Studium 2014 Das bringt das neue Jahr für Studenten

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Erasmus+ kommt

So kommen Studenten durch den Bafög-Dschungel
Keine Zeit verstreichen lassenJe früher der Antrag eingereicht wird, desto besser. Denn die Genehmigung kann sich hinziehen – vor allem, wenn der Antrag zu den Stoßzeiten gestellt wird. Zum Wintersemester stauen sich die Anträge bei den Ämtern im September und Oktober jeden Jahres, zum Sommersemester im März und April. Wer schnell seine durchschnittlich 448 Euro im Monat erhalten will, sollte deshalb  zwei Monate vor Semesterbeginn seinen Antrag einreichen, bei Auslands-Bafög schon sechs Monate vorher. Quelle: dpa
Verspätung kostet GeldAuch wenn noch Unterlagen fehlen – wie zum Beispiel die Studienbescheinigung – sollte man seinen Antrag trotzdem schon einreichen. Was noch fehlt, lässt sich immer noch nachreichen. So läuft die Genehmigung später schneller ab und man verliert kein Geld. Denn die Zahlungen werden nur rückwirkend geleistet – ab dem Zeitpunkt der Antragstellung. Wer seinen Antrag im Wintersemester etwa erst im November einreicht – also einen Monat nach Semesterbeginn – bekommt sein Bafög später auch erst ab diesem Monat gezahlt. Den Oktober haben die Späteinreicher damit verloren. Also sollte man spätestens bis zum 31. Oktober mit den Unterlagen beim Bafög-Amt gewesen sein. Quelle: Fotolia
Ein formloser Antrag hilft zur FristwahrungWer es nicht schafft, den Antrag fristgerecht einzureichen, aber keine Monatszahlung verlieren will, der sollte einfach vorab einen formlosen Antrag stellen. Das kann ein reguläres Schreiben mit den wichtigsten Eckdaten sein – Name, Anschrift, Hochschule, Studienort, ob es sich um einen Erstantrag oder einen Folgeantrag handelt – und mit der Ankündigung, dass die ausgefüllten Formulare und Unterlagen noch nachgereicht werden. Manche Bafög-Ämter bieten auch an, den formlosen Antrag zur Fristwahrung über ein Online-Formular einzureichen. Quelle: dpa
Die richtigen Formulare ausfüllenAntragsteller erwarten auf der Homepage des Bildungsministeriums sechs Formblätter, sowie zwei Anlagen. Jeder Antragsteller muss grundsätzlich das Formblatt 1 mit den Informationen zu sich selbst ausfüllen, sowie die Einkommenserklärungen der Eltern (Formblatt 3). Außerdem ist unabdingbar das Formblatt 2, das von der Hochschule zur Bestätigung ausgefüllt werden muss. Anstatt damit zum Studierendensekretariat zu rennen, kann man auch eine reguläre Studienbescheinigung der Hochschule einreichen. Der Lebenslauf (Anlage 1 zu Formblatt 1) muss nur beim Erstantrag ausgefüllt werden, die Leistungsbescheinigung (Formblatt 5) nur gegen Studienende – um die weitere Förderung auch mit den bisher erbrachten Studienleistungen zu rechtfertigen. Quelle: dpa
Online-Anträge ersetzen die schriftlichen nichtEinige Bundesländer bieten die Möglichkeit, den Antrag online zu stellen. Das mag angenehm sein – wegen einfacher Korrekturen und weniger Zettelwirtschaft – ersetzt jedoch den schriftlichen Antrag nicht. Auch wenn der Antrag online verschickt wird, muss er trotzdem ausgedruckt beim Bafög-Amt eingereicht werden. Ansonsten gelten die Unterschriften und beglaubigten Nachweise nicht. Quelle: dpa
NachfragenWer sich bei manchen Antragspunkten nicht sicher ist, kann bei der Hotline des Bildungsministeriums wochentags von 8 bis 20 Uhr unter der 0800-223 63 41 kostenlos nachfragen. Um auf Nummer sicher zu gehen, ob auch alles richtig ausgefüllt ist und nichts fehlt, solle man seine Unterlagen persönlich zu den Sprechstunden des jeweiligen Studentenwerks beim Sachbearbeiter vorbeibringen und durchsehen lassen. Das bringt den Antrag schneller voran. Dauert die Genehmigung danach länger als drei Wochen, sollte nochmal beim Sachbearbeiter anrufen. Quelle: dpa
Kontaktdaten nennenDie Angaben von Telefonnummer und E-Mail-Adresse sind zwar freiwillig – sollten jedoch gemacht werden. So können die Sachbearbeiter schnell nachfragen und müssen nicht erst einen Brief aufsetzen. Das sorgt dafür, dass der Antrag schnell genehmigt wird und auch direkt zu Semesterbeginn das Geld eintrifft. Das Geld wird zwar rückwirkend zum Zeitpunkt der Antragstellung  nachgezahlt, aber nicht jeder kann es sich leisten auf Geld zu warten. Quelle: dpa

