Hochschulranking 2014 Das sind Deutschlands beste Unis

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Absolute Spitzenreiter

Das gilt auch für die TU Berlin: Dort gibt es derzeit zwölf Stiftungsprofessuren – also Lehrstühle, die komplett von einem Unternehmen oder einer industrienahen Stiftung finanziert werden. Partner sind unter anderem der Energiekonzern Vattenfall, die Deutsche Telekom und die Helios Kliniken.

Deutschlands beste Universitäten 2014

Einige ausgewählte Studenten, die ein praxisnahes Studium absolvieren, profitieren auch unmittelbar vom finanziellen Engagement der Wirtschaft – etwa über das im Sommersemester 2011 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eingeführte Deutschlandstipendium, bei dem Studenten, unabhängig von ihrem Einkommen, einen monatlichen Zuschuss in Höhe von 150 Euro von Unternehmen erhalten. Etwas mehr als 21 Millionen Euro stifteten Unternehmen 2013 in diesen Fördertopf, knapp 20.000 Stipendiaten wurden 2013 bedacht, 42 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das KIT konnte im vergangenen Wintersemester 190 dieser Deutschlandstipendien vergeben. An der TU Darmstadt, die im Fach Wirtschaftsinformatik den ersten Platz belegt, waren es im vergangenen Semester sogar 302.

Auch die Vergabe der Drittmittel durch Unternehmen an die Universitäten nimmt zu. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Summe für 2012 gegenüber dem Vorjahr um rund zwei Prozent. Insgesamt stellten deutsche Unternehmen vor zwei Jahren rund 1,3 Milliarden Euro für Forschungszwecke zur Verfügung. Absoluter Spitzenreiter ist die RWTH Aachen mit mehr als 67 Millionen Euro, die TU Berlin erhielt im gleichen Jahr mehr als 20 Millionen Euro an Drittmittel aus der gewerblichen Wirtschaft. Und beim KIT, das etwa ein Viertel seines Geldes aus der Industrie erhält, waren das 2012 mehr als 23 Millionen Euro.

„Wir freuen uns, dass es uns gelingt, viele Drittmittel für die Forschung einzuwerben“, sagt Alexander Wanner, Vizepräsident für Lehre am KIT. „Allein mit der staatlichen Grundfinanzierung könnten wir viele Forschungsprojekte nicht anpacken.“

Der Preis der Zusammenarbeit: „Die Unternehmen kalkulieren ihr Engagement genau“, sagt Universum-Manager Lake. „Wenn sie von der Kooperation nicht profitieren, wird die Zusammenarbeit schnell auf den Prüfstand gestellt.“

Startklar: Der angehende Wirtschaftsingenieur Julian Jacob, 26, hat sich mit Kursen für Rhetorik und Unternehmensführung an der TU Berlin auf den Jobeinstieg vorbereitet. Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche

Längst spielt etwa die Examensnote bei der Beurteilung von Studenten und Universitäten eine nur noch untergeordnete Rolle. Nur knapp über 40 Prozent der befragten Personaler legen ein besonderes Augenmerk darauf. Stattdessen achten sie darauf, wie viele Absolventen sie von der entsprechenden Uni schon eingestellt haben, wie lange sie schon im Unternehmen sind und ob sie Führungsverantwortung übernommen haben. Gefragt sind außerdem Absolventen, die lösungsorientiert und selbstständig arbeiten: Fast 70 Prozent der von Universum befragten Personaler halten Praxiserfahrung für die wichtigste Qualifikation. Nur der Persönlichkeit eines potenziellen Arbeitnehmers wird in den Personalabteilungen noch größere Beachtung geschenkt. Rund 50 Prozent der Personaler ist außerdem lösungsorientiertes Denken wichtig.

Und auch zur Unternehmenskultur sollten die Studenten passen. „Unsere Unternehmenswerte sind bei der Bewerberauswahl entscheidend“, bestätigt etwa Anna-Maria Karl von Daimler. Es ist also hilfreich, wenn Unternehmen die potenziellen Arbeitnehmer schon an der Universität kennenlernen, um sie frühzeitig mit den Werten vertraut zu machen.

Die Zusammenarbeit mit dem KIT im Rahmen der Lehrveranstaltung Integrierte Produktentwicklung hat für Daimler aber noch einen weiteren Vorteil. Weil die Studenten mit einem anderen Blick als die routinierten Ingenieure an die Projekte herangehen, erarbeiten sie oft unkonventionelle Lösungen. „Uns war es bei diesem Projekt wichtig, unsere eigenen Überlegungen mit der frischen Sicht angehender Ingenieurinnen und Ingenieure anzureichern und so das Portfolio unkonventioneller Ideen zu vergrößern“, sagt Daimler-Bildungsmanagerin Karl.

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