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Ifo-Bildungsbarometer Eltern wollen keine Revolution der Schule

Schulnoten oder das Sitzenbleiben einfach abschaffen? Nicht in Deutschland. Eine Umfrage zeigt, dass die meisten Bürger für das Leistungssystem in der Schule sind.

Schule: Eltern sind für Noten und Sitzenbleiben Quelle: dpa

Das Leben ist kein Zuckerschlecken - und das sollten Kinder so früh wie möglich lernen, meinen deutsche Eltern. Die Mehrheit wünscht sich ein leistungsorientiertes Bildungssystem. Das zeigt der neue Bildungsbericht des Münchner Ifo-Instituts, über den das Magazin "Spiegel" berichtet.

Demnach sprachen sich drei Viertel der 4000 Befragten dagegen aus, die Schulnoten abzuschaffen. Auch, dass Schüler bei ungenügenden Leistungen sitzenbleiben können, soll nach ihrem Wunsch so bleiben. Leistungsvergleichen wie dem Pisa-Test messen ebenso viele Eltern Bedeutung bei. Sie legen großen Wert darauf, dass deutsche Kinder und Jugendliche dabei gut abschneiden.

Was Schüler in der neunten Klasse können sollen

Ein Weg dorthin ist nach Meinung der Eltern eine deutschlandweite Einführung von einheitlichen Abiturprüfungen. 85 Prozent der Befragten forderten dieses System. Seit neun Jahren gibt es zwar ein Zentralabitur innerhalb der Bundesländer - mit Ausnahme von Rheinland-Pfalz. Zwischen den Bundesländern herrschen aber weiter Unterschiede bei den Aufgaben, so dass die Leistungen kaum vergleichbar sind. Weit verbreitet ist die Meinung, dass die Schulabschlüsse so auch unterschiedlich viel wert seien. Unter Experten ist das Zentralabitur umstritten.

Acht oder neun Jahre Gymnasium?

Bei der Dauer der Schulzeit auf dem Gymnasium sind sich die Deutschen da weit weniger einig: 52 Prozent der Ostdeutschen gaben an, dass die Schulzeit acht Jahre dauern sollte. Hingegen stimmten dem nur 25 Prozent der Westdeutschen zu. Im bundesweiten Durchschnitt erreichte das Turbo-Abitur lediglich eine Zustimmung von 30 Prozent.

Eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 lehnen die Deutschen ab. In Hamburg beginnt in dieser Woche ein Volksbegehren für eine solche Wahlfreiheit. Etwa in Hessen haben die Gymnasien bereits die Wahl, ob die Schüler in acht oder neun Jahren das Abitur absolvieren sollen. In Niedersachsen hingegen soll künftig der neun Jahre lange Weg zum Abitur wieder die Regel sein.

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Vor Kurzem kam die Jako-o-Bildungsstudie zu ähnlichen Ergebnissen. Bei der repräsentativen Befragung von 3000 Personen zeigte sich, dass viele Eltern mit dem deutschen Bildungssystem unzufrieden sind. Hier sprachen sich sogar 92 Prozent der Befragten für ein bundesweites Zentralabitur aus. Auch das Turbo-Abitur stieß auf Ablehnung, eine deutliche Mehrheit von 80 Prozent sprach sich für die neunjährige Gymnasialzeit aus.

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