Studierendensurvey Man studiert, um später gut zu arbeiten

Junge Menschen bewerten das Studium vor allem mit Blick auf das, was danach kommt. Die Erwartungen an den Nutzwert nehmen zu, wie der aktuelle Studierendensurvey zeigt.

Johanna Wanka (CDU), Bundesbildungsministerin, stellte heute in Berlin die Ergebnisse des 12. Studierendensurvey vor. Quelle: dpa

Studenten in Deutschland erwarten von ihrem Studium, dass es ihnen einen sicheren Arbeitsplatz verschafft und ein möglichst hohes Einkommen. Politik interessiert sie dagegen immer weniger. Das zeigt der 12. Studierendensurvey, den Bundesbildungsministerin Johanna Wanka heute in Berlin vorstellte. Die Untersuchung beruht auf der Befragung von rund 5000 Studenten an 25 Hochschulen im vergangenen Jahr und wird seit den frühen 1980er Jahren durchgeführt.

Der Mehrheit der Studenten zeigt sich mit der Situation an den Hochschulen anscheinend zufrieden. 73 Prozent der Befragten gaben an, gerne zu studieren. Die Qualität der Lehre und des Lehrangebots bewerten die Studenten mit großer Mehrheit besser als ihre Vorgänger. So beurteilten etwa 67 Prozent der Befragten Aufbau und Struktur ihres Studiengangs positiv, 2001 taten dies nur 54 Prozent. Auch die Lehrveranstaltungen werden heute von 65 Prozent positiv bewertet, 2001 lag dieser Wert bei 46 Prozent.

Mit diesen Studienfächern verdienen Sie am meisten
Platz 10: InformatikWie hoch sind die durchschnittlichen Löhne von Uniabsolventen der verschiedenen Fachrichtungen? Antwort gibt die Studie "Uni, Fachhochschule oder Ausbildung – welche Fächer bringen die höchsten Löhne?" von Daniela Glocker und Johanna Storck, die 69 Studiengänge analysiert haben. Sie griffen dabei auf Daten des Mikrozensus zwischen 2005 und 2008 zurück und errechneten das Nettoeinkommen von mehr als 200.000 Menschen mit Abitur im Alter von 21 bis 65 Jahren. Die Daten sind um Alterseffekte und regionale Unterschiede bereinigt. Männer, die an einer Fachhochschule Informatik studiert haben, haben einen durchschnittlichen Nettostundenlohn von 12,81 Euro. Studieren sie dagegen an einer Universität, bekommen sie pro Stunde schon 14,06 Euro. Informatikerinnen verdienen dagegen nur 9,32 Euro (Uni) beziehungsweise 9,29 Euro (Fachhochschule). Quelle: dpa
Platz 9: MaschinenbauEin ähnlich starkes Gehaltsgefälle gibt es zwischen männlichen und weiblichen Maschinenbauern: Männer, die an an einer FH studiert haben, bekommen 13,28 Euro netto pro Stunde. Wer an einer Uni studiert hat, verdient 13,81 Euro. Bei den Frauen sind es 7,78 Euro (FH) und 9,22 Euro (Uni). Quelle: dpa
Platz 8: VerwaltungswissenschaftenMänner, die an einer FH Verwaltungswissenschaften studieren, verdienen netto 13,36 Euro die Stunde. Bei den Frauen sind es 10,80 Euro. Im Jahr verdient sie also 22.457,86 Euro, er 27.787,16 Euro. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Platz 7: MathematikMännliche Mathematiker bekommen pro Stunde im Durchschnitt 13,71 Euro - wenn sie an einer Universität studiert haben. Für FH-Studenten liegt das spätere Gehalt bei durchschnittlich 12,02 Euro. Frauen verdienen dagegen durchschnittlich 9,81 Euro, wenn sie an einer Uni studiert haben und 7,72 Euro. Quelle: dpa
Platz 6: Betriebswirtschaftslehre Männer, die an einer FH Betriebswirtschaftslehre studieren, verdienen während ihres Arbeitslebens im Schnitt 14,14 Euro pro Stunde. Wer an einer Uni BWL belegt hat, bekommt später im Schnitt 16,58 Euro. Bei Frauen sind es 9,43 Euro (FH) und 10,00 Euro (Uni). Quelle: Fotolia
Platz 5: VolkswirtschaftslehreDie Ökonomen verdienen vom Ende ihres Unistudiums bis zum Renteneintritt im Durchschnitt 14,57 Euro netto pro Stunde. Bei den weiblichen Volkswirten sind es 9,41 Euro. Der durchschnittliche Netto-Jahreslohn eines studierten Volkswirts liegt bei 30.297,97 Euro beziehungsweise 19.571,74 Euro. Quelle: dpa
Platz 4: WirtschaftsingenieurwesenDie männlichen Wirtschaftsingenieure bekommen ihr Unistudium mit einem durchschnittlichen Stundenlohn von 15,00 Euro vergütet. Im Schnitt kommen sie auf einen Netto-Jahreslohn von 31.208,20 Euro. Während des gesamten Arbeitslebens verdienen sie durchschnittlich 1,34 Millionen Euro. Quelle: Fotolia
Platz 3: JuraNoch mehr verdienen die Juristen: Egal ob Richter, Notar, Anwalt oder Rechtsberater in der freien Wirtschaft: Männer verdienen, wenn man ihr gesamtes Juristenarbeitsleben betrachtet, pro Stunde 15,86 Euro netto. Bei Frauen sind es 12,55 Euro. Quelle: Fotolia
Platz 2: MedizinBei den Medizinern (männlich) liegt der durchschnittliche Nettolohn bei 17,77 Euro pro Stunde. Ärztinnen verdienen 13,36 Euro pro Stunde. Quelle: Fotolia
Platz 1: ZahnmedizinAm besten verdienen die Zahnärzte. Ein männlicher Zahnmediziner, der an einer Universität studiert hat, bekommt im Schnitt einen Stundenlohn von 19,33 Euro. Auf das Jahr gerechnet verdient er 40.205,73 Euro. Ein ganzes Arbeitsleben bescheren ihm gut 1,7 Millionen Euro Einkommen. Bei Frauen liegt der Stundenlohn bei 15,50 Euro. Quelle: AP

