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Karriere Bachelor oder Master – lohnt sich ein höherer Abschluss wirklich?

Gehaltsunterschiede zwischen Bachelor und Master Quelle: dpa

Für einen Masterabschluss müssen Studenten meist noch einmal zwei Jahre länger an einer Hochschule studieren. Doch das lohnt sich am Ende, wie eine Gehaltsstudie zeigt.

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Durchgemachte Nächte zum Lernen, an mehreren Hausarbeiten parallel arbeiten oder zwei Klausuren an einem Tag hintereinander wegschreiben – Studenten kennen solche Szenarien. Ist der Bachelorabschluss nach drei Jahren (sechs Semester) geschafft, stehen Absolventen vor der einen entscheidenden Frage: Soll ich noch einen Master machen oder nicht?

Nicht zuletzt pauken Studenten für ihren Abschluss auch in der Hoffnung, später mehr zu verdienen. Dass sich ein Studium lohnt, kann Andre Schaefer von Stepstone bestätigen. „Ein Hochschulabschluss hat noch immer einen signifikanten Einfluss darauf, wieviel Berufsanfänger bei ihrem Jobeinstieg verdienen“, so sein Fazit. In einigen Berufen und Branchen gibt es gravierende Unterschiede beim Gehalt zwischen Bachelor- und Masterabsolventen.

Soll ich einen Master dranhängen?

Jeder der 2,8 Millionen Studenten an deutschen Hochschulen hat sich das mitunter einmal gefragt. Die Entscheidung zwischen einem Jobeinstieg nach dem Bachelor oder dem nächsthöheren Hochschulabschluss will wohlüberlegt sein. Ein paar Zahlen machen das deutlich.

Für den Gehaltsreport 2018 für Hochschulabsolventen hat das Online-Jobportal Stepstone von 12.000 Berufseinsteigern mit einem Hochschulabschluss und maximal zwei Jahren Praxiserfahrung die jährlichen Bruttogehälter ausgewertet. Der Studie zufolge verdienen Akademiker beim Eintritt ins Berufsleben durchschnittlich 44.310 Euro brutto.

Wer nach dem Bachelorabschluss in die Berufswelt wechselt, muss allerdings mit weniger Gehalt rechnen. Sie verdienen zunächst fast viertausend Euro weniger als der Durchschnitt, nämlich 40.553 Euro. Wer einen Master (46.199 Euro) gemacht und die zwei weiteren Studienjahre in Kauf genommen hat, verdient als Jobanfänger bis zu 14 Prozent mehr als Mitbewerber mit einem Bachelor. Doch auch andere Aspekte haben auf die Höhe des Gehalts einen Einfluss, wie Schaefer herausstellt. „Die Einkommensunterschiede zwischen den akademischen Graden sind offensichtlich, aber das Bundesland, die Branche und auch die Größe eines Unternehmens sind ebenfalls Einflussfaktoren“.

Auf die Berufsgruppe kommt es an

Hinlänglich bekannt ist die Frage, was der beste Titel ohne Mittel nützt? Stepstone fand unter anderem heraus, dass die Spannweite bei den Einstiegsgehältern zwischen Bachelor- und Masterabsolventen zwischen 3.446 Euro und bis zu 6.768 Euro beträgt.

Bei Personalern, Informatikern und Ingenieuren ist die Differenz verhältnismäßig geringer, als bei anderen Tätigkeitsgruppen. Masteringenieure verdienen im Vergleich zu Kollegen mit einem Bachelor durchschnittlich 3.446 Euro jährlich mehr. Informatiker mit dem niedrigeren Hochschulabschluss steigen mit 42.992 Euro anfangs ein, solche mit Master bekommen 46.853 Euro. Und wer im Personalbereich beispielsweise als Recruiter oder Personalvermittler einsteigt, dem beschert ein Master anfangs unterm Strich rund 4.400 Euro im Jahr mehr. „Mit zunehmender Berufserfahrung hat die Entscheidung, ob ich Personal- und Führungsverantwortung übernehmen möchte, den größten Einfluss auf mein Gehalt“, relativiert Schaefer.

Dennoch ist ein Gehaltsunterschied von über sechseinhalbtausend Euro beim Jobeinstieg beachtlich. Im Vertrieb und Verkauf, Forschung, Kreativ- und Medienberufe gibt es zwischen Bachelor- und Masterabsolventen teils eine Spanne von 6.768 Euro brutto jährlich.

Nicht nur was, sondern auch wo

Auch wer sein Informatik-, Ingenieurs- oder BWL-Studium abgeschlossen hat, sollte sich gut überlegen, in welcher Branche er arbeiten möchte.

Marketingexperten verdienen beispielsweise in der Automobilindustrie, Konsumgüterbranche und in der Unternehmensberatung durchschnittlich 43.000 bis 50.000 Euro. Hingegen sind es bei PR-Agenturen, der Werbe- und Tourismusindustrie oder im Kulturbereich rund 34.000 Euro. Trotz des digitalen Wandels und stetig steigender Technologisierung sind für Informatiker und IT-Experten Branchen wie Logistik und Transport, Telekommunikation und Medien monetär gesehen eher unattraktiv. Zwischen 42.000 und 44.000 Euro wird dort anfangs gezahlt, hingegen bekommen Stepstone zufolge Informatikabsolventen in der Finanz-, Maschinenbau- und Autobranche an die 50.000 Euro Einstiegsgehalt.

BWLer, VWLer und Co. arbeiten mehrheitlich in der Banken- und Finanzbranche, so eine Vermutung im Volksmund. Beim Blick auf die Gehaltsabrechnung lässt sich das nachvollziehen, denn Examinanden wirtschaftswissenschaftlicher Studienfächer steigen bei Banken und Finanzunternehmen durchschnittlich mit 52.619 Euro ein. Im Gegensatz dazu verdienen sie bei Internet- und IT-Firmen mit ca. 40.600 Euro deutlich weniger.

Finanziell lohnt sich ein Masterabschluss der Stepstone-Studie nach allemal, was vielen Studenten die Entscheidungsfindung mitunter erleichtern kann. Und nicht zuletzt läuft es auch auf das Sprichwort hinaus: „Ohne Moos nix los“.

Einstiegsgehälter nach Studiengängen

Knapp 138.000 Studenten haben im vergangenen Jahr den Master an einer deutschen Hochschule gemacht – doch die meisten Masterarbeiten verschwinden nach dem Abschluss auf ewig in der Versenkung. Schade eigentlich. Denn tatsächlich schlummern in vielen Arbeiten wertvolle Ideen – und diese Ideen haben eine Bühne verdient. Deshalb startet die Wirtschaftswoche gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte den Wettbewerb „Supermaster“. Dort können sich ab sofort alle Absolventen bewerben, deren Abschlussarbeit ein wirtschaftsrelevantes Thema behandelte. Alle Informationen auf wiwo.de/supermaster

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