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Nebenjobs Wo Studenten am besten verdienen können

Studentenjobs Quelle: imago images

Viele Studierende müssen zwischen Vorlesungen und Klausuren noch Geld verdienen. Eine Studie zeigt: Wer es geschickt anstellt, kann beachtliche Stundenlöhne kassieren. Doch viele junge Leute schätzen Flexibilität mehr.

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Studenten haben in der Regel wenig Geld: Für die Miete eines WG-Zimmers müssen sie in vielen Städten Hunderte Euro monatlich berappen, hinzu kommen Lebenshaltungskosten, Laptop und Co. sowie mitunter kostspieliges Lernmaterial. Ob Bafög oder Elternunterhalt: Für viele der drei Millionen Studierenden in Deutschland reicht das nicht und sie müssen zusätzlich zu ihrem Studium mit einem Nebenjob Geld in die Kasse bringen. Doch das muss nicht der klassische Kellnerjob sein.

Der auf Studenten spezialisierte Personaldienstleister Studitemps hat in einem Projekt mit der Universität Maastricht nun ausgewertet, in welchen Städten und Branchen die besten Stundenlöhne winken – und welche Fähigkeiten Studierende hierfür mitbringen sollten. Grundlage sind 12.000 Stellenangebote auf der Plattform zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2019. Gleichzeitig wurde auch ermittelt, welche Jobs unter Studierenden am beliebtesten sind.

Schon einmal vorweg: Die besten Chancen auf einen hohen Stundenlohn haben diejenigen, die sich mit Softwareentwicklung und Programmieren auskennen – hier winken bis zu 30 Euro schnell verdientes Taschengeld in der Stunde. Der Durchschnittswert liegt bei 15,23 Euro in diesem Bereich. Doch auch beim Kellnern sind mittlerweile 9,50 bis 12,50 Euro möglich – der Studie zufolge sind die Stundenlöhne bei Studentenjobs seit 2014 um 22 Prozent gestiegen von 9,23 Euro auf durchschnittlich 11,29 Euro.

Was ein selbstverdienter Euro wert ist, hängt natürlich stark vom Studienort ab. Wie eine von der WirtschaftsWoche beauftragte Studie aus dem August 2018 zeigt, ist München die mit Abstand teuerste Stadt zum Studieren, allein fürs Wohnen gehen mehr als 17 Euro pro Quadratmeter drauf – und das ist nur die Kaltmiete. Da tröstet es wohl wenig, dass Studierende in München mit durchschnittlich 12,08 Euro deutschlandweit auch am besten verdienen. Ähnlich sieht es in Hamburg, Frankfurt und Stuttgart aus. Immerhin: Die Studie von Studitemps zeigt wiederum, dass ebendiese Städte gleichzeitig hohe Stundenlöhne aufweisen. In Hamburg sind es 11,86 Euro, in Frankfurt 11,80 Euro und in Stuttgart 11,54 Euro.

Legt man die beiden Studien nebeneinander, erweisen sich in Sachen Miete versus Stundenlohn die Städte Wuppertal, Essen, Duisburg, Leipzig und Bochum als vorteilhaft: Guter durchschnittlicher Verdienst trifft hier auf günstige Mieten. Wuppertal etwa ist bei Studitemps auf Platz 5 mit einem Stundenlohn von 11,80 Euro, Essen folgt mit 11,79 Euro. In Leipzig und Bochum verdienen Studenten immerhin knapp über 11 Euro pro Stunde, während die Städte gleichzeitig nicht für Wuchermieten bekannt sind.

Durchschnittlicher Stundenlohn

Städtevergleich

Unabhängig von der jeweiligen Stadt ist ein Nebenjob als Entwickler oder Programmierer besonders effizient mit Stundenlöhnen zwischen 10 und 30 Euro. 15 Euro sind einem Software-Tester nahezu sicher. Das ist auch der Job mit dem besten Lohn bei gleichzeitig bester Aussicht auf Einstellung: Auf ein Angebot kommen durchschnittlich zwei Bewerbungen. Lukrativ ist auch eine Tätigkeit als sozialer Betreuer (11 bis 16,27 Euro). Ein Job im IT-Support bringt durchschnittlich 13 Euro und punktuell sogar bis zu 24 Euro pro Stunde ein.

Doch was wollen eigentlich die angehenden Akademiker tun, um ihr Konto aufzufüllen? Klassische Nebenjobs, die wenig Vorkenntnisse erfordern, sind etwa die im Call-Center (11,70 Euro), Interviewer (11,56 Euro), Promoter (11,51 Euro), Messe- und Eventaushilfe (11,42 Euro), Warenverräumer und Verkaufsaushilfe (10,71 Euro), Kellner und Barkeeper (10,65 Euro) oder Inventurhilfe (10,38 Euro). Diese nicht immer super bezahlten Jobs gehören – womöglich aufgrund ihrer Bekanntheit und flexiblen Einsatzmöglichkeiten – zu den am meisten nachgefragten.

Bezahlung und Bewerbung

Löhne Städte

Die meisten Bewerbungen pro Ausschreibung erhalten tatsächlich Jobs im Bereich Logistikhilfe / Kommissionierung – nämlich 61. Dahinter kommen Empfangsaushilfe, Call-Center Agent, Auslieferungsfahrer, Recruiter, Designer und Inventurhilfe. Wie oben gezeigt, sind das nicht ausnahmslos die am besten bezahlten. „Vielen Studierenden kommt es auf Flexibilität an. In der Logistik, als Fahrer oder im Call-Center können Schichten kurzfristig geplant werden. Außerdem ist die Arbeit auch am Wochenende oder abends möglich – also dann, wenn gerade keine Vorlesung ist. Für uns überraschend: Studenten schätzen beispielsweise in der Logistik die körperliche Arbeit als guten Ausgleich zum ständigen Lernen”, erklärt Studitemps-Geschäftsführer Eckhard Köhn die unterschiedliche Nachfrage.

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Mehr zum Thema: Welche Arbeitgeber bei Absolventen am besten ankommen erfahren Sie im exklusiven Arbeitgeberranking 2019 der WirtschaftsWoche

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