Arbeit Was den Deutschen bei der Jobsuche Sorgen macht

Die Deutschen machen sich kaum Sorgen um ihre berufliche Zukunft: den Arbeitsmarkt halten sie für stabil, ihre Jobchancen für gut. Es gibt nur eine Sache, die ihnen Kopfschmerzen bereitet: ihr Netzwerk.

Ein Mann betrachtet Arbeitsplatzangebote in der Arbeitsagentur Erfurt. Quelle: dpa

Volle Auftragsbücher bei Firmen, viele offene Stellen und sinkende Arbeitslosenzahlen - auf dem deutschen Arbeitsmarkt läuft es seit gut zwei Jahren richtig rund. Das macht sich auch in der Stimmung der Deutschen bemerkbar. Regelmäßig befragt die internationale Personalberatung Michael Page Jobsucher, wie sie ihre Arbeitsmarktchancen einschätzen. Der aktuelle Job-Confidence-Index der Personalberater zeigt: Die Deutschen sind sehr zuversichtlich. 64 Prozent der befragten 1046 Bewerber gehen davon aus, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter verbessern wird. Zum Vergleich: Im europaweiten Durchschnitt rechnen nur 52 Prozent mit einem Aufwärtstrend.

Besonders junge Deutsche sind optimistisch: 53 Prozent erwarten, dass sie weniger als drei Monate brauchen werden, um einen neuen Job zu finden. Bei den Bewerbern zwischen 30 und 59 Jahren sagen das noch 40 Prozent. Und auch bei den über-49-Jährigen gehen 38 Prozent davon aus, dass sie nicht länger als drei Monate auf Jobsuche sein werden.

Bewerber sind überfordert

Eine andere Studie zeigt jedoch: es gibt durchaus Aspekte bei der Jobsuche, die den Deutschen Sorgen machen. Allerdings haben die nichts mit der Arbeitsmarktsituation oder den eigenen Kompetenzen zu tun. Viel mehr fürchten die von der Karriereberatung Rundstedt befragten 1030 Deutschen das Bewerbungsprozedere.

Jobsuche: Das sind die größten Hürden für Bewerber

Größte Hürde aus Sicht der Befragten: das für einen neuen Job wichtige Vitamin B. 43 Prozent gaben an, nicht die richtigen Leute zu kennen.

Auch bei den Stellenanzeigen gibt es Probleme. 42,5 Prozent der Befragten finden die Texte so unklar formuliert, dass sie nur schwer einschätzen könnten, was sich tatsächlich dahinter verberge. An dritter Stelle folgt schließlich die eigentliche Bewerbung: 41,7 Prozent finden es sehr aufwändig, ihre Unterlagen für verschiedene Stellenangebote immer wieder neu aufzubereiten und den Überblick über alle laufenden Bewerbungsprozesse zu behalten.

Fehlende Orientierung sorgt für Unsicherheit

Die Studie macht zudem deutlich, dass sich viele Jobsuchende orientierungslos fühlen. Knapp 36 Prozent waren schon lange nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt unterwegs und wissen nicht, wie der Prozess heutzutage abläuft. 40 Prozent geben an, sich in dem Dschungel aus Angeboten in zahllosen Online-Stellenbörsen kaum noch zurechtzufinden.

Besonders schwer tun sich hier die Befragten unter 30 und die über 40. Für diese Zielgruppen lohnt es sich also, über zusätzliche Kanäle nachzudenken und beispielsweise die Jungen auf Karrieremessen anzusprechen.

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