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Josef Kraus kritisiert Helikopter-Eltern In Elternhäusern grassiert der Förderwahn

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Pseudoreligiöse Thesen von Hirnforscher Gerald Hüther

Was wirklich hinter Lernmythen steckt
Bloß nicht mit den Fingern rechnen Quelle: Fotolia
Eine Lehrerin schreibt mit Kreide an die Tafel Quelle: dpa
Schüler mit dem Smartphone auf dem Schulhof Quelle: dpa
Fehler helfen beim LernenWer sich beim Lernen häufig verhaspelt und die Lösung raten muss, lernt trotzdem was. Eine kanadische Studie hat gezeigt, dass die Gedächtnisleistung sogar von den Fehlern profitiert. Dies gilt allerdings nur, wenn die Raterei nicht völlig ins Kraut schießt, sondern nur knapp an der richtigen Lösung vorbei ist. Wer häufig fast richtige Vermutungen anstellt, dem helfen diese wie kleine Brücken beim Erinnern an die korrekte Information. Diesen Vorteil konnten die Forscher sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Probanden feststellen. Wer sich selbst herantastet, profitiert davon also mehr, als wenn ihm die richtige Antwort vorgesagt wird. Quelle: Fotolia
Texte wiederholt zu lesen, heißt viel zu lernen Quelle: dpa
Gelerntes erzählen, hilft es sich zu merken Quelle: AP
Hochbegabte sind LernüberfliegerWer einen ungewöhnlich hohen IQ hat, ist in der Schule noch lange kein Überflieger. Weil viele Hochbegabte in der Schule unterfordert sind, markieren sie den Klassenclown und bekommen entsprechend schlechte Noten. Quelle: Fotolia

Rebelliert so ein Kind nicht gegen seine überbehütenden Eltern? Ist ihm das nicht peinlich?

Für die Kinder ist es natürlich sehr bequem, immer alle Probleme aus dem Weg geräumt zu bekommen. Manche, die sogenannten Boomerang Kids, kehren nach dem Studium sogar wieder ins Hotel Mama zurück. Aber ich beobachte auch, dass es vielen Kindern ab einem gewissen Alter peinlich ist, wenn Mama laufend in die Schule kommt. Ich habe schon einen Schüler erlebt, der zu mir kam und sagte: Herr Kraus, ich weiß dass mein Vater sich bei Ihnen beschwert hat, bitte nehmen Sie das nicht so ernst.

Werden aus den Kindern von Helikopter-Eltern selbst Helikopter-Eltern?

Grundsätzlich gibt es das Phänomen, dass sich Erziehungspraktiken über Generationen vererben. Die Erziehung, die man selbst genoss, hat oft Modellcharakter. Ich schätze, dass 60 oder 70 Prozent so erziehen, wie sie selbst erzogen wurden. Es wird viel davon abhängen, wie die Bildungsdebatte in den nächsten Jahren und Jahrzehnten abläuft. Wenn sie weiter von der OECD, den Bildungsökonomen und Hirnforschern geprägt bleibt, dann befürchte ich, dass das Phänomen Helikopter-Eltern noch zunehmen wird. Dann werden wir eine unmündige Generation bekommen, die das Risiko, also auch das Unternehmertum scheut. Ich glaube, dass der Rückgang des Wunsches nach wirtschaftlicher Selbständigkeit auch mit überbehütender Erziehung zu tun hat.

Stichwort Hirnforscher. Mit einigen gehen Sie in Ihrem Buch hart ins Gericht.

Das individuelle Gehirn ist so komplex, dass sich die simplen Antworten verbieten, die Gerald Hüther oder Manfred Spitzer verbreiten. Mich stört, wie Hüther mit seinen pseudoreligiösen Theorien herumgereicht wird, als ob er die Bildung neu erfunden hätte. Die wenigsten seiner Zuhörer wissen, dass er seine angeblichen Erkenntnisse mit Laborratten gewonnen hat. Die Hirnforschung ist weit, weit davon entfernt, Lehrern und Eltern sagen zu können: Ihr müsst diesen oder jenen Knopf drücken, dann kommt dieses oder jenes Ergebnis heraus. Gott sei Dank. Sonst bedeutete das ja, dass der Mensch total manipulierbar ist. Wenn sich Hirnforscher seriös mit Bildungsfragen befassen, kommen sie zum Ergebnis, dass bestimmte Erziehungsgrundsätze, die wir seit Jahrzehnten und Jahrhunderten kennen, nicht so falsch sind.

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