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Keine Bücher Studium zum Discount-Preis

Großbritannien hat die Studiengebühren verdreifacht. Eine Uni bietet Studenten daher ein Sparpaket: Wer sich aus der Bibliothek fernhält, zahlt die Hälfte. Auch in Deutschland trieb der Gebührenwahnsinn skurrile Blüten.

Deutschlands beliebteste Hochschulen
Mehr als 500 Personalverantwortliche der größten deutschen Unternehmen haben die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen erneut zur besten Uni Deutschlands gekürt. Die RWTH landete als einzige Hochschule in vier Kategorien auf dem ersten Platz: Elektrotechnik, Maschinenbau, Naturwissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen. Einzig im Bereich Informatik verdrängte die TU München die Aachener von der Spitzenposition auf Rang drei. Quelle: AP
Im Mittelpunkt des Uni-Rankings stehen neun wirtschaftsnahe Studiengänge. In insgesamt sechs Fächern davon konnte die TU Darmstadt punkten: In Elektrotechnik, Informatik, Naturwissenschaften, Maschinenbau, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen landet sie unter den Top fünf. So viele Spitzenplatzierungen ergattert keine andere Uni. Quelle: TU Darmstadt
Das KIT entstand vor einigen Jahren durch die Fusion der Hochschule mit dem Forschungszentrum Karlsruhe. Die Entscheidung hat sich offenbar gelohnt, denn die Uni schneidet im aktuellen Ranking ebenfalls herausragend ab. Das KIT steht in Informatik auf dem ersten Platz, in Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen auf Rang zwei, in Naturwissenschaften reicht es immerhin noch für den dritten Platz. Quelle: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Bei den Personalern der größten deutschen Unternehmen sind Absolventen der Technischen Universität München ebenfalls begehrt: In der Kategorie Wirtschaftsinformatik steht die TU auf dem ersten Platz, in Informatik und Naturwissenschaften belegt die Hochschule Platz zwei, in Elektrotechnik und Maschinenbau auf Platz vier, im Fach BWL reicht es noch für Platz neun. Quelle: dpa
An der LMU München werden nach Ansicht der Personaler die besten Juristen ausgebildet, hier erhielt die Uni 22,8 Prozent der Stimmen. Im Bereich BWL landet die LMU auf Platz zwei, in Naturwissenschaften und VWL ergattert sie Bronze, in Informatik steht sie auf Platz neun. Quelle: LMU
Die besten Ökonomen werden nach Ansicht der Personalverantwortlichen an der Universität Mannheim ausgebildet. Im Fach Betriebswirtschaftslehre bekommt Mannheim 52,9 Prozent der Stimmen, in Volkswirtschaftslehre ergattert die Uni Mannheim mit 27,4 Prozent ebenfalls den ersten Platz. Quelle: Stefanie Eichler
Auch eine private Hochschule steht hoch im Kurs. Die Absolventen der Hamburger Bucerius Law School haben gute Chancen, einen Job zu finden. Wie im Vorjahr belegt die Hochschule in der Kategorie Jura Rang drei. Quelle: dpa

Im September dieses Jahres wird studieren in Großbritannien richtig teuer: Statt wie vorher 3000 bis 4000 Pfund dürfen die Unis jetzt rund 9000 Pfund pro Jahr verlangen. Das sind deutlich mehr als 10.000 Euro. Zwar müssen die Studenten die Gebühren erst nach ihrem Studium berappen, trotzdem rief die Entscheidung 2010 massive Proteste hervor. Gerade, da die britische Regierung die öffentlichen Zuschüsse für die Unis um 80 Prozent kürzte. Forschung und Lehre sollen nun zu 60 Prozent privat finanziert werden. Das heißt: Die Studenten stopfen das Loch im Etats der Unis.

Reformen gesucht
Die Dekane der Universitäten sehen sich nun nach Reformierungsmöglichkeiten um, damit die Hörsäle nicht leer bleiben. Das Coventry University College hatte dabei eine besondere Idee und bietet ein Studium light.
Die britische Universität offeriert ihren Studenten ab Herbst ein Studium, das mit 4800 Pfund nur knapp die Hälfte kostet. Der Haken: Die Unibibliothek, die IT-Abteilung, die Mensa und der Hochschulsport bleiben den Billigstudenten verschlossen. Wer nur die Hälfte zahlt, bekommt auch nur die Hälfte. Dafür ist die Uni unter der Woche von sieben Uhr morgens bis zehn Uhr abends geöffnet. Auch am Wochenende können die Studenten bis 16 Uhr in ihrer Alma Mater lernen.

Discere et labora - lerne und arbeite

"Life-shaped learning" nennt die Universität ihr Konzept. Der Vorteil daran sei, dass die Studenten nicht nur ihr Studium zum halben Preis bekommen, sondern durch die längeren Öffnungszeiten ihren Nebenjob besser in ihren Alltag integrieren können. "Die Studiengänge sind für Studenten geschaffen, die zu Hause leben und sich auf ihr Studium konzentrieren wollen. Wir gestalten unsere Stundenpläne so, dass sie einen Job haben können", heißt es auf der Homepage der Universität. Die britische Zeitung "The Guardian" vergleicht das Modell mit Billigfliegern, in denen es keinen Service gibt und jeder Koffer extra bezahlt werden muss.

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