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Studieren im Ausland So wird das Auslandsstudium nicht zur Kostenfalle

Ein Studienaufenthalt im Ausland macht sich gut im Lebenslauf und erweitert den Erfahrungshorizont. Mit diesen Förderprogrammen klappt auch die Finanzierung.

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Studenten Quelle: dpa

Eine neue Sprache lernen oder vertiefen, an einer renommierten Fakultät studieren und nebenbei fremde Bräuche und Freunde aus aller Welt kennenlernen – studieren im Ausland macht Spaß, prägt die Persönlichkeit und sieht gut aus im Lebenslauf. Studenten, die einige Zeit im Ausland verbracht haben, sind außerdem auch später im Job öfter international tätig – das zeigt die letzte Absolventenbefragung des Hochschul-Informations-System (HIS).

Doch studieren im Ausland bedeutet meist auch: hohe Studiengebühren, Lebenshaltungs- und Reisekosten. Wer Europa verlässt, muss oft ein Visum (für die USA zwischen 100 und 200 US-Dollar) beantragen und viel Geld für einen Sprachnachweis hinblättern. Der wohl bekannteste Nachweis für englische Sprachkenntnisse ist der Toefl-Test – und der ist nicht billig. In Deutschland kostet die Teilnahme 240 Dollar. Wer in die USA will muss zudem die sogenannte SEVIS-Gebühr (Student and Exchange Visitor Program) überweisen. Das macht nochmal rund 200 US-Dollar. Wer soll das alles bezahlen?

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hilft bei der Finanzierung. Für das sogenannte Jahresstipendium können sich Studenten aller Fachrichtungen bewerben. Das Stipendium finanziert ein Studienjahr; Bewerber müssen allerdings bereits mehrere Semester hinter sich gebracht haben. Die Höhe der Förderung unterscheidet sich je nach Land und liegt zwischen 600 und 1000 Euro. Wer etwa in die USA geht, erhält monatlich 925 Euro, in Argentinien gibt es 800 Euro, in Frankreich 725 Euro. Die DAAD-Tabelle zu den Stipendiensätzen schlüsselt die Förderhöhe nach einzelnen Länder auf.

Wer geht wohin?

Studenten, die einen kürzeren Auslandsaufenthalt planen, sollten sich das Stipendium Promos - auch ein Finanzierungsprogramm des DAAD, näher ansehen. Das Programm fördert Studien-, Praxis- und Sprachaufenthalte, die bis zu sechs Monate dauern. Übernommen werden Reisekosten, Kursentgelte, Pauschalen für Studiengebühren und Zuschüsse zu den Aufenthaltskosten. Studenten bewerben sich direkt bei ihrer Hochschule – diese vergibt die Stipendien.

Das Erasmus-Stipendium ist wohl der einfachste Weg ins Ausland zu gehen – und der beliebteste. Nie zuvor haben so viele deutsche Studenten am Austauschprogramm der Europäischen Union teilgenommen, wie im vergangenen Jahr. Der DAAD zählte im Hochschuljahr 2012/2013 rund 35.000 Studenten, die mit Erasmus einen Teil ihres Studiums verbracht oder ein Praktikum im europäischen Ausland absolviert haben. Das beliebteste EU-Land unter deutschen Studenten ist Spanien, gefolgt von Frankreich und Großbritannien.

Fulbright und Auslands-Bafög

Erasmus-Stipendiaten gehen für einen Zeitraum von drei Monaten bis zu einem Jahr an eine Partnerhochschule in einem EU-Land, oder in einem anderen am Programm beteiligten Staat (Norwegen, Island, Liechtenstein, Türkei, Schweiz und Kroatien). Partnerhochschulen sind all jene Unis, mit der die Alma Mater eine Kooperationsvereinbarung hat. Die Studiengebühren fallen weg und die im Ausland erbrachten Studienleistungen werden dank des European Credit Transfer Systems anerkannt. Pro Monat erhalten die Stipendiaten außerdem einen Zuschuss von rund 300 Euro. Bewerbungen nehmen die Erasmus-Koordinatoren an der jeweiligen Universität entgegen. Für die Erasmus-Förderung können sich alle Studenten bewerben, die bereits das erste Studienjahr abgeschlossen haben.

Einige Fördermittel werden länderbezogen vergeben. Das wohl bekannteste ist das begehrte Fulbright-Stipendium für die USA. Über die Vergabe der Stipendien entscheidet die Fulbright Kommission - eine Art amerikanischer DAAD. Das Bewerbungsverfahren ist zwar aufwendig: Bewerber müssen an der Universität mindestens vier Semester studiert haben (an der Fachhochschule zwei) und herausragende Studienleistungen, eine fundierte Allgemeinbildung, gesellschaftliches Engagement und gute Sprachkenntnisse (mindestens 89 Punkte im Toefl-Test) vorweisen. Außerdem sollen Interessierte zwei Empfehlungsschreiben von Hochschullehrern einreichen. Wer mit diesen Bewerbungsunterlagen überzeugt, muss sich zuletzt noch vor der Kommission beweisen.

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Doch der Aufwand lohnt sich: Die Fulbright-Stipendiaten studieren an einer US- Hochschule kostenfrei. Fulbright zahlt auch für Lebenshaltungskosten, Reise, Versicherung und Sprachtests. Außerdem können sich die Studenten anschließend in die Liste prominenter Fulbright-Stipendiaten einreihen und dem Alumni-Verein beitreten – schon Ex-Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert ist mit Fulbright die USA gereist.

Auch das Auslandsbafög kann die Finanzierung stemmen. Wegen der erhöhten Lebenshaltungskosten können auch Studenten, die sonst nicht BAföG berechtigt sind, die Finanzspritze beantragen. Wie im Inland richtet sich die Bemessungsgrenze nach dem Einkommen der Eltern. Zusätzlich zu dem Sockelbetrag und dem Auslandszuschlag, der an die Lebenshaltungskosten im Gastland angeglichen ist, können Studiengebühren bis 4.600 Euro erstattet werden.
Das Auslandsbafög kann auch mit anderen öffentlichen Fördermitteln kombiniert werden.

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