Präsident der Hochschulrektorenkonferenz Hippler sieht freie Forschung und Lehre durch TTIP gefährdet

Exklusiv

Mit dem geplanten Freihandelsabkommen TTIP könnten Unternehmen auch Einfluss auf Bildungsinhalte an Hochschulen nehmen.

Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, und Christian Kreiß, Professor für Finanzierung an der Hochschule Aalen. Quelle: Dominik Butzmann für WirtschaftsWoche

Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, sieht die Freiheit von Forschung und Lehre durch das geplante Freihandelsabkommen TTIP gefährdet. Der WirtschaftsWoche sagte er, dass Unternehmen mit dem geplanten Abkommen könnten massiv Einfluss auf Bildungs- und Forschungsinhalte an deutschen Hochschulen nehmen könnten. Fraglich sei, ob Bildung und Kultur eine hoheitliche Aufgabe von Staat und Gesellschaft, wie bisher in Deutschland üblich blieben oder ob sie, wie in den USA, als Wirtschaftsgut betrachtet würden. „Bei den Verhandlungen mit Kanada wurden Bildung und Kultur ausgenommen, bei denen mit den USA sind sie aber noch dabei“, sagte Hippler der WirtschaftsWoche. Er fügte hinzu: „Dann könnte die Industrie tatsächlich unguten Einfluss gewinnen. Die öffentliche Hand würde die Finanzierung der allgemeinen Bildung zurückfahren. US-Unternehmen könnten hier Universitäten gründen und im Zweifelsfall sogar Zuwendungen vom Staat verlangen. Spätestens dann müssten wir Studiengebühren einführen.“

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