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Studium Wie digitales Lernen Hochschulen effizienter macht

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Sind Learning-Management-Systeme für öffentliche Hochschulen überhaupt finanzierbar?

Er ist Geschäftsführer der Lernplattform Canvas. Das Modell von Canvas ist, dass Studenten all ihre Kurse, ihren Kalender und Diskussionsforen auf einer Plattform finden. Das System wird beispielsweise von der Mannheim Business School genutzt. „Studenten wollen heute von überall aus arbeiten“, sagt Florian Heger, Chief Digital Officer an der Mannheim Business School. Studenten können ihre Aufgaben online lösen egal ob am Computer oder am Smartphone. Der Dozent kann die Aufgabe dann online kommentieren und benoten oder ein Erklärvideo hochladen, das dem Studenten bei der Überarbeitung helfen kann. Kommt der Professor dann zur Vorlesung, kann er von jedem Computer aus auf seine Unterlagen zugreifen. „Der verlorene USB-Stick gehört der Geschichte an“, sagt Heger.

Learning-Management-Systeme machen die Lehre effizienter, sie machen die Präsenzzeit besser nutzbar und sie erfüllen die Bedürfnisse der Studenten, die zunehmend mobil arbeiten möchten.

Doch das beste System ist nichts wert, wenn es nicht genutzt wird. Wie also können Hochschulen Angebote schaffen, die tatsächlich die Bedürfnisse der Studenten und Professoren treffen? Florian Heger rät, sich mit Studenten und Professoren über deren Bedürfnisse und Wünsche auszutauschen und dann nach dem passenden Anbieter zu suchen. Und selbst wenn der gefunden ist, müssen noch alle überzeugt werden.

Das ist für Florian Heger das schwierigste. „Ich kann niemanden zwangsdigitalisieren. Ich kann nur immer wieder betonen, dass digitale Lernangebote helfen, die Präsenzzeit für Vertiefungen und Fachdiskussionen zu nutzen“, sagt er.

Dass einige Professoren und Hochschulen sich schwertun, digitale Angebote zu schaffen oder zu nutzen, liege in der Natur der Hochschulen. „In der Forschung möchte man die Innovation immer selbst erschaffen“, sagt Heger. „Aber bei der Digitalisierung ist es sinnvoll, sich mit Partnern zusammenzutun und sich nach außen hin zu öffnen.“ Sein Wunsch für die Zukunft des Hochschulwesens ist, dass sie globaler und vernetzter arbeiten - mit anderen Universitäten und der Wirtschaft.

Doch sind Learning-Management-Systeme für öffentliche Hochschulen überhaupt finanzierbar? „Man muss nicht fünf Personen einstellen, die die Software selbst entwickeln“, sagt Heger. Ein Digital-Verantwortlicher reiche aus, wenn die Hochschule mit einem Anbieter einer bereits fertig entwickelten Plattform zusammenarbeite. Das, was Arbeitszeit kostet, sei die Digitalstrategie. Erst wenn die steht, können Hochschulen das für sie passende Lern-System finden.

Monika Gehde-Trapp hat für ihre Kurse die passende Lehrmethode gefunden. „Dank der hochgeladenen Zeichnungen konnte ich die Vorlesung Zuhause wiederholen“, schreibt einer der Studenten in einem Bewertungsbogen für den Kurs „Capital Market Theory“. „Die Audioaufnahmen haben mir sehr geholfen“, schreibt ein anderer. Im März 2018 wurde Monika Gehde-Trapp dann für die beste Master-Vorlesung im Sommersemester 2017 ausgezeichnet. Und wenn ein Student im Berufsleben noch einmal etwas wiederholen möchte: die Videos bleiben, wenn die Notizen längst in der Papiertonne gelandet sind.

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