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Universitäten Hochschulrankings geraten in die Kritik

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Grundsätzliche Ablehnung statt methodischer Kritik

Der Präsident der Universität Hamburg, Dieter Lenzen, hat angekündigt, dass sich seine Hochschule nicht mehr an Rankings beteiligen wird. Quelle: dpa

„Wir sollten alle Rankings in eine kritische Diskussion bringen“, sagt Burckhardt. Er lade alle ein, die Kritik beizusteuern haben, darüber zu reden, wie man die aktuellen Rankings verbessern kann. „Es muss doch möglich sein, in Deutschland einen international anerkannten Hochschulvergleich zu entwickeln“, sagt er. Wer aber grundsätzlich Rankings ablehne, verwehre sich einem transparenten Wettbewerb.

Die Motive hinter der Kritik

Dabei steckt häufig genau das hinter der vordergründig methodischen Kritik. „Die Kritiker haben häufig ein grundsätzliches Problem damit, dass Wissenschaftsbetriebe im Wettbewerb stehen“, sagt ein Vertreter einer großen Universität - der nicht genannt werden will. Doch der Wettbewerb ist längst Realität: Universitäten konkurrieren um Forschungsgelder, um die besten Studenten, um die besten Forscher, um internationale Anerkennung. Warum machen alle bei der Exzellenzinitiative mit, wenn sie sich gleichzeitig gegen Ranglisten stellen? Bei der Exzellenzinitiative geht es um viel Geld. Wer in bestimmten Ranking-Kennziffern schlecht abschneidet, hat von einer Rangliste wie der des CHE hingegen nur Nachteile.

CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele weiß das. Und er nimmt jede Kritik ernst – wenn er sie gerechtfertigt findet. „Auf Kritikpunkte, die nicht stimmen, kann ich nicht eingehen“, sagt er. Obwohl er viele Punkte der DGS nicht nachvollziehen kann, hat er in einem umfangreichen pdf zu jedem einzelnen Stellung genommen. Mehr kann er kaum tun.

CHE will besser werden

Zudem finden das CHE-Ranking und seine Methodik gerade internationale Freunde: In Frankreich werde darüber diskutiert, ein Ranking nach CHE-Vorbild eingeführt, sagt Ziegele. In Spanien sei die gleiche Diskussion im Gange, auch Thailand und Kenia wollten sich am CHE-Ranking orientieren. „Das ist unsere Chance, international Standards zu setzen“, sagt Ziegele.

Damit reagiert Ziegele nicht nur auf die Kritik aus den Fachverbänden und die Ablehnung der Universitäten, sondern will auch zeigen, wie gut ein Ranking wie das des CHE ist. Und wie Burckhardt wünscht sich auch Ziegele mehr Diskussion und weniger Pauschalkritik. „Wir haben unsere Methodik deutlich weiterentwickelt und wollen das auch künftig tun“, sagt er.

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Burckhardt legt sich fest: Es sei für jede Uni besser, dabei zu sein und mitzureden. Nur dann könne es auch bessere Rankings geben. Er plädiert für eine Veröffentlichung der Basisdaten, kombiniert mit Kennzahlen wie den CHE-Vergleichsziffern. Dann könne sich jede Uni entscheiden, bei welchen Kennziffern sie mitmachen will und bei welchen nicht.

Und er macht auf den Nutzen der Rankings für die Studieninteressierten aufmerksam: Viele von ihnen nehmen die Rankings als Leitfaden, wenn sie wissen wollen, wohin es gehen soll. Dafür brauchen sie Informationen, die wissenschaftlich korrekt sind, aber auch verständlich und übersichtlich dargestellt werden.

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