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ifo-Bildungsbarometer Mehr Bildung ja, aber nicht mehr Geld

Noten abschaffen kommt nicht in Frage, Top-Ergebnisse bei Pisa sind Pflicht. Die Deutschen haben eine klare Meinung zur Bildung. Außerdem sollte der Staat mehr Geld investieren - nur bitte nicht das seiner Bürger.

Die Deutschen wollen, dass mehr Geld in die Bildung fließt. Nur zahlen wollen sie dafür nicht. Quelle: dpa

Von wegen "Wissen ist Macht, nichts wissen macht nichts": Den Deutschen ist ihre Bildung wichtig. Das belegt das Bildungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. Demnach wollen 68 Prozent der Deutschen eine Kindergartenpflicht, um schon die Kleinsten entsprechend zu fördern. Die Ganztagsschule bis 15 Uhr halten 60 Prozent der mehr als 4000 Befragten für sinnvoll. Außerdem wollen die Deutschen einheitliche Abschlussprüfungen im Abitur und finden es wichtig, dass das Land beim PISA-Test gut abschneidet.

Was Schüler in der neunten Klasse können sollen

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist außerdem gegen die Abschaffung von Schulnoten und dafür, dass Schüler mit schlechten Leistungen eine Klasse wiederholen müssen. "Den meisten Deutschen ist offensichtlich eine klare Leistungsorientierung in den Schulen wichtig", sagt Ludger Wößmann, Leiter des ifo Zentrums für Bildungs- und Innovationsökonomik und Initiator des ifo Bildungsbarometers.

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Wenn es darum geht, wie die Bildung zu finanzieren ist, ist das Bild allerdings weniger klar: 84 Prozent der Deutschen sind für eine Abschaffung der Kindergartengebühren, außerdem sollen die staatlichen Ausgaben für Schulen erhöht werden. Wenn es um die Finanzierung eines Hochschulstudiums geht, sind die Deutschen mehrheitlich gegen Studiengebühren. Diese sollten nur dann erhoben werden, wenn wenn das Studium tatsächlich zu einem relativ hohen Einkommen geführt hat. "Für solch ein Reformmodell der nachgelagerten Studiengebühren würde sich eine deutliche Mehrheit finden", so Wößmann.

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Dazu passt, dass nach Ansicht der meisten Deutschen Arbeitgeber und Staat mehr für Fort- und Weiterbildung ausgeben, nicht aber die Arbeitnehmer selbst. Diese Meinung erstreckt sich leider auf alle Bildungsbereiche: Zahlen sollen immer die anderen. Wenn nämlich die Steuern erhöht werden müssten, sind die Forderungen nach kostenlosem Studium und Kindergarten sowie mehr Geld für staatliche Schulen auf einmal vergessen und von Reformen und mehr Förderung war nie die Rede. Dabei sind nahezu alle Deutschen der Meinung, dass gute Schülerleistungen für den zukünftigen Wohlstand des Landes wichtig sind. Scheint so, als müsse man sich einmal darüber klar werden, dass es für weniger Geld nicht mehr Bildung geben wird.

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