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Karriere Welche Studienfächer sich beim Jobeinstieg auszahlen

Einstiegsgehalt: Welche Studienfächer sich auszahlen Quelle: dpa

Durch einen Hochschulabschluss versprechen sich junge Menschen ein höheres Gehalt. Welche Studiengänge am meisten bringen, zeigt eine Studie.

BWLer studieren ihr Fach entweder als Notlösung, weil der Wunschstudiengang bereits voll war oder weil sie Manager werden wollen. Sozialwissenschaftler sind Träumer im Schlabberpullover und potenzielle Revoluzzer, die es mit dem Einstieg in den Job nicht so eilig haben. IT-Studenten oder Naturwissenschaftler sind Streber, die Tag und Nacht ihre Bücher wälzen oder im Hinterzimmer irgendwelche Experimente durchführen.

So verschieden die Stereotype über Studenten aller Fächer sind, genau so unterschiedlich sind auch ihre Einstiegsgehälter, wenn sie irgendwann von der Universität ins Berufsleben wechseln.
Vor allem junge Menschen studieren, um später im Job mehr zu verdienen. Im Wintersemester 2017/18 zählte das Statistische Bundesamt rund 2,8 Millionen Studierende an deutschen Hochschulen, fast 1,4 Prozent mehr als im Jahr davor. Aber ein Bachelor oder Master in der Tasche bedeutet nicht gleich ein hohes Einstiegsgehalt. Wieviel Akademiker bei ihrem Berufseinstieg verdienen, hängt maßgeblich vom Studiengang ab, wie der Gehaltsreport 2018 für Absolventen des Jobportals Stepstone zeigt.

Grundsatzfrage: Bachelor oder Master?

Nach sechs Semestern Bachelorstudium stellen sich Absolventen oft die Frage: Noch einen Master dranhängen oder nicht doch lieber einen Job suchen? Ein Blick in den Stepstone Gehaltsreport hilft bei der Entscheidung. Für die Studie hat das Online-Jobportal die Bruttogehälter von 12.000 Berufseinsteigern mit einem Hochschulabschluss und maximal zwei Jahren Berufserfahrung ausgewertet. „Wir konnten grundsätzlich einen Unterschied beim Einstiegsgehalt zwischen Bachelor und Master und auch zwischen Frauen und Männern feststellen. Aber Aspekte wie das Bundesland, die Unternehmensgröße und die Branche haben den mit Abstand größten Einfluss auf das Startgehalt“, erklärt André Schaefer von Stepstone.

Bachelorabsolventen verdienen bis zu 14 Prozent weniger als Jobeinsteiger mit einem Master, so die Studie. Durchschnittlich verdient ein Berufsanfänger mit Bacherlorgrad 40.553 Euro brutto, ein Einsteiger mit Masterabschluss hingegen 46.199 Euro. Je nach Branche gibt es gewaltige Unterschiede. Bacheloringenieure, die im Fahrzeugbau oder für Automobilzulieferer arbeiten, erhalten 49.898 Euro brutto. In der Bauindustrie ist das Einstiegsgehalt mit 40.303 Euro brutto unter dem allgemeinen Durchschnitt von 48.123 Euro, die ein Ingenieur durchschnittlich als Jobanfänger verdient. Ein ähnliches Bild präsentiert sich bei den Gehältern von IT-Experten. Absolventen mit einem Master bekommen in der Softwareentwicklung anfangs ein durchschnittliches Bruttogehalt von ca. 46.400 Euro, Bachelorexaminanden dagegen nur knapp 42.400 Euro brutto.

Welche Studiengänge sich auszahlen

Der Rheinländer pflegt zu sagen, er wolle möglichst viel „Cash in de Täsch“, was auf hochdeutsch mit „möglichst viel Geld in der Tasche haben“ übersetzt wird. Für Studenten soll das aber nicht bloß ein Sprichwort sein, sondern sich nach Abschluss des Studiums im Portemonnaie widerspiegeln. Das durchschnittliche Bruttogehalt von Akademikern beträgt laut Stepstone 44.310 Euro. „Durch den demografischen Wandel scheiden erfahrene Mitarbeiter aus Unternehmen aus und gleichzeitig brauchen Firmen wegen des Fachkräftemangels top ausgebildete Leute“, so Schaefer, „für Hochschulabsolventen ist das momentan eine sehr gute Ausgangssituation“. Die drei Studienfächer, mit denen Absolventen ein hohes Einstiegsgehalt erwarten können, sind Stepstone zufolge Medizin und Zahnmedizin (52.668 Euro), Naturwissenschaften (48.812 Euro) und Wirtschaftsingenieurswissenschaften (48.696 Euro). Absolventen wie Ingenieure (47.481 Euro) und Juristen (46.524 Euro) folgen auf Platz vier und fünf. Im Mittelfeld tummeln sich unter anderem Wirtschaftswissenschaftler, Psychologen, Geologen, Mathematiker, Informatiker, Lehrer und Sozialwissenschaftler mit Bruttoeinstiegsgehältern zwischen 36.000 Euro und 46.000 Euro.

Geisteswissenschaftler können der Studie nach beim Berufseinstieg auf nicht allzu üppige Gehälter hoffen. Den drittletzten Platz belegen mit 35.917 Euro Erziehungswissenschaftler, die oft in sozialen Berufen wie Kindergärtner, Sozialarbeiter oder pädagogische Leitung in einer Schule arbeiten. Auf dem vorletzten Platz landen Geisteswissenschaftler diverser Disziplinen wie Theaterwissenschaften, Literaturwissenschaften oder auch Sprachwissenschaften. Mit ca. 35.151 Euro Bruttogehalt können sie durchschnittlich bei ihrem Einstieg in den Beruf rechnen. Das Schlusslicht des Gehaltsreports bilden Geschichts- und Kulturwissenschaftler mit 34.764 Euro Bruttoeinstiegsgehalt, was fast neuntausend Euro unter dem allgemein ermittelten Durchschnitt liegt. „Hinsichtlich des Einstiegsgehalts haben wir teils große Differenzen zwischen Bachelor und Master festgestellt. Im Laufe eines Berufslebens haben aber Faktoren wie die Branche oder Personalverantwortung einen größeren Einfluss auf das Gehalt als die Frage, ob ich einen Bachelor- oder Masterabschluss habe“, fügt Schaefer hinzu. Für Bachelorabsolventen ein kleiner Mutmacher, sich auch auf Stellen mit einem Masterabschluss als Anforderung zu bewerben.

Einstiegsgehälter nach Studiengängen

Knapp 138.000 Studenten haben im vergangenen Jahr den Master an einer deutschen Hochschule gemacht – doch die meisten Masterarbeiten verschwinden nach dem Abschluss auf ewig in der Versenkung. Schade eigentlich. Denn tatsächlich schlummern in vielen Arbeiten wertvolle Ideen – und diese Ideen haben eine Bühne verdient. Deshalb startet die Wirtschaftswoche gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte den Wettbewerb „Supermaster“. Dort können sich ab sofort alle Absolventen bewerben, deren Abschlussarbeit ein wirtschaftsrelevantes Thema behandelte. Alle Informationen auf wiwo.de/supermaster

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