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Arbeitslosigkeit Soziale Medien motivieren Arbeitslose

Vielen Arbeitslosen droht die gesellschaftliche Isolation. Eine neue Studie zeigt: Die Nutzung sozialer Medien kann die Vereinsamung vermeiden - und zur aktiven Stellensuche animieren.

So wird aus der Arbeitslosigkeit ein Neubeginn
Erstmal zur ArbeitsagenturDen Job zu verlieren, ist zunächst ein Schock. Trotzdem nützt Selbstmitleid in dieser Situation nichts. Deshalb müssen Betroffene so schnell wie möglich aktiv werden. Das beginnt mit dem Gang zur Arbeitsagentur, sobald klar ist, dass die Kündigung ins Haus steht. Dort melden sich Betroffene arbeitssuchend und klären die nötigen Formalitäten. Quelle: dpa
Ziele und Fähigkeiten einschätzenBevor Sie sich auf zu neuen Ufern machen, fragen Sie sich selbst, was Sie können - und was Sie erreichen wollen. Bei der Bestandsaufnahme der eigenen Fähigkeiten kann die Einschätzung von Freunden und Ex-Kollegen helfen. Ziele definieren müssen Sie dagegen selbst. Quelle: Fotolia
Bewerbungsunterlagen aktualisierenGerade wer länger keine Bewerbungen mehr geschrieben hat, sollte sich ein wenig Zeit für seine Unterlagen nehmen. Das heißt, den Lebenslauf zu aktualisieren, Kopien der entsprechenden Arbeitszeugnisse beilegen und ein aktuelles Bewerbungsfoto machen lassen. Quelle: Fotolia
Bewerben übenWenn Sie sich unsicher sind, wie ein Bewerbungsgespräch ablaufen soll: üben Sie die Situation. Informieren Sie sich über ein Unternehmen, das Sie interessiert und üben Sie, sich zu verkaufen. Was bieten Sie, was wollen Sie, was können Sie? Viele Jobcenter bieten außerdem Bewerbungstrainings an. Quelle: Fotolia
Bewerbungen schreibenWenn die Unterlagen auf dem neuesten Stand sind, gilt es, sich für den Job zu bewerben, der zu den eigenen Fähigkeiten und Zielen passt. Vor der schriftlichen Bewerbung braucht niemand Angst zu haben. Wichtig ist, zu erklären, warum man der oder die Richtige für den Job ist und sich interessant zu machen. Wie die perfekte Bewerbung aussehen sollte, erfahren Sie hier. Quelle: Fotolia
Engagieren Sie sichWarten Sie nicht darauf, dass Ihnen der neue Job in den Schoß fällt - werden Sie aktiv. Gehen Sie zu Fachmessen, sprechen Sie Personaler und Headhunter an und schreiben Sie Initiativbewerbungen. Quelle: Fotolia
Nehmen Sie direkten Kontakt aufSie wollten schon immer zu Siemens oder zur Deutschen Bank? Dann schreiben Sie doch die Firmen, die sie interessieren, direkt an. Schicken Sie ein kurzes, persönliches Anschreiben nebst einem Profil von Ihren Fähigkeiten und beruflichen Stationen. Oft ergibt sich etwas, auch wenn keine Stelle ausgeschrieben war. Quelle: Fotolia

Wenn Menschen ihre Arbeit verlieren, droht oft die Gefahr, schnell den gesellschaftlichen Anschluss zu verlieren. Die Scham über den Jobverlust und das dadurch begründete Meiden sozialer Kontakte etwa mit den bisherigen Kollegen spielt dabei eine fatale Rolle.

Doch die sozialen Medien im Internet können einen Ausweg bieten: Sie ermöglichen einen intensiven Austausch bei gesicherter Anonymität. Dadurch helfen sie arbeitslosen Menschen, die drohende Isolation zu vermeiden und erleichtern so die Arbeitsplatzsuche und den Wiedereinstieg in den Beruf. Das schreiