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Studium Die Sieger des Uni-Rankings 2009

Welche deutschen Hochschulen aus Sicht der Personalchefs die besten Absolventen ausbilden, welche Universitäten und Fachhochschulen in den verschiedenen Fächern vorn liegen – die Ergebnisse des Uni-Rankings 2009 auf einen Blick.

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Uni Mannheim: Die Hochschule bildet die begehrtesten Betriebs- und Volkswirte Deutschlands aus Quelle: Pressefoto/Stefanie Eichler

Wenn man den Statistiken glaubt, dann muss man sich um das Bildungsniveau der Deutschen aktuell keine Sorgen machen: Insgesamt 1,9 Millionen Studenten gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamts im vergangenen Wintersemester. Der Andrang nimmt sogar noch zu: Etwa 386.500 Erstsemester schrieben sich im Jahr 2008 an den 400 deutschen Hochschulen ein – so viele wie noch nie.

So weit, so gut. Doch besonders in der aktuellen Wirtschaftslage machen sich viele Studenten Sorgen, ob sich die jahrelange Plackerei in Klausuren, Hausarbeiten und Referaten überhaupt lohnt. Viele Unternehmen stellen in der Krise keine neuen Mitarbeiter mehr ein oder bauen sogar Stellen ab. Zugleich wird die Konkurrenz um den begehrten ersten Job immer härter: Allein von 2006 auf 2007 stieg die Zahl der Hochschulabsolventen in Deutschland um acht Prozent, fast 290.000 drängten auf den Arbeitsmarkt.

Grafik: Bevorzugte Abschlüsse

Umso wichtiger ist die Wahl der Uni – für viele Abiturienten ist sie die erste wegweisende Entscheidung überhaupt.

Aber welche Hochschule ist für welches Fach am besten geeignet? Welchen Abschluss soll ich anstreben? Und worauf legen Unternehmen Wert, wenn ich mich um einen Job bewerbe? All diesen Fragen widmet sich das Hochschulranking der WirtschaftsWoche.

Die Ergebnisse sind durchaus überraschend. So halten die Personaler von den neuen Bachelor- und Master-Abschlüssen offenbar wenig. Mehr noch: Die Ergebnisse sind ein Indiz dafür, dass die Umstellung auf die neuen Abschlüsse bisher eher schleppend verläuft. In fast allen Fächern bevorzugen die befragten Personalverantwortlichen weiterhin das Diplom – besonders im Bereich Ingenieur- und Naturwissenschaften.

Mit einem Bachelor allein haben Absolventen dagegen schlechte Karten beim Bewerbungspoker. 60,1 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Bewerber mit Bachelor-Abschluss weniger Praxiserfahrung hätten als ihre diplomierten Kollegen. Und gerade wenn es um den ersten Job geht, ist dieser Makel eines der größten Hindernisse: 71 Prozent der Personalchefs ist praktische Erfahrung immer wichtiger – vor zwei Jahren sagten das nur 46 Prozent.

Grafik: Kriterien für Bewerbung

Auch im theoretischen Bereich besteht in den Bachelor-Studiengängen offenbar Nachholbedarf: Sieben von zehn Personalern attestieren ihren Absolventen schlechtere Fachkenntnisse als jenen mit Diplom.

Ganz gleich, welches Zeugnis: Die Persönlichkeit spielt bei der Bewerbung eine immer größere Rolle. Im Jahr 2007 legten darauf etwa 77 Prozent der Personaler Wert, in diesem Jahr sind es schon 87 Prozent.

Und: Die Grenze zwischen privaten und staatlichen Hochschulen verwischt zunehmend. Zwar sind die Privaten in der deutschen Hochschullandschaft längst nicht so tief verwurzelt wie etwa in den USA oder Großbritannien. Doch fast die Hälfte der Befragten sieht sie inzwischen gleichauf mit den staatlichen Universitäten.

An Eigenständigkeit mangelt es ausgerechnet den Absolventen der privaten Hochschulen

Im vergangenen Jahr sagten das 37,3 Prozent, im Jahr 2007 sogar nur 28 Prozent. Überraschend jedoch: An Eigenständigkeit mangelt es ausgerechnet den Absolventen der privaten Hochschulen. In diesem Jahr befand jeder dritte Befragte, dass staatliche Hochschulen selbstständigere Absolventen hervorbringen.

