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Uni-Ranking 2019 Studenten sollten nach München ziehen? Lieber nicht!

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So viele Gründe für Berlin – wer denkt da noch an München?

Dabei geht es so viel besser, leichter – lebenswerter. In der deutschen Hauptstadt. Und das sage ich nicht (nur,) weil meine Frau Berlinerin ist. Es gibt auch gute objektive Gründe für Berlin. Natürlich: Es fehlt an Dax-Konzernen und sechsstelligen Einstiegsgehältern. Dafür aber gibt es unzählige Start-ups (bekanntlich der Mittelstand von morgen), Eckkneipen, Feier-Freiräume – und gleich zwei Flughäfen. Der dritte ist ja immer noch im Bau.

Aber im Ernst: Der Berliner Nahverkehr sucht in Deutschland tatsächlich seines Gleichen. Die Bewohner mögen ja stöhnen, gerade im Winter, dennoch ist der enge Takt an Bussen und Bahnen, der durchgehende Nachtverkehr, das engmaschige Liniennetz in der Stadt, auch die Zug-Anbindung an Nord-, Süd- und Mitteldeutschland einmalig. Ein Auto braucht hier wirklich nur, wer viele Kinder, Kisten oder Kunden zu transportieren hat. Und auch dann muss er sich noch fragen, ob er nicht mit einem der Carsharing-Dienste, von denen es hier inzwischen über ein halbes Dutzend gibt, die vom Smart bis zum Bulli alles überall vermieten, besser bedient wäre.

Vor allem aber gibt es ein bezahlbareres Leben, bei dem vom Studenten-Budget nach Abzug der Miete weit mehr übrig bleibt als das bisschen Nichts in München. Kritiker werden mir jetzt sogleich vorhalten, Berlin sei mietentechnisch doch schon lange das neue München, jenseits von gut und böse und überhaupt seien die schönen Zeiten lange vorbei. Aber mal ehrlich, auch wenn Berlin rasant aufholt: mit etwas über 13 Euro Durchschnittsmiete sind wir von Münchner Verhältnissen hier noch weit, weit entfernt. Und werden das auch noch einige Zeit lang bleiben.

Der für viele Studenten wohl noch wichtigere Bierpreis-Indikator ist ohnehin eindeutig: Während, wie die Abendzeitung kürzlich recherchierte, das Bier in Münchens Kneipen kaum mehr unter fünf Euro zu haben ist, verlangen Berlins Wirte laut dem „Zaster“-Magazin 3,40 Euro – im Schnitt. Zumindest das Kneipenleben ist an der Isar also fast 50 Prozent teurer als an der Spree.

Zumal auch HU, TU, FU und Charité exzellente Forschung bieten: Insgesamt sieben sogenannte Cluster konnten sie bei der letzten Exzellenzinitiative des Bundes einwerben. Wer denkt da noch an München?

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