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MBA Die Zukunftspläne der Mannheim Business School

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Wie denn?

Wir haben zum Beispiel in unseren MBA-Programmen soziale Verantwortung fest im Ausbildungsplan verankert. Wir versuchen, den Studierenden in umfassenden sozialen Projekten oder in Ethikkursen das nötige Rüstzeug für verantwortungsvolles Handeln mitzugeben – und wir sind davon überzeugt, dass dies einen wichtigen Beitrag dazu leistet, dass sie sich im Berufsleben entsprechend verhalten werden.

Dennoch gelten die amerikanischen Business Schools immer noch als das Nonplusultra in der MBA-Landschaft.

Natürlich gibt es Bereiche, in denen die US-amerikanischen Business Schools uns weit voraus sind – etwa in Bezug auf die Unternehmenskontakte oder die Stärke der Absolventenvereine. Aber es war auch nie unser Ziel, in Mannheim ein deutsches Harvard zu etablieren.

Warum nicht?

Dafür müssten wir die Teilnehmerzahlen der MBA-Jahrgänge etwa verzehnfachen. Das ist erstens utopisch und zweitens auch nicht zielführend. Wir haben mittlerweile etwa 60 Studierende pro Vollzeit-MBA-Jahrgang und auch volle Klassen im EMBA. Damit sind wir zwar im internationalen Vergleich verhältnismäßig klein, aber durchaus konkurrenzfähig.

Welche Ziele haben Sie sich für die nähere Zukunft gesetzt?

Wir wollen uns langfristig in den Top 25 weltweit etablieren. In den Ranglisten sind wir fast dort angekommen. Es ist aber schwieriger, ein hohes Niveau langfristig zu halten. In Europa wollen wir unter die Top 10. Beide Ziele halte ich für realistisch. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass unsere personellen und finanziellen Ressourcen begrenzt sind. In puncto Finanzkraft sind uns die führenden Schulen in den USA und Großbritannien weit voraus.

Wie stark ist die Konkurrenz aus China auf dem MBA-Markt?

Wir beobachten die Region nicht zuletzt aufgrund unseres neuen EMBA-Programms mit der Tongji-Universität in Shanghai. Wie im gesamten Wirtschaftsleben verzeichnet Asien auch im Bereich der Management-Ausbildung ein starkes Wachstum. Eine Reihe von Anbietern, vor allem aus China, Indien und Singapur, wird schon bald international eine wichtige Rolle spielen.

Sie müssen also noch mehr Konkurrenten im Auge behalten, wenn Sie im November das Präsidentenamt übernehmen. Werden Sie Ihren Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsprüfung dann abgeben?

Nein. Ich habe darüber auch mit Christian Homburg gesprochen, der seinen Lehrstuhl während seiner Präsidentschaft ebenfalls behalten hat. Wir sind uns einig, dass die Mannheim Business School davon profitiert, wenn der Chef einer solchen Einrichtung auch weiterhin in der Wissenschaft aktiv ist – denn genau hierbei handelt es sich um einen wichtigen Wettbewerbsvorteil der MBS: Die Fakultät ist sowohl in der Forschung als auch in der Lehre stark.

Wird sich Ihr Arbeitspensum ab November verdoppeln?

Vermutlich, aber das sehe ich nicht als Problem. Ich bin vor einigen Monaten 40 geworden. Es gibt Studien, die belegen, dass man den Zenit seiner beruflichen Leistungsfähigkeit zwischen 40 und 47 Jahren erreicht. Von daher gehe ich die Doppelbelastung entspannt an. Hauptsache, beide Jobs machen Spaß, und davon gehe ich fest aus.

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