ThemenWoche "Das perfekte Studium" 33 Tipps für Studienanfänger

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Wohnen und Auslandsaufenthalt

Wie schwierig wird die Wohnungssuche?
DarmstadtIn Darmstadt ist die Wohnungssuche für Studierende besonders schwierig. Nur in Hamburg, München und Frankfurt ist der studentische Wohnungsmarkt noch angespannter. Mehr als 38.000 Studenten stehen weniger als 3000 öffentliche Wohnheimplätze zur Verfügung. Der Rest muss sich also am regulären Wohnungsmarkt umgucken. Allerdings gibt es kaum freie Wohnungen. Zudem  sind diese meist mit durchschnittlich 8,50 Euro pro Quadratmeter sehr teuer. Da die Bevölkerung in der südhessischen Stadt in den nächsten Jahren wachsen dürfte, wird die Wohnsituation angespannt bleiben. Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Blick auf Erlangen Quelle: GNU
Die Porta Nigra in Trier Quelle: dpa/dpaweb
Zwei Frauen sonnen sich am Donauufer in Regensburg Quelle: dpa
Konstanz Quelle: AlterVista
Das Babelsberger Schloss in Potsdam Quelle: dapd
Blick auf das Neue Schloss (l) und den Campusbereich Zeughaus der Justus-Liebeig-Universität in Gießen Quelle: dpa

Wohnen

17. Erst einmal ein Zimmer zur Zwischenmiete nehmen

Wohngemeinschaften bieten manchmal Zimmer nur für einen bestimmten Zeitraum zur Zwischenmiete an. Das passiert, wenn Mitbewohner ein Semester im Ausland studieren, eine längere Reise unternehmen oder in einer anderen Stadt ein Praktikum absolvieren. Für Neuankömmlinge eine gute Gelegenheit: Sie haben vorerst eine Bleibe und können von dort aus bequem weiter suchen. Müssen für Wohnungsbesichtigungen nicht stundenlang anreisen und können die Suche ein paar Monate nach hinten verschieben. Denn schon kurz nach Semesterbeginn legt sich der Trubel auf dem Wohnungsmarkt.

18. Frühzeitig bei Wohnheimen bewerben

Auch die Zimmer in Studentenwohnheimen sind heiß begehrt. Melden Sie sich an,  sobald Sie die Zusage der Universität bekommen. In Studentenstädten wie Trier, Münster oder Würzburg dauert es Monate bis eines der ersehnten Zimmer frei wird.

19. WG-Portale abklappern

Auf speziellen Internetmarktplätzen wie wg-gesucht.de oder studenten-wg.de finden Sie tausende Inserate von Wohngemeinschaften, die ihre Mitbewohner-Nachfolge regeln wollen. Hier erfahren Sie nicht nur alles über die vier Wände, sondern die potentiellen Mitbewohner stellen sich ebenfalls vor. So können Sie gleich ausloten, ob die Vorstellungen vom Zusammenleben zueinander passen.

Die teuersten WG-Zimmer Deutschlands
500 Euro Belohnung für die erfolgreiche Vermittlung einer Wohnung im angesagten Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg verspricht eine Freiluftanzeige Quelle: dpa
Karlsruhe, BonnPlatz 20 teilen sich die Universitätsstädte Bonn und Karlsruhe. Hier werden die Hälfte aller WG-Zimmer für mindestens 315 Euro angeboten. Bei den günstigsten 25 Prozent aller inserierten Zimmer in Wohngemeinschaften schwanken die Preise zwischen 315 Euro pro Monat (Karlsruhe) und 325 Euro (Mannheim). Das obere Viertel aller Zimmer liegt in den genannten Städten zwischen 400 Euro (Bonn) und 404 Euro pro Monat (Karlsruhe). Quelle: dpa
Studenten schreiben im Zentrum für Datenverarbeitung (ZDV) der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz eine E-Klausur. Quelle: dpa
Das Luftbild zeigt die Altstadt von Ulm Quelle: dpa
Wiesbaden Quelle: dpa
Tübingen und Rosenheim Quelle: dpa/dpaweb
Ludwigsburg, Heidelberg, Freiburg (im Breisgau) Quelle: dpa

20. In der Lokalpresse nach Wohnungen schauen

Vor allem ältere Immobilienbesitzer suchen über diesen traditionellen Weg nach neuen Mietern. Der Vorteil: weniger Mitbewerber um die begehrte Wohnung, da vor allem Studenten ausschließlich im Internet nach einer neuen Bleibe suchen. 

21. Bürgschaft der Eltern mitnehmen

Weil die meisten Studenten kein regelmäßiges Einkommen haben, erwarten viele Vermieter eine Bürgschaft der Eltern. Am besten haben Sie das Schriftstück schon bei der Wohnungsbesichtigung parat, das kommt beim Immobilienbesitzer gut an und verschafft Ihnen einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern.

Die Optionen und ihre Folgen

Auslandsaufenthalt

22. Das Auslandsemester frühzeitig planen

Für viele Studenten - und auch potentielle Arbeitgeber - gehört ein Semester im Ausland einfach dazu. Aber die Planung ist aufwendig und zeitintensiv. Deswegen sollten Sie mindestens ein Jahr vor dem Auslandsaufenthalt damit beginnen. Gerade für Bachelorstudenten ist die Zeit knapp. Hilfreich ist es frühzeitig Checklisten anzufertigen. Zum Beispiel eine für die administrativen Aufgaben, wie Einreisebestimmungen überprüfen oder Auslandskrankenversicherung abschließen. Eine zweite Checkliste sollte sich rund um die fachliche Vorbereitungen kümmern. Dazu gehören die Studienangebote, Stipendien, Sprachkurse und nötige Zusatzqualifikationen. Eine dritte Checkliste widmet sich den Zugangsvoraussetzungen: Gibt es Beschränkungen, Fristen für die Einschreibung, Aufnahmeprüfungen? Welche Prüfungsleistungen werden später in Deutschland überhaupt anerkannt?

23. Förderprogramme für den Auslandsaufenthalt vergleichen

Um finanzielle Unterstützung für das Auslandsemester zu erhalten, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Auf der einen Seite bieten viele Universitäten selbst Förderprogramme an. Dabei sind allerdings häufig Partnerunis involviert. Das schränkt die Länderwahl ein. Zum anderen gibt es Stipendien, die den Austausch mit bestimmten Ländern unterstützen. Das Fullbright-Stipendium finanziert zum Beispiel ausschließlich Studenten in den USA. Zu unterscheiden ist auch zwischen Voll- und Teilzeit-Stipendien. Manchmal werden nur die Studiengebühren übernommen, andere Stipendien übernehmen zusätzlich noch einen Teil oder die kompletten Lebenshaltungskosten. Eine Übersicht aller Angebote bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) (https://www.daad.de/ausland/studieren/stipendium/de/), der die internationalen Beziehungen im Hochschulbereich fördert.  

In diesen Ländern studieren die Deutschen am liebsten
Zuhause zu pauken ist langweilig, denken sich immer mehr deutsche Studenten und gehen zum lernen ins Ausland. Was sie dort studieren, ist von Land zu Land verschieden. In Australien studieren fast sechs von zehn deutschen Studenten Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, in Ungarn dagegen fast drei Viertel Humanmedizin. In Frankreich beschäftigt sich die Hälfte der deutschen Studenten mit der Fächergruppe „Sprach- und Kulturwissenschaften, Sport“. Quelle: dpa
Platz 10. Dänemark 2,200 deutsche Studenten schrieben sich 2010 in dänischen Hochschulen ein. Quelle: dpa
Platz 9. Spanien Auch ins sonnige Spanien zieht es die deutschen Studierenden. 2010 haben 2,700 deutsche Studenten spanische Hochschulen besucht, im Vergleich zum Vorjahr ist deren Zahl allerdings kaum gestiegen. Quelle: dpa
Platz 8. Schweden In Schweden studierten nach Angaben des statistischen Bundesamtes 2010 4000 Deutsche. Zehn Jahre zuvor waren es nur halb so viele. Quelle: dpa
Platz 7. China Auf der Beliebtheitsskala deutscher Studenten liegt China auf dem 7. Platz. 4800 Studierende entschieden sich für ein Studium an einer der Hochschulen der aufstrebenden Wirtschaftsmacht. Seine Beliebtheit ist rasant gestiegen - im Jahr 2000 hat das statistische Bundesamt nicht einmal Daten zu deutschen Studierenden in China erhoben. Quelle: REUTERS
Platz 6. Frankreich Auch nach Frankreich zieht es die deutschen Studenten. 6252 von ihnen waren 2010 dort eingeschrieben. Quelle: Reuters
Platz 5. USA 9,458 Studierende entschieden sich für ein Studium in den vereinigten Staaten. Im Jahr 2000 waren es noch knapp 10,000. Quelle: dpa

24. Auslands-Bafög beantragen:

Der Antrag für das Auslands-Bafög muss mindestens sechs Monate vor dem Aufenthalt gestellt werden. Zuständig dafür sind die Ämter für Ausbildungsförderung. Je nach gewünschtem Zielland sind das unterschiedliche Anlaufstellen, die überall in Deutschland verteilt sind. Eine Liste findet sich unter auslandsbafoeg.de. Die Leistungen des Auslands-Bafög sind unterschiedlich. Ist der Aufenthalt in einem EU-Land oder der Schweiz geplant, ist es möglich dort das ganze Studium zu absolvieren und über den kompletten Zeitraum Auslands-Bafög zu beziehen. Außerhalb der EU wird in der Regel nur ein Jahr übernommen. Wer in Deutschland kein Bafög erhält, hat aufgrund der teilweise höheren Fördersätze im Ausland trotzdem Chancen auf eine Bewilligung der Beihilfe.

25. Vorher einen Sprachkurs besuchen

Wer im Ausland studieren will, sollte die Landes- und Unterrichtssprache kennen. Nicht nur um auch wirklich etwas zu lernen, sondern auch um sich in der Heimat auf Zeit wohlzufühlen, neue kulturelle Erfahrungen und Bekanntschaften zu machen. Deswegen ist es wichtig sich vorher zu informieren: In welcher Sprache wird unterrichtet? Gibt es ausreichend Angebote, die Sprache vor Ort oder noch besser vor dem Auslandssemester zu erlernen? Viele Universitäten verlangen von ihren Gaststudenten einen Sprachtest. Die bekanntesten sind wohl der Toefl-Test für Englisch und der Delf-Test für Französisch. Auf der DAAD-Seite findet sich eine Übersicht über die Voraussetzungen der einzelnen Hochschulen. Außerdem bietet die Organisation deutschen Studenten Sprachkursstipendien an Hochschulen in aller Welt an.

26. Kontakte zu Einheimischen knüpfen

Viele Studenten haben im Ausland nur mit anderen Austauschstudenten zu tun, die sie im Sprachkurs oder den Erasmus-Partys kennengelernt haben. Dabei sind gerade die neue Stadt und ihre Bewohner das Interessante. Ganz nebenbei lernt man so die Landessprache am besten. Also gehen Sie auch im Ausland Ihren Hobbys nach. Wer zum Beispiel seit Jahren jeden Dienstag zum Fußball geht, sollte sich nach einer Mannschaft in der neuen Stadt umsehen. Eine andere Möglichkeit ist es, sich einen Nebenjob zu suchen, zum Beispiel kellnern in einem Café. Das bringt neben dem finanziellen Zuschuss auch Kontakte zu Studenten anderer Fachbereiche und neue Einblicke in das Leben der jeweiligen Stadt. Hochschulgruppen, soziales Engagement und Lerngruppen sind ebenfalls ein Weg um neue Kontakte zu knüpfen. Auch im Wohnheim und in Wohngemeinschaften finden Sie schnell Anschluss zu Einheimischen.

27. Zuerst im Hostel einmieten

Wohnheim, WG oder doch lieber was Eigenes: Eine Vorabrecherche über das Internet lohnt sich. Es gibt viele Foren und Portale, in denen sich ehemalige Austauschstudenten über die verschiedenen Wohnmöglichkeiten unterhalten. Wer jedoch auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch erst mal ein Hostel buchen, um sich dann vor Ort über angesagte Viertel oder günstige Alternativen zu informieren. Auch wenn das Hostel erst einmal kostspielig erscheint - durch eine bessere Übersicht vor Ort können Sie unter Umständen bei der späteren Miete ordentlich sparen. Außerdem bieten viele Hostels Sonderkonditionen an, wenn Sie für einen längeren Zeitraum buchen.

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