Semesterbeginn Hier scheint die Wohnungssuche aussichtslos

Viele Erstsemester-Studenten und Uniwechsler suchen noch die passende Unterkunft. In welchen Städten das besonders schwierig ist, zeigt eine exklusive Studie für die WirtschaftsWoche.

Wie schwierig wird die Wohnungssuche?
DarmstadtIn Darmstadt ist die Wohnungssuche für Studierende besonders schwierig. Nur in Hamburg, München und Frankfurt ist der studentische Wohnungsmarkt noch angespannter. Mehr als 38.000 Studenten stehen weniger als 3000 öffentliche Wohnheimplätze zur Verfügung. Der Rest muss sich also am regulären Wohnungsmarkt umgucken. Allerdings gibt es kaum freie Wohnungen. Zudem  sind diese meist mit durchschnittlich 8,50 Euro pro Quadratmeter sehr teuer. Da die Bevölkerung in der südhessischen Stadt in den nächsten Jahren wachsen dürfte, wird die Wohnsituation angespannt bleiben. Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Blick auf Erlangen Quelle: GNU
Die Porta Nigra in Trier Quelle: dpa/dpaweb
Zwei Frauen sonnen sich am Donauufer in Regensburg Quelle: dpa
Konstanz Quelle: AlterVista
Das Babelsberger Schloss in Potsdam Quelle: dapd
Blick auf das Neue Schloss (l) und den Campusbereich Zeughaus der Justus-Liebeig-Universität in Gießen Quelle: dpa

Wer jetzt noch nicht weiß, wo es zum Wintersemester hingeht, wird es in den nächsten Tagen erfahren. Die Unis schicken die Briefe mit frohen Botschaften und schlechten Nachrichten raus. Damit ist das Zittern um den Studienplatz zwar vorbei, aber der Stress geht erst richtig los: Will ich alleine wohnen oder doch lieber mit Kommilitonen zusammen? Wie finde ich die passende Wohnung und was kostet sie? Worauf muss ich im Mietvertrag achten? Fragen über Fragen, die sich tausende junge Menschen dieser Tage zum ersten Mal in ihrem Leben stellen.

Und die Entscheidung hat nicht ewig Zeit. Wer zu spät dran ist, dem kann Abenteuerliches blühen. Feldbetten in Hamburger Turnhallen, Wohnwägen auf Campingplätzen in Jena oder drei Euro pro Nacht für eine Couch in einer Trierer Studenten-WG. Das alles haben Studienanfänger schon erlebt, wenn sie nicht schnell genug waren. Und die Situation wird zu diesem Semesterstart nicht besser. Gleich aus fünf Bundesländern strömen die doppelten Abiturjahrgänge an die Hochschulen. Und sie alle müssen sich entscheiden.

Die Auf- und Absteiger unter Deutschlands Unis
Studenten auf dem Campus der Uni Bamberg Quelle: gms
Zwei Studentinnen in der Universitätsbibliothek Tübingen Quelle: dpa
Die Teams der Fachhochschule Offenburg, der Hochschule Merseburg un der TU Chemnitz beim 22. Shell Eco-Marathon. Quelle: obs
Studenten auf einer Wiese des Campus Münster Quelle: Pressebild
Studenten der Universität Duisburg/Essen verfolgen im großen Saal des Essener Multiplex-Kinos eine Vorlesung Quelle: dpa
Forscher der Berliner TU arbeiten mit Kollegen aus Spanien und den Niederlanden an einem Projekt, das auch in Gebieten extremer Dürre fruchtbares Wachstum verspricht Quelle: dpa/dpaweb
Vor dem Schriftzug "Universitaet" befindet sich ein Denkmal für Alexander von Humboldt vor dem Eingang der nach ihm benannten Universität in Berlin Quelle: dpa/dpaweb

Wohnheim, Wohnung oder WG

Im Prinzip gibt es drei Möglichkeiten: Studentenwohnheim, eigenes Appartement oder Wohngemeinschaft. In Wohnheimen leben etwa elf Prozent der Studierenden. Unterschlupfe gibt es dort in den verschiedensten Varianten: Von Einzelzimmern mit Gemeinschaftsbad und –küche über  Einzimmerappartements bis hin zu Mehrzimmer-Wohnungen. Alles möbliert oder unmöbliert. Meist befinden sich diese Wohnkomplexe in der Nähe der Hochschule und werden vom jeweiligen Studentenwerk verwaltet.

Auf deren Webseite können sich Interessierte die Unterbringungen genauer anschauen und sich meist auch online direkt auf ein Zimmer bewerben. Doch das ist nicht immer einfach, denn die Plätze sind heiß begehrt. In Münster zum Beispiel warten Studenten je nach Wohnheim zwischen zwei Monaten und 3 Jahren auf einen Platz in der Wunschunterbringung. Auch das Berliner Studentenwerk hat derzeit keine Plätze frei. Anderswo sieht es besser aus. In Dresden zum Beispiel sind momentan über 100 Zimmer nicht belegt.

Variierende Mieten

Auf der Seite des Mannheimer Studentenwerks heißt es, es seien zwar noch Plätze frei, aber man „sollte sich auf jeden Fall nach Alternativen umsehen“. Doch die sind meist teurer. Wohnheime sind nach wie vor die günstigste Möglichkeit zu wohnen. 2009 bezahlten Studenten durchschnittlich 222 Euro für einen Wohnheimplatz. Die eigene Wohnung war mit im Schnitt 341 Euro am teuersten.

Von Stadt zu Stadt und je nach Lage variieren die Mieten stark. Eine Erhebung der Immobilienberatung Savills, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt, zeigt wo es für Studenten derzeit am schwierigsten beziehungsweise am einfachsten ist, eine geeignete Wohnung für wenig Geld zu finden. In Frankfurt am Main ist die Lage am Wohnungsmarkt besonders angespannt. Die Mietbelastung ist um 30 Prozent höher als im Bundesschnitt. Hinzu kommt, dass nur wenige Wohnungen leer stehen und im Verhältnis zu den Studenten kaum Wohnheimplätze angeboten werden.

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