Die Beschlussvorlage der Ministerpräsidentenkonferenz liegt der Nachrichtenagentur dpa vor.

Bei ihrem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollen die Länder zudem die Aufstockung des Hochschulpaktes für zusätzliche Studienplätze um weitere 4,4 Milliarden Euro unterzeichnen. Das Geld soll je zur Hälfte von Bund und Ländern aufgebracht werden. Der Bundesanteil an der Hochschulhilfe steigt damit im Zeitraum 2011 bis 2015 auf über 7 Milliarden Euro. Die Erhöhung war im Mai von den Wissenschaftsministern von Bund und Ländern ausgehandelt worden und von den Länder-Finanzministern unter Vorbehalt gebilligt worden.

Das sind die teuersten Uni-Städte
Das Wintersemester steht vor der Tür und viele Studenten suchen derzeit noch ein WG-Zimmer. Doch das kann teuer werden, wenn man in beliebten Uni-Städten studieren möchte. Das Portal wg-suche.de hat die Mieten für ein WG-Zimmer dort verglichen. Als Grundlage für die Berechnung diente die durchschnittliche Warmmiete der jeweiligen Stadt für eine 3er-WG mit 80 Quadratmetern. Die Analyse zeigt, dass Studierende in vielen ostdeutschen Städten für rund 200 Euro ein Zimmer finden. Im süddeutschen Raum oder in besonders beliebten Uni-Städten müssen sie jedoch zum Teil mehr als das Doppelte bezahlen. Quelle: dpa
Platz 10: HamburgIn der Hansestadt kostet das Zimmer im Schnitt 383 Euro pro Monat. Studenten mit weniger Budget sollten sich für einen Studienort in mittleren Städten oder in ostdeutschen Hochschulstädten entscheiden. Besonders preiswert wohnen Studierende in Dortmund (259 Euro), Leipzig (239 Euro) oder Magdeburg (232 Euro). Die mit Abstand günstigste Studentenstadt ist Rothenburg in der Oberlausitz mit 171 Euro. Quelle: dpa
Studienanfänger sitzen am 14.10.2013 während ihrer ersten Juravorlesung in einem Hörsaal der Juristischen Fakultät der Universität Potsdam Quelle: dpa
Platz 8: HeidelbergHeidelberg liegt mit einer durchschnittlichen Monatsmiete von 392 Euro für ein WG-Zimmer auf Platz acht. Die beliebten Studentenstädte Köln (362 Euro) und Münster (325 Euro) gehören ebenfalls zu den teureren Städten. Quelle: AP
Platz 7: LörrachAuch Lörrach direkt an der Schweizer Grenze ist bei Studenten beliebt - mit entsprechenden Auswirkungen auf die Mieten. 394 Euro warm kostet dort ein Zimmer in einer 80 Quadratmeter großen Dreier-WG im Schnitt. Quelle: dpa
Mehrere Wohnungsgesuche von Studenten hängen am Schwarzen Brett Quelle: dpa
Platz 5: KonstanzWer in Konstanz am Bodensee studiert, zahlt für ein Zimmer in einer Dreier-WG mit 80 Quadratmetern im Schnitt 413 Euro pro Monat. Quelle: dpa

Das neue „Dialogorientierte Serviceverfahren“ (DoSV)“ für die Einschreibung in Mangelstudienfächer mit örtlichem Numerus-clausus der Stiftung „hochschulstart.de“ (Dortmund) soll die Arbeit der ehemaligen Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) ablösen. Betroffen sind vor allem Fächer wie Jura, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, aber auch Ingenieur- und Naturwissenschaften, Psychologie und Biologie.

Das neue System leidet aber unter Startproblemen, da die meisten Hochschulen nicht über eine so moderne Rechner-Technik verfügen, um mit dem zentralen Super-Computer überhaupt kommunizieren zu können. Auch wehren sich die Hochschulen massiv gegen eine Übernahme der Kosten - wie dies im Staatsvertrag der Länder zur Studienzulassung vorgesehen ist. Für die Entwicklung des derzeit weltweit modernsten Zulassungssystems hat der Bund 15 Millionen beigesteuert.

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Doch das neue Verfahren wird zur Zeit nur von rund 50 der 271 Hochschulen genutzt. Es soll vor allem Mehrfacheinschreibungen von Bewerbern und damit die Blockade von Mangelstudienplätzen verhindern. Käme es bereits jetzt schon zu einer Vollfinanzierung der Kosten durch die Hochschulen, so würde die Akzeptanz des neuen Systems weiter sinken, befürchten die Kultusminister in einem Brief an die Ministerpräsidenten.

Seit Jahren bleiben wegen Fehlens eines koordinierten Nachrückverfahrens bei der Studienzulassung laut Schätzungen regelmäßig rund 20 000 Studienplätze in begehrten NC-Mangelfächern unbesetzt. Dadurch entsteht den Ländern ein Schaden von gut einer halben Milliarde Euro pro Jahr. Die Kosten für einen Studienplatz werden derzeit im Schnitt mit 26 000 Euro pro Jahr beziffert. Weil die Kultusminister erneut Negativ-Schlagzeilen befürchteten, wurden die unbesetzten NC-Bachelor-Studienplätze zum Wintersemester 2013/2014 erst gar nicht mehr gezählt.

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