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Zoom, Teams, Slack Die größten Pannen in Videokonferenzen

Auch für eine Regierungschefin wie Angela Merkel sind Videokonferenzen längst Alltag. Doch selbst bei Politikern läuft dabei nicht immer alles rund. Quelle: dpa

Für die meisten Menschen sind Videokonferenzen seit der Pandemie zu täglichen Begleitern geworden. Und zum Problem: Einmal falsch geklickt, und die Lacher sind einem sicher. Ein Überblick über die amüsantesten Momente.

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Der Computerbildschirm ist zum Besprechungsraum geworden, das „Bitte alle die Mikros aus!“ zur neuen Begrüßungsformel in den Meetings. Selbst nach Monaten des mobilen Arbeitens tun sich manche noch immer schwer mit den Videokonferenz. Und sorgen damit mitunter für allgemeine Heiterkeit im virtuellen Raum.

1. An der Webcam geschnüffelt

Für Hundefreunde mag die Gesellschaft ihres Haustieres in besonders schwierigen Momenten im Homeoffice ein Trost gewesen sein. Für all jene, den dabei aber nicht nur die eigenen Kollegen, sondern auch noch viele weitere Menschen zuschauten, machten sie die Sache aber mitunter reichlich kompliziert. So erging es auch dem US-Meteorologen Paul Dellegatto als er versuchte von zu Hause aus in einer Live-Schalte den Wetterbericht zu kommentieren. Sein Golden Retriever sorgte erst dafür, dass die interaktive Wetterkarte einfror und schnüffelte später noch an der Kamera herum. Der Meteorologe gab sich schließlich geschlagen und versprach, den Wetterbericht online nachzureichen.

2. Gefangen im Filter

Um das Chaos im Hintergrund vor den Kollegen zu verbergen, sind die Filter in den Chatprogrammen sehr nützlich – wenn man weiß, wie sie funktionieren. 

Während einer Videokonferenz mit ihren Mitarbeitern passierte es einer Chefin, dass sie nur noch als Kartoffel mit Gesichtszügen in der Kachel erschien. Denn leider wusste sie nicht, wie sie den Filter deaktivieren konnte. Einem italienischen Priester, der seine Messe per Live-Stream hielt, erging es ähnlich: Er erschien auf dem Bildschirm mal mit Hanteln stemmenden Armen, mal mit Gangsterhut und Sonnenbrille.




3. Nackt im Fernsehen

Wer zu Hause arbeitet, hat oft auch die liebe Familie und die lieben Mitbewohner um sich. Das kann aber auch peinlich werden, wie der Grünen-Bundesvorsitzenden Robert Habeck in einem gestreamten Interview mit dem „Spiegel“ merkte. 

Während des Interviews öffnet sich nämlich auf einmal die Tür im Hintergrund. Im Türrahmen steht einer von Habecks Söhnen, und das mit nacktem Oberkörper. Der Grünen-Politiker versucht noch mit einer Handbewegung seinen Sohn vom Eintreten zu hindern. Der zögert auch zunächst, öffnet sie dann aber doch und läuft in den Raum hinein. Habeck reagiert mit einem „Du bist jetzt voll im Fernsehen“, lacht kurz darauf aber auf den Kommentar des Interviewers: „Das erleben wir in dieser Zeit, dass auch mal überraschender Besuch hinzukommt.“

4. Achtung, Kamera läuft!

Die ärgerlichsten Pannen bei Videokonferenzen passieren immer dann, wenn man vergisst, die Kamera auszuschalten. Zumindest, wenn man nicht möchte, dass die Kollegen sehen, was man gerade so treibt.

Der ehemalige Journalist des US-amerikanischen Magazins „New Yorker“, Jeffrey Toobin, etwa vergaß genau das. Er nahm mit anderen Journalisten an einer Simulation zur bevorstehenden US-Wahlnacht teil. Alle spielten dabei eine bestimmte Rolle, also jemand Joe Biden, ein anderer Donald Trump. Zwischendurch zogen sich Republikaner und Demokraten zu einer Beratung zurückzogen. Während dieser Pause blieb Toobin in der Videokonferenz zurück. Später soll er die Kamera auf sein Geschlechtsteil gesenkt und dieses auch berührt haben. Der „New Yorker“ suspendierte ihn daraufhin, seine Tätigkeit als Analyst für „CNN“ stellte Toobin freiwillig ein.

Das war aber kein Einzelfall. Während einer Sitzung des argentinischen Parlaments war einer der Abgeordneten zu sehen, wie er den Busen einer neben ihm sitzenden Frau streichelte, entblößte und küsste. 

Während eines Videocalls, zu dem sich auch Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro eingewählt hatte, nutzte einer der Teilnehmer die Zeit, um zu duschen. Genau das gleiche erlebte auch ein spanischer Stadtrat.

Das Bad scheint ein beliebter Ort für Videokonferenzen zu sein. Eine englischsprachige Mitarbeiterin ging während einer solchen aufs Klo, stellte den Laptop mit der Kamera direkt neben sich – und war seither in den sozialen Medien nur noch als #poorjennifer bekannt.

5. Einfach mal bei der EU einwählen

Findet vieles vermehrt im digitalen Raum statt, lockt dies auch Hacker an. Und manche machten es ihnen besonders einfach, indem sie ein Bild auf Twitter teilten – mit den Zugangsdaten zu einer Videoschalte. So wie die niederländische

Verteidigungsministerin zu Beginn einer Sitzung der EU-Verteidigungsminister. Der niederländische Fernsehsender „RTL Nieuws“ nutzte das prompt aus. Der Journalist Daniël Verlaan wählte sich in die Runde ein. Nachdem er sich zu erkennen gegeben hatte, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell zunächst: „Sie wissen, dass Sie an einem geheimen Treffen des Rates teilnehmen?“ Er wies Verlaan zudem darauf hin, dass dieser damit eine Straftat begehe. Der Journalist entschuldigte sich – und verließ die Sitzung schließlich. 



6. Die Tücken der Technik

Zugegeben, dieses kleine Mikrofonsymbol ist wirklich nicht immer im Blickfeld. Es beim eigenen Einsatz einzuschalten, hat selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel schon mal vergessen. Auf einer Videokonferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Ende April übergab der WHO-Generaldirektor Tedros Ghebreyesus das Wort an Merkel. Die sprach auch drauf los, nur bekamen die anderen Teilnehmer davon nichts mit. Das Mikro der Kanzlerin war aus. Ein neben ihr sitzender Mitarbeiter kam ihr aber schnell zur Hilfe. Mit der aus Videokonferenzen inzwischen vertrauten Frage „Can you hear me now?“, oder auf Deutsch „Können Sie mich jetzt hören?“, setzte Merkel erneut an.

7. Wenn das Internet zickt

Wie ärgerlich es sein kann, wenn das Internet stockt oder gar ausfällt, wussten viele schon vor der Zeit im Homeoffice. Der walisische Abgeordnete Kevin Brennan verwandelte eine Sitzung des britischen Unterhauses so unfreiwillig zu einer bizarren Klanginstallation. Als er sprach, hörten die anderen Abgeordneten nach seinen ersten Worten nur noch ein „ziii“, „hughhh“ und andere abhakte Töne der Verbindung.

Mehr zum Thema: Das Coronavirus verändert die Arbeitswelt. Die WirtschaftsWoche erklärt in einer großen Serie, wie die Arbeit von zu Hause aus gelingt.

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