Grundfreibetrag – Steigt um rund 200 Euro

Die Anpassung des steuerlichen Grundfreibetrags betrifft nicht nur sie, aber jobbende Studenten dürften sich besonders darüber freuen. So können sie seit Jahresbeginn 8 354 Euro im Jahr verdienen, bevor Steuern gezahlt werden müssen. Dieser Betrag lag im Vorjahr noch bei 8 130 Euro.

Kürzungen – Unis müssen eventuell Stellen abbauen

Auch wenn es Bildungspolitiker gerne anders darstellen: Hierzulande müssen viele Hochschulen sparen und sehen sich von der Streichung von Arbeitsplätzen oder sogar ganzen Studiengängen bedroht. So demonstrierten Beschäftige und Studenten der Universität Bremen vergangenen Dezember gegen den Haushaltsplan für 2014 und 2015. Der sieht unter anderem die Streichung von 90 Planstellen wissenschaftlicher Mitarbeiter vor. Noch bedrohlicher ist die Situation nebenan in der Hochschule Bremen. Hier befürchtet der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA), dass in den kommenden Jahren bis zu 40 Prozent der Studiengänge gestrichen werden, was einer Teilschließung gleichkäme. Auch sollen über 100 Mitarbeiterstellen gekürzt werden.

Auch in den neuen Ländern leiden viele Universitäten unter Geldmangel. So fehlen der Universität Greifswald mehr als zehn Millionen Euro, in Thüringen muss die Universität Jena rund sieben Millionen Euro einsparen, zahlreiche Lehrstühle drohen wegzufallen. In Sachsen-Anhalt müssen sieben Hochschulen bis 2019 insgesamt rund 19 Millionen Euro einsparen, wie der MDR berichtet.

Was diese Einsparungen für Studenten bedeuten? Vor allem kann sich das Betreuungsverhältnis verschlechtern, also die Zahl der Studenten pro Dozent steigen. Daher fordern immer mehr Bildungsaktivisten und Studentenvertreter, dass der Bund finanziell noch mehr helfen sollte, um wie Steffen Regis, Sprecher von der Initiative "Bildung braucht" sagt, "einen länderübergreifenden bildungspolitischen Notstand abzuwenden.“

Erasmus+ soll mehr Studenten zum Auslandsaufenthalt ermutigen

Das Erasmus-Programm der Europäischen Union, das seit 1987 Studenten einen Studienaufenthalt oder ein Praktikum im Ausland ermöglicht, wird 2014 reformiert. Erasmus+ heißt das Programm, das unterschiedliche Förderprogramme der EU unter einem gemeinsamen Dach bündelt und nun in den nächsten sieben Jahren neben Studenten auch Azubis, Lehrkräfte und junge Freiwillige mit Stipendien ausstatten soll. Dafür gibt es von der Europäischen Union 14,8 Milliarden Euro.

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