Hochschulranking 2014 Das sind Deutschlands beste Unis

Universitäten müssen nicht nur akademische Theorien lehren, sondern auch aufs Berufsleben vorbereiten - wer das am besten schafft, zeigt das exklusive Hochschul-Ranking der WirtschaftsWoche.

Die besten Universitäten
Technische Universität BerlinDie 1879 gegründete TU Berlin schafft es gleich in fünf Fächern unter die ersten Zehn: Platz zwei in den Naturwissenschaften, Rang vier im Wirtschaftsingenieurwesen, Platz fünf in der Informatik. Sechster wurde die TU Berlin in der Elektrotechnik, siebter im Maschinenbau. Insgesamt konnte sich der Hochschulstandort in diesem Jahr deutlich verbessern und in zahlreichen Kategorien aufsteigen. Quelle: TU Berlin/Dahl
Universität zu KölnIhre Vorgänger-Uni wurde 1388 als vierte Universität im deutsch-römischen Kaiserreich gegründet. 1798 wurde sie unter napoleonischer Besetzung geschlossen. 1919 wurde sie neu gegründet. Auch 625 Jahre nach ihrer ursprünglichen Gründung ist die Hochschule noch auf dem neusten Stand, wie das Uni-Ranking zeigt. Die Volkswirte der Universität zu Köln schaffen es auf den zweiten Platz. Im Fach BWL reicht es diesmal für den dritten Rang. Unter die ersten Fünf gelangt sie außerdem bei dem Wirtschaftsinformatikern. Quelle: dpa
Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU München)Doch die bayrische Hauptstadt beherbergt noch eine weitere Spitzenuniversität – die LMU München. Schon Konrad Adenauer, Theodor Heuss und Gustav Heinemann studierten hier. Die 1472 gegründete Hochschule zählt zu den renommiertesten Universitäten Deutschlands. Im internationalen Times-Higher-Education-Ranking wurde sie aktuell als beste deutsche Universität ausgezeichnet. Und auch die deutschen Personaler kann sie von sich überzeugen, vor allem in den Wirtschaftswissenschaften. Rang zwei erreicht sie im Fach BWL, in der Volkswirtschaftslehre reicht es für den dritten Rang. Die Bronzemedaille sicherte sich die LMU außerdem in den Naturwissenschaften. Quelle: Presse
Technische Universität MünchenBereits 1868 gegründet, kann die TU München auf eine fast 150-jährige Geschichte zurückblicken, die von reichlich Erfolgen geprägt ist. So wurden zum Beispiel schon 13 Alumni und Professoren der Universität mit einen Nobelpreis ausgezeichnet. Auch im diesjährigen Hochschul-Ranking der WirtschaftsWoche kann die TU überzeugen. In der Wirtschaftsinformatik belegt sie hinter Darmstadt den zweiten Rang. Platz drei geht an die Informatiker der TU München. Auch im Maschinenbau (5. Platz), in der Elektrotechnik (4. Platz) und den Naturwissenschaften (5. Platz) punktete die bayrische Hochschule. Quelle: Technische Universität München, Albert Scharger
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am MainDie Bankenstadt Frankfurt am Main bleibt auch im Uni-Ranking 2014 ihrem Image treu und punktet vor allem in den Wirtschaftswissenschaften: Sie siegt in der Volkswirtschaftslehre und schafft es im Fach BWL immerhin auf den fünften Rang. Genauso wie bei den Naturwissenschaften. Quelle: dpa
Technische Universität DarmstadtHoheitlich ist ebenfalls der Sitz der TU Darmstadt. Wie in Mannheim, beherbergt auch in Darmstadt ein Residenzschloss die Hochschule. Ihr universitärer Status ist allerdings nochmal 30 Jahre jünger als der Mannheimer. Seit 1877 ist sie eine Technische Hochschule, zur Universität wurde sie erst 1997. Getreu ihrem Namen liegen ihre Stärken im technischen Bereich: In der Wirtschaftsinformatik konnte die Universität ihren Sieg aus dem Vorjahr verteidigen. Im Maschinenbau, der Elektrotechnik und dem Wirtschaftsingenieurwesen belegt sie jeweils Rang drei. Platz vier wurde es in der Informatik. Quelle: Thomas Ott/ TU Darmstadt
Universität MannheimJunge Universität, alter Sitz. Erst 1967 wurde die Mannheimer Handelshochschule zur Universität erhoben. Die im Barockschloss heimische Hochschule gehört damit zu den jüngeren deutschen Unis. Aufgrund ihrer wirtschaftswissenschaftlichen Ursprünge, zeigt sich in diesem Bereich auch die Kompetenz der Universität. Im diesjährigen Hochschul-Ranking belegt sie in der Betriebswirtschaftslehre weiterhin den ersten Rang. Im Fach Wirtschaftsinformatik reichte es immerhin für Platz zwei, in der VWL für den vierten Rang. Eine weitere TopTen-Platzierung schaffte sie im Bereich Informatik – Platz sechs. Quelle: Norbert Bach - Universität Mannheim

Wie viel Platz benötigt der Fahrer hinterm Lenkrad, wie viel zum Schlafen? Wie kann er auch mal pinkeln, ohne den Lkw zu verlassen? Kommen wir mit unserem Budget klar? Und wie tragen wir dazu bei, dass der Laster möglichst wenig Sprit verbraucht?