Entscheidend für das Urteil der Studenten ist vor allem die Erwartung an die Verwertbarkeit des Studiums auf dem Arbeitsmarkt. 79 Prozent erwarten vom Studium, „später eine interessante Arbeit zu haben“, 58 Prozent erhoffen ein „gutes Einkommen“. Die traditionellen Zwecke eines Studiums sind offenbar nicht mehr selbstverständlich. 75 Prozent studieren auch, um „mehr über das gewählte Fachgebiet zu erfahren“, eine „gute wissenschaftliche Ausbildung“ erwarten 67 Prozent. Nur die Hälfte der heutigen Studenten (51 Prozent) hat das klassische Ziel einer humanen Bildung, nämlich „eine allgemein gebildete Persönlichkeit werden“ vor Augen.

Besonders wichtig nehmen die Studenten dabei gute Abschlussnoten. Schnell das Studium zu beenden hat dagegen geringere Priorität. Auch der Wunsch nach einem stärkeren Praxisbezug zeigt, dass das Studium nicht als Selbstzweck, sondern vor allem als Sprungbrett ins Arbeitsleben betrachtet wird. Ministerin nahm diesen Wunsch auf und forderte, die Hochschulen sollten „mehr Praxiselemente in den Studiengängen“ einführen. Dieser Befund gilt sowohl für die ohnehin auch

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Im Schnitt wenden Studenten nach eigenen Angaben 33 Wochenstunden für ihr Studium auf. Sie sehen sich zunehmend hohen Leistungsanforderungen gegenüber, attestieren aber zugleich eine verbesserte Gliederung des Studiums. Die Ziele der Bologna-Reform wie Qualitätskontrolle der Lehre, Internationalisierung sowie Modularisierung der Studiengänge, sind aus Sicht der meisten Studenten überwiegend umgesetzt.

Der Survey untersucht auch die politische Einstellung der Studenten. Hier zeigt sich ein genereller Rückgang des Interesses. 2001 erklärten sich noch 45 Prozent als politisch sehr stark interessiert ein, 2013 waren es nur 32 Prozent. Auch studentische Politik an der eigenen Hochschule interessiert nur ein Drittel der Studierenden.

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