Ein Debakel erlebten die meisten der sechs Hochschulen, die Wissenschaftsrat und Deutsche Forschungsgemeinschaft im Oktober 2007 zu Elite-Unis gekürt haben. Etat der Exzellenzinitiative bis ins Jahr 2011: 1,9 Milliarden Euro. Zwar sollte damit vor allem die Forschung gestärkt werden. Aber wer mit so viel Geld gepäppelt wird, von dem wird in Ranglisten ein gutes Abschneiden erwartet.

Das schafft jedoch nur die RWTH Aachen. Sie landet in fünf Kategorien auf dem ersten Platz – was vorher noch nie einer Hochschule gelang. Auch im erstmals abgefragten Fachbereich Naturwissenschaften gibt es für sie Platz eins. Selbst im Wirtschaftsingenieurwesen, wo die RWTH im vergangenen Jahr nicht einmal unter den besten zehn rangierte, schneidet sie dieses Mal am besten ab. Mehr noch: Im Bereich Maschinenbau, seit Langem das Steckenpferd der Aachener, vergrößert sie ihren Abstand auf die Konkurrenten. Im vergangenen Jahr erreichte sie hier 60,3 Prozent der Stimmen, in diesem Jahr kommt sie auf 74,3 Prozent.

Abgesehen von der RWTH Aachen kann mit den Ergebnissen des Uni-Rankings lediglich die Elite-Uni in Göttingen einigermaßen zufrieden sein: In den Bereichen Jura, Naturwissenschaften und Volkswirtschaftslehre reicht es gerade noch für eine Platzierung unter den besten zehn.

FU Berlin nur unter den besten 15

Die traditionsreiche Uni Heidelberg, gegründet im Jahr 1386, schafft es in Jura zwar auf den sechsten Platz – allerdings lag sie hier im vergangenen Jahr noch auf Platz eins. Die anderen vier vermeintlichen Elite-Unis erleiden Schiffbruch.

Die Uni Konstanz, nach Eigenauskunft erpicht auf eine „Kultur der Kreativität“, landet im Bereich VWL auf Platz 15, bei anderen Kategorien ganz unkreativ auf Platz 22 (Jura), 29 (Informatik) oder 33 (BWL). Nicht besser ergeht es der Uni Freiburg, die vor allem „Freiräume für die Forschung“ schaffen wollte. Bestes Ergebnis im Uni-Ranking: ein achter Platz in Rechtswissenschaften – fünf Plätze hinter der Platzierung im Jahr 2008.

Die größte Enttäuschung jedoch erlebt die FU Berlin. Obwohl das wissenschaftliche Potenzial in der Hauptstadt „eines der größten Reichtümer“ in Deutschland sei – findet zumindest Bildungssenator Jürgen Zöllner – schafft sie es in keinem Fach unter die besten 15.

Dafür glänzen andere Hochschulen, etwa Mannheim. Die Uni erreicht nicht nur zum dritten Mal in Folge die Spitzenposition im Fach Betriebswirtschaft, sondern führt auch die Rangliste der Volkswirtschaft an. Grund zum Feiern hat in diesem Jahr auch die FH Karlsruhe: Zweimal Gold, zweimal Silber – damit landet die FH in der Gesamtwertung auf Platz eins, knapp vor der FH München. Der größte Aufsteiger unter den Fachhochschulen ist jedoch die FHTW Berlin: Sie steht erstmals in insgesamt fünf Kategorien unter den besten zehn.

Wenig überraschend:  Die aktuellen Jobaussichten sehen die Personalchefs pessimistisch. 52,5 Prozent bewerten sie als mittelmäßig – 2008 sagten das nur sechs Prozent. Dennoch gibt es Anlass zur Hoffnung: Zwei von drei Befragten erwarten, dass sich die Aussichten aufhellen werden.

Dazu passt eine Studie des Hochschul-Informations-Systems. Die Forscher befragten über 5000 Absolventen des Jahrgangs 1997, ob sie seit dem Abschluss einen Arbeitsplatz gefunden haben. Ergebnis: 91 Prozent der FH- und 89 Prozent der Uni-Abgänger sind bis heute erwerbstätig. Die Arbeitslosenquote der Befragten lag bei einem Prozent.

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