Was studieren? Den richtigen von 17.000 Studiengängen finden

Seit der Bologna-Reform steigt die Zahl der Studiengänge an deutschen Hochschulen explosionsartig. Damit Studienanfänger sich im Überangebot einigermaßen zurechtfinden, hat sich eine neue Branche von Beratern etabliert.

Wie viele Studiengänge es nun genau sind, die Studenten in Deutschland offenstehen, weiß offenbar niemand mehr so genau. 16.286 Studiengänge bieten Hochschulen in Deutschland laut hochschulkompass.de an (letzter Abruf 10. April 2013, 14.18 Uhr), schaut man auf die Website studieren.de, sieht man die Zahl 17.165 (letzter Abruf 10. April 2013, 14.01 Uhr). In einer Tabelle desselben Dienstleisters ist von 16.563 die Rede.

Sicher ist nur: Es werden immer mehr. Allein seit Jahresanfang kamen laut studieren.de mehr als 250 neue Studiengänge hinzu. Noch 2004, so ist bei dem von der Hochschulrektorenkonferenz betriebenen Hochschulkompass zu erfahren, waren es insgesamt nur rund 11.000 Studiengänge.

Das sind die besten deutschen Unis
Rang 1: Universität von Oxford Quelle: Creative Commons/Bill Tyne
Platz zehn: Uni Bonn Quelle: Universität Bonn, Dr. Thomas Mauersberg
Platz neun: Universität in Tübingen Quelle: dpa
Platz acht: Technische Uni Berlin Quelle: dpa
Platz sieben: Freie Universität Berlin Quelle: dpa/dpaweb
Platz sechs: Universität Freiburg Quelle: dpa/dpaweb
Platz fünf: Rheinisch-Westfaelische Technische Hochschule (RWTH) Aachen Quelle: dpa

Wer kann erwarten, dass 18 oder 19-jährige Schulabgänger bei dieser absurd scheinenden Fülle des Angebots überhaupt auch nur ansatzweise den Überblick behalten? Ohne die Online-Datenbanken von studieren.de, hochulkompass.de oder dem ähnlichen Angebot der Arbeitsagentur studienwahl.de wären heutige Studienanfänger heillos verloren ob der Fülle des Angebots. So unüberschaubar sind die Studiengänge und unverständlich oft ihre Bezeichnungen, dass viele Studienanfänger verständlicherweise völlig ratlos bleiben. Und daher hat sich längst eine neue Branche von Online-Beratern etabliert:

Fragt man bei der Hochschulrektorenkonferenz nach, was von der Explosion der Studienangebote zu halten sei und ob es da nicht Grenzen geben müsse, erhält man zur Antwort: Ein pauschales Urteil zu fällen sei schwer, es komme auf den einzelnen Studiengang an. "Die Frage der Reduzierung der Komplexität kann man durchaus stellen", sagt Sprecherin Susanne Schilden. Aber: "Der Gesamtprozess ist gewollt."

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