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Uni-Ranking 2010 Deutschlands beste Unis aus Personalchef-Sicht

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Kooperation trotz Konkurrenz

Gesamtwertung Uni-Ranking

Solche friedlichen Töne sind inzwischen normal. Selbst wenn die Hochschulen Konkurrenten sind, arbeiten sie in zahlreichen Projekten zusammen. Ernst Schmachtenberg vergleicht den Umgang der Rektoren untereinander am liebsten mit dem Fußballgeschäft: „Wenn es um die Belange der Bundesliga geht, raufen sich Bayern und Schalke doch auch zusammen.“

Zum Beispiel im Ingenieurwesen. Schmachtenberg ist Präsident eines Zusammenschlusses der führenden technischen Universitäten, kurz „TU 9“. Gemeinsam kämpfen sie vor allem für ein Ziel: die Rettung des Diplom-Ingenieurs.

Nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz dürfen die deutschen Universitäten diesen traditionsreichen Abschluss nicht mehr verleihen – im Zuge der Master-Einführung soll er verschwinden. Uni-Vertreter wie Schmachtenberg empfinden das als Skandal. Der Abschluss besitze „weltweite Strahlkraft, die man nicht einfach so wegwerfen darf“. Vor allem erzürnt ihn, dass österreichische Universitäten Master-Abschlüsse auch weiterhin als „Diplom-Ingenieur“ deklarieren dürfen.

Diese Autonomie fordern nun auch die TU 9, an denen insgesamt 204.000 Studenten eingeschrieben sind – immerhin 47 Prozent aller angehenden Ingenieure in Deutschland. Eine Entscheidung steht noch aus.

Zu dem Hochschulverbund gehört auch die TU Darmstadt, deren Verantwortliche mit dem Uni-Ranking ebenfalls zufrieden sein können. Im Fach Wirtschaftsinformatik rangiert die Einrichtung auf dem ersten Platz, in Elektrotechnik auf Platz zwei, in Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen auf dem dritten Rang.

Erhöhter Praxisanteil

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dabei war: TU-Präsident Hans Jürgen Prömel gelingt die Umstellung auf den Bachelor im Vergleich zu anderen Unis relativ reibungslos. Noch vor einigen Jahren brach jeder zweite Student das Maschinenbaustudium ab. Dann überarbeitete die Fakultät den Studiengang und erhöhte den Praxisanteil. 

Wer sich heute für das Fach an der hessischen Hochschule einschreibt, beginnt das Studium mit einer Projektarbeit. Dort beschäftigen sich Erstsemester in fächerübergreifenden Gruppen beispielsweise mit der Frage, ob illegale Schlafmohnfelder in Afghanistan ferngesteuert zerstört werden könnten oder wie eine Anlage für Meerwasserentsalzung in Namibia möglich würde.

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