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Masterstudenten Deutsche Unis werden immer internationaler

Immer mehr ausländische Studenten kommen nach Deutschland um hier zu studieren. Sie belegen vor allem die naturwissenschaftlichen und technischen Fächer. Doch nach dem Studium legt man den Fachkräften Steine in den Weg.

huGO-BildID: 47087343 ARCHIV - Viele Studenten nehmen am 06.11.2013 am International Day an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) (Brandenburg) teil. Foto: Patrick Pleul/dpa (zu dpa Korr-Bericht

Deutsche Universitäten sind bei ausländischen Studenten beliebt. Noch im Jahr 2012 studierten hierzulande rund 245.000 ausländische Studenten in Deutschland – das waren 11,5 Prozent aller an den Universitäten und Fachhochschulen Eingeschriebenen. Damals hatte sich der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) vorgenommen, die Zahl der Studierenden aus dem Ausland bis zum Jahr 2020 auf 300.000 zuu erhöhen. Denn wer nach Deutschland kommt, um hier zu studieren, belegt meist technische oder naturwissenschaftliche Fächer und gehört damit zu einer heißumkämpften Zielgruppe: Die Absolventen sollen nach dem Studium als Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt gewonnen werden, weil sie das Land und seine Gepflogenheiten schon recht gut kennen und die Sprache beherrschen.

Zumindest ein Ziel ist bislang erreicht: Erstmals gibt es mehr als 300.000 ausländische Studierende in Deutschland - und das schon fünf Jahre früher als gedacht. 301.350 Ausländer waren vergangenes Jahr an deutschen Hochschulen eingeschrieben, wie die Publikation "Wissenschaft Weltoffen 2015" vom DAAD und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zeigt. Nach den USA und Großbritannien ist Deutschland für ausländische Studierende inzwischen das beliebteste Gastland. "Jeder neunte Studierende in Deutschland stammt inzwischen aus dem Ausland, Tendenz weiter steigend. Einen besseren Beweis für die internationale Anziehungskraft unserer Hochschulen gibt es kaum", freut sich Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

Natürlich denkt auch sie daran, was die ausländischen Absolventen nach ihrem Studium tun. Schließlich kommen besonders viele Studierende hierher, um Ingenieurswissenschaften zustudieren, deren Absolventen hierzulande so händeringend gesucht werden. Auch die Zahl der internationalen Masterstudierenden hat sich seit 2008 mehr als verdreifacht und liegt aktuell bei 67.000. Einen Abschluss machen 91 Prozent der ausländischen Studierenden - und 60 Prozent wollen nach ihrem Abschluss auch in Deutschland bleiben, zumindest für eine gewisse Zeit. Von den ausländischen Ingenieuren profitiert also auch die Wirtschaft. "Die weltweite Mobilität fördert nicht nur den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch, wir möchten auch gute Fachkräfte für uns gewinnen. Wir brauchen die besten Köpfe von überall her, um unsere Innovationskraft zu erhalten und den demografischen Wandel zu meistern", fasst Wanka zusammen.

Bei der Integration hapert es

Doch obwohl die Internationalität an deutschen Hochschulen stetig zunimmt, gibt es noch Schwierigkeiten bei der Integration der ausländischen Studierenden in den Alltag rund um die Hochschule. Wie Befragungsergebnisse zeigen, fühlt sich nur rund die Hälfte der ausländischen Studierenden in das soziale Leben außerhalb der Hochschule gut integriert, insbesondere der Kontakt zu deutschen Studierenden bereitet offenbar Schwierigkeiten.

Was Studenten aus anderen Ländern wollen

Doch es bleibt nicht nur bei Schwierigkeiten mit Anschluss aufs Unipartys. Eine Studie des Forschungsbereichs beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) zeigt, dass den ausländischen Studenten bei Jobsuche Steine in den Weg gelegt werden.

Demnach sei ein Drittel der Akademiker nach dem Abschluss mindestens ein Jahr auf Jobsuche, 11,6 Prozent finden überhaupt keinen Job und 9,4 Prozent finden nur eine Teilzeit-Stelle. Weitere neun Prozent arbeiten in Jobs, für die sie überqualifiziert sind. "Sowohl der internationale Vergleich als auch der Blick in die Bundesländer verdeutlicht, dass der erfolgreiche Berufseinstieg internationaler Studierender noch zu häufig von Gelegenheitsstrukturen und ‚Zufallsbekanntschaften‘abhängt", heißt es in der Studie. Besonders schlecht stünden die Chancen ausländischer Studenten in den ostdeutschen Bundesländern: "Internationale Studierende in den ostdeutschen Ländern berichten punktuell, dass sie sich als ‚Außenseiter‘ fühlen oder aufgrund ihrer Herkunft direkt diskriminiert werden." Außerdem träfen die bleibewilligen Absolventen häufiger auf zurückhaltende Unternehmen als in den alten Bundesländern im Westen und vor allem in Süddeutschland.

Entsprechend versuchen Kommunalpolitik und Verwaltung an knapp sechs von zehn Hochschulstandorten in den ostdeutschen Ländern, die vor Ort ansässigen Unternehmen sowie außerhochschulische Forschungseinrichtungen und Hochschulen davon zu überzeugen, mehr internationale Studierende nach ihrem Abschluss in der Region zu halten. Doch die Bilanz ist eher durchwachsen.

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Entsprechend bleiben letztlich nur 44 Prozent der ausländischen Studenten nach ihrem Abschluss in Deutschland, wie der „Hochschul-Bildungs-Report“ vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der Unternehmensberatung McKinsey zeigt."Deutschland ist ein Bildungstransitland. Wir investieren viel Geld in ausländische Studierende, tun aber zu wenig, um diese erfolgreich zum Studienabschluss zu führen und sie zum Verbleib in Deutschland zu motivieren", sagte der stellvertretende Generalsekretär des Stifterverbandes, Volker Meyer-Guckel. Der Handlungsbedarf sei dringend, da aktuellen Prognosen zufolge im Jahr 2025 vier von zehn Studienanfängern einen ausländischen Pass hätten.

Um die Hochqualifizierten beim Übergang in den deutschen Arbeitsmarkt systematisch zu begleiten, müssen Hochschulen, Arbeitgeber, Politik und Verwaltung ihre Unterstützungsangebote stärker an den Bedarfen internationaler Studierender ausrichten und in einem kooperativen regionalen Übergangsmanagement nachhaltig etablieren. Entsprechend fordert auch der SVR, mehr bedarfsgerechte Unterstützung für internationale Studierende. Doch dafür brauche man nicht nur Geld, sondern auch engagierte Hochschulen, aufgeschlossene Arbeitgeber und einen Staat, der die gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen dafür schafft.

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