Fragen, auf die Stefan Held im vergangenen Winter Antworten suchte, fünf Monate lang. Immer wieder besuchte der 25-jährige Student der Universität Karlsruhe zusammen mit seinen Kommilitonen deshalb Speditionen, befragte auf Autobahnraststätten schon früh morgens Lkw-Fahrer, die sich beim ersten Kaffee gerade die Nacht aus den müden Gliedern schüttelten. Und saß danach oft bis spät in die Nacht vor dem Computer – immer auf der Suche nach Ideen, mit denen er den Truckern das Leben hinterm Steuer komfortabler machen könnte.

Der Grund für Helds Engagement: „Free Style Green Truck“, die Konzeption eines umweltfreundlichen und möglichst nachhaltig betriebenen Lkws. Auftraggeber des Studententeams: Daimler Trucks, die Lkw-Sparte des Automobilkonzerns.

Die besten Universitäten 2014 nach Studiengang

„Wir hatten ein Budget von 1.000 Euro, vor allem für Material und Fahrtkosten. Als die Teamrollen noch nicht klar verteilt waren, war die Abstimmung noch etwas chaotisch“, erinnert sich Held an die Anfänge seiner Arbeit für den Stuttgarter Autobauer. Doch er und sein Team lernten, sich abzustimmen. Regelmäßig kamen die Ingenieure von Daimler Trucks an das Karlsruher Institut für Technologie, so der offizielle Name der Uni (KIT), um die Fortschritte mit den Studenten zu besprechen.

„Wir haben gelernt, ein Projekt komplett durchzuplanen“, sagt Held, der im 11. Semester Maschinenbau studiert, „und nicht gleich beim ersten Widerstand aufzugeben.“

Das Lkw-Projekt ist Teil der Lehrveranstaltung „Integrierte Produktentwicklung“, die an Helds Fakultät angeboten wird. Keine theoretische Spielwiese, sondern für die angehenden Ingenieure begehrter Lackmustest auf ihre Praxistauglichkeit: Seit sieben Jahren entwickeln an der Karlsruher Universität jedes Wintersemester 42 Studenten im Masterstudiengang in Abstimmung mit einem Partner aus der Industrie Ideen für neue Produkte. Neben Daimler waren schon der Motorgerätehersteller Stihl, der Werkzeugmaschinenbauer Trumpf und der Getriebeproduzent Wittenstein alpha Kooperationspartner des KIT.

Technik zum anfassen: Maschinenbau-Student Stefan Held, 25, in der Technik-Sammlung des Karlsruher Instituts für Technologie. Quelle: Christof Mattes für WirtschaftsWoche

„Die Studenten lernen, welche Produkte am Markt gefragt sind und wie diese entwickelt werden“, sagt Jan Breitschuh, der am KIT die Lehr-Kooperation mit den Unternehmen koordiniert. „Realitätsnahe Bildung kann nur in einem realitätsnahen Umfeld stattfinden.“

Die Weisheit des Lebens

Wie in Karlsruhe setzen auch andere Universitäten verstärkt darauf, nicht nur akademische Theorien zu vermitteln, sondern Fragen und Aufgaben zu thematisieren, die den Herausforderungen im Berufsleben möglichst nahekommen. Ganz im Geiste des römischen Philosophen Seneca also, der schon vor gut 2000 Jahren im 106. seiner „Briefe an Lucilius über Ethik“ schrieb: „Non vitae, sed scholae discimus.“ – „Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.“ Und mit seinem ironischen Ausspruch, der später in umgekehrter Formulierung zum geflügelten Wort wurde, schon damals die Lebensferne der Philosophieschulen aufs Korn nahm. „Sagen wir’s doch gerade heraus: Es wäre besser, wir könnten unserer gelehrten Schulbildung einen gesunden Menschenverstand abgewinnen.“

Die Methodik des Uni-Rankings

Eine Haltung, die Experten wie Peter Zervakis auch heute an Deutschlands Universitäten sehen wollen: „Die Hochschulen sind sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Angesichts des Fachkräftebedarfs ist die Nachfrage nach wissenschaftlich gut ausgebildeten Absolventen hoch“, sagt Zervakis, der für die Hochschulrektorenkonferenz das Projekt Nexus leitet, das sich unter anderem die „fachspezifische Integration der Arbeitsmarktrelevanz in das Studienangebot“ auf die Fahnen geschrieben hat. „Gleichzeitig kann und will nicht jeder in der Wissenschaft bleiben“, sagt Zervakis. „Die Hochschulen setzen daher auf eine problemlösungsorientierte Lehre, um die Studierenden auch auf den Einstieg in den Arbeitsmarkt optimal vorzubereiten“.

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