Ideale Gruppengröße Neun Freunde müsst ihr sein

Gruppen schaffen mehr als Einzelkämpfer – doch wird das Team zu groß, verleitet das zum Faulenzen. Laut einer Studie besteht die ideale Gruppe aus neun Mitgliedern – zumindest in der freien Natur.

Was macht eigentlich Ihr Chef?
Frau an einem Schreibtisch mit Aktenstapeln Quelle: Fotolia
Ein Bahnkunde sitzt im Bordrestaurant eines ICE Quelle: dpa/dpaweb
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Mann mit Telefon vor einem Laptop Quelle: Fotolia
Teller Pasta Quelle: AP
Eine Frau hält einen Telefonhörer in der Hand Quelle: dpa
Telefone, Handys und ein Laptop mit Internet-Verbindung Quelle: dpa/dpaweb

„Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen“, sang der deutsche Sänger Xavier Naidoo. Einerseits stimmt das: Gemeinsam sind alle Mitarbeiter stärker, Gruppen schaffen mitunter mehr als Einzelkämpfer. Doch andererseits ist erwiesen: Je größer eine Gruppe, desto stärker sinkt bisweilen die individuelle Leistung.

Dieses Phänomen ist auch bekannt als Ringelmann-Effekt, benannt nach einem französischen Agraringenieur. Maximilian Ringelmann entdeckte Ende des 19. Jahrhunderts: Je mehr Freiwillige er gemeinsam an einem Seil ziehen ließ, desto weniger strengte sich jeder Einzelne an.

Der US-Psychologe Bibb Latané prägte für dieses Phänomen den Begriff des sozialen Faulenzens. Nach dem Motto: Wenn genug Kollegen mithelfen, ist mein Beitrag sicher nicht so wichtig. Und je größer die Gruppe, desto besser kann der Einzelne abtauchen.

Aber gibt es so etwas wie eine optimale Gruppengröße? Mit dieser Frage beschäftigten sich nun Wissenschaftler um Wu Yang von der Michigan State Universität. Für eine Langzeitstudie reisten sie in ein chinesisches Naturreservat in der Provinz Sichuan. Dort leben nicht nur knapp 5000 Menschen, sondern etwa zehn Prozent aller Pandabären in freier Wildbahn.

Um den Lebensraum der Tiere zu sichern, setzte die Regierung im Jahr 2001 ein spezielles Programm auf. Privathaushalte erhielten den Auftrag, die Natur zu schützen, den Wald zu erhalten und illegale Abholzung zu vermeiden. Dafür erhielten sie im Gegenzug Geld von der Regierung. Mal bestanden die Haushalte aus einer Person, mal aus 5,10 oder 16 Personen.

Die Forscher um Wu Yang interessierte nun vor allem eine Frage: Stand die Größe des Haushalts in Zusammenhang mit der Effektivität? Daher analysierten die Wissenschaftler, wie sich das Naturreservat über sechs Jahre entwickelte. Kurzum: wie sorgfältig die Haushalte die Wälder überwachten, ob der Wald schrumpfte oder wuchs.

Und siehe da: Es bestand durchaus ein Zusammenhang zwischen der Haushaltsgröße und der Effektivität, und zwar in Form eines Hügels. Einzelhaushalte brachten wenig. Je größer der Haushalt hingegen war, desto effektiver war er – aber nur bis zu einer Gruppengröße von acht bis maximal neun Personen. Hier war der Gipfel der Leistungsfähigkeit erreicht. Danach sank sie wieder.

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Nun lässt sich darüber streiten, inwieweit sich das Experiment auch auf den Büroalltag übertragen lässt. Doch eines macht die Studie von Yang deutlich: Jede Gruppe ist darauf angewiesen, dass Trittbrettfahrer für ihre Nassauer-Mentalität bestraft werden. Bleibt das aus, fühlen sich irgendwann die fleißigen Arbeiter ungerecht behandelt – und bremsen ihr Engagement, um nicht weiter ausgenutzt zu werden. Für dieses Phänomen haben Psychologen ebenfalls schon einen Namen befunden: Gimpel-Effekt.

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