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Arbeitgeberranking Wo die unter 40-Jährigen am liebsten anheuern

Ob Sportwagen, Möbel oder Markenklamotten: Produkte machen Unternehmen für junge Berufstätige attraktiv. Eine exklusive Rangliste zeigt die beliebtesten Arbeitgeber.

Cornelia Obitz Quelle: Christof Mattes für WirtschaftsWoche

Wie viele Stunden sie schon auf ihrem Bürostuhl gesessen hat, kann Cornelia Obitz nicht ansatzweise schätzen. Zu lange schon begleiten der hellblaue Drehstuhl vom schwedischen Möbelhaus Ikea und der dazugehörige Schreibtisch aus Kiefernholz die heute 29-Jährige. In ihrer Zeit am Gymnasium hat sie daran mathematische Gleichungen gelöst, später Bewerbungen für den ersten Job geschrieben, heute stapeln sich dort die Unterlagen für ihr berufsbegleitendes Studium an der Leuphana Universität Lüneburg. Und auch die weißen Klappstühle, die in ihrer Küche in der Ecke stehen, haben schon ihre Eltern Gästen als Sitzplätze angeboten.

Ikea hat bei Familie Obitz Tradition. Und Tochter Cornelia führt diese fort: Ob Kleiderschrank, Küchentisch oder ein Sofa aus der Reihe Ektorp – die Produkte der Schweden finden sich überall in Obitz’ Zwei-Zimmer-Wohnung. „Ikea ist einfach Kult“, sagt sie. Umso mehr freut es die Betriebswirtin, dass sie seit Januar nicht nur Kundin, sondern auch Mitarbeiterin von Ikea ist.

Ob mit Papa das Billy-Regal fürs Kinderzimmer aufbauen, die Möbel für die Studentenbude aussuchen oder Accessoires für die erste Eigentumswohnung: Wer in Deutschland aufgewachsen ist und den 40. Geburtstag noch vor sich hat, ist mit Ikea groß geworden. Und identifiziert sich mit den unkomplizierten Produkten sowie dem lässigen Image des Unternehmens wie keine Generation zuvor. „Diese Menschen verbinden viele Erinnerungen mit der Marke“, sagt Alfred Quenzler, Professor für Personalmanagement an der Technischen Hochschule Ingolstadt. „Und schließen aus ihren Kundenerfahrungen auf einen attraktiven Arbeitsplatz.“

Beliebteste Arbeitgeber für Wirtschaftswissenschaftler
Platz 20: AmazonVorjahr: - Prozent: 4,7 Quelle: dpa
Platz 19: SAPVorjahr: 19 Prozent: 4,7 Quelle: dpa
Platz 18: Europäische ZentralbankVorjahr: 20 Prozent: 5,0 Quelle: dpa
Platz 17: L'OréalVorjahr: 28 Prozent: 5,1 Quelle: dpa
Platz 16: Hugo BossVorjahr: 18 Prozent: 5,2 Quelle: dpa
Platz 15: Deutsche BankVorjahr: 16 Prozent: 5,2 Quelle: dpa
Platz 13: NestléVorjahr: 13 Prozent: 5,4 Quelle: dpa

Interessante Produkte

Dieser gedankliche Transfer macht sich auch im aktuellen Arbeitgeberranking bemerkbar, das Universum Communications exklusiv für die WirtschaftsWoche erstellt hat. Die Beratungsgesellschaft fragte mehr als 4700 Berufseinsteiger nach ihrem bevorzugten Arbeitgeber – das Ergebnis: Ikea landete bei den Ökonomen auf Rang neun. Und gehört damit zu den Top-Arbeitgebern, die ihre Beliebtheit im Vergleich zum Vorjahr am deutlichsten steigern konnten.

Welchen Einfluss interessante Produkte auf die Arbeitgebermarke haben, bestätigt auch der Blick aufs Treppchen. Audi, BMW und Porsche teilen im Land der Autoliebhaber die vorderen Plätze unter sich auf – und das seit Jahren. Doch nicht nur die Autohersteller aus dem Premiumsegment konnten mit ihren schicken Karossen punkten. „Auch Opel profitiert von seinen neuen Produkten“, sagt Stefan Lake, Deutschland-Geschäftsführer der Beratung Universum. Obwohl die Traditionsmarke jahrelang als angestaubt galt und statt attraktiver Autos vor allem Hiobsbotschaften produzierte, landet der Autohersteller bei den Ingenieuren unter den Top 50 und ist damit der Aufsteiger des Jahres. Hauptgrund für diese Renaissance, so Lake: „Das Design der neuen Modelle Adam und Mokka bricht mit dem langweiligen Bild, das viele Junge von Opel haben.“

Beliebteste Arbeitgeber für Ingenieure
Platz 18: HochtiefVorjahr: 27 Prozent: 4,1 Quelle: dpa
Platz 18: Deutsche BahnVorjahr: 19 Prozent: 4,1 Quelle: dpa
Platz 18: BombardierVorjahr: 71 Prozent: 4,1 Quelle: AP
Platz 17: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)Vorjahr: 13 Prozent: 4,2 Quelle: Presse
Platz 16: ThyssenKruppVorjahr: 25 Prozent: 4,5 Quelle: dpa
Platz 15: BASFVorjahr: 15 Prozent: 4,9 Quelle: dpa
Platz 14: Max-Planck-GesellschaftVorjahr: 37 Prozent: 5,0 Quelle: Presse

Jagd auf die Jungen

Ein wichtiger Schritt, denn junge Berufstätige sind gefragt. BWL-Professor Quenzler spricht von einer regelrechten Jagd auf Akademiker mit drei bis sechs Jahren Berufserfahrung. „Bachelor-Absolventen sind noch zu jung und unerfahren“, sagt der 49-Jährige. „Die Unternehmen wollen nicht noch erzieherisch tätig werden.“

Die gewünschte Zielgruppe ins Unternehmen zu locken dürfte nicht allzu schwierig sein. Denn vollkommen zufrieden mit ihrem derzeitigen Job sind nur 38 Prozent der jungen Berufstätigen unter 35. Das hat eine aktuelle Umfrage der Jobbörse Monster ergeben. 14 Prozent der Befragten mögen ihren Job nicht. 46 Prozent finden ihn gerade mal in Ordnung.

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