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Hellofreshgo-Chef So will die Hellofresh-Tochter Mitarbeiter zurück ins Büro locken

Kühlschränke von Hellofreshgo sollen die Verpflegung der Mitarbeiter sicherstellen Quelle: HelloFreshGO

Eine Ausgründung des Kochboxenkonzerns Hellofresh soll Betriebskantinen den Rang ablaufen. Chef Markus Schneider über die Technologie hinter den mit frischen Gerichten gefüllten Kühlschränken, die Konkurrenz – und Leberkäse mit süßem Senf.

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WirtschaftsWoche: Herr Schneider, wenn Sie es sich aussuchen dürften: Was ist Ihr liebstes Mittagessen?
Markus Schneider: Rinderroulade mit Klößen.

Das klingt nicht nach einem Gericht, das Sie auch in Ihren Kühlschränken für Büros anbieten könnten.
Doch, das tun wir tatsächlich. Das Gericht ist einer unserer Saisonartikel und kommt im Winter immer sehr gut an. Ich selbst würde in unseren Kühlschränken aber eher zum Laugenbrötchen mit Leberkäse, etwas Krautsalat und süßem Senf greifen. Nicht nur, weil ich gebürtig aus der Oberpfalz komme. Auch bei unserer jungen Belegschaft in Berlin, die stark auf Nachhaltigkeit achtet, kommt das gut an. Es darf aber auch gerne mal ein Wrap oder eine Salatbowl mit Thunfisch oder Falafel sein.

Sind Sie damit ein typischer Nutzer von Hellofreshgo?
Ja, durchaus. Ich bin ein Mensch, der mehrmals am Tag kleinere Snacks isst und nicht die zwei großen Hauptmahlzeiten. Das scheint vielen unserer Kundinnen und Kunden auch so zu gehen, denn bei uns laufen die Snacks wie der Wrap mit Lachs und Ei oder das Sandwich mit Käse am besten. Bei den Mittagessen sehen wir viel mehr Schwankungen.

Markus Schneider ist seit 2018 Geschäftsführer von Hellofreshgo. Vorher arbeitete der studierte Betriebswirt bei der Unternehmensberatung McKinsey. Quelle: PR

Hand aufs Herz: Was mögen Sie so gar nicht?
Ich habe vor ein paar Wochen unser Gericht „Chicken Chimmichurri“ zum ersten Mal probiert. Feldsalat mit schwarzen Bohnen und Hähnchen. Das schmeckte mir ehrlicherweise nicht außergewöhnlich genug.

Haben Sie es aus den Kühlschränken verbannt?
Auf keinen Fall, Geschmäcker sind ja verschieden. Und viel wichtiger ist, ob den Mitarbeitern unserer Kunden das schmeckt. Das sehen wir in den Daten, immerhin steckt hinter unserem Produkt wahnsinnig viel Technologie – anders als bei klassischen Snackautomaten. Unser Kühlschrank ist mit dem Internet verbunden, hat Fingerabdruckscanner und Touchscreen. Mit Algorithmen sagen wir vorher, in welcher Menge und mit welchen Produkten wir den Kühlschrank des Kunden befüllen müssen.

Befüllen Sie die Kühlschränke denn selbst? Oder machen das Dienstleister?
Wir sind mit Dienstleistern gestartet. Mittlerweile befüllen aber unsere Mitarbeiter die Kühlschränke.

In welchen Städten sind Sie vertreten?
Bislang in sieben Regionen: im Rheinland, Ruhrgebiet, in Hamburg, Berlin, Frankfurt, Stuttgart und München. Wir beliefern alteingesessene Mittelständler, Autozulieferer, Tech-Unternehmen, kleine Start-ups. In öffentlichen Bereichen finden Sie uns nicht. Wir würden nie einen Automaten am Bahnhof ersetzen. Das passt nicht zu uns. Wir wollen der Kühlschrank fürs Büro sein.

Unternehmen auf dem Land müssen also auf Hellofreshgo verzichten?
Es ist zumindest Teil unserer mittelfristigen Strategie, in ganz Deutschland vertreten zu sein. Derzeit spielt auch die Unternehmensgröße noch eine tragende Rolle. Für uns lohnt sich der Betrieb des Kühlschranks in der Regel erst bei Unternehmen mit rund einhundert Mitarbeitern. Aktuell können kleinere Unternehmen in ganz Deutschland aber unsere Fresh- und Snackboxen bestellen, die wir mit den Gerichten, Snacks oder Smoothies befüllen.

Das klingt schon fast nach Hellofresh. Aus dem Unternehmen gründete sich Hellofreshgo 2017 aus. Der Dax-Kandidat hält noch gut 65 Prozent der Anteile. Ist das abgesprochen?
Na klar. Wir sind ständig in Kontakt mit Dominik Richter und Thomas Griesel, den beiden Gründern von Hellofresh. Und in die Quere kommen wir uns auch nicht. Mit dem Fokus auf das Büro wurde Hellofreshgo damals in der Innovationsabteilung entwickelt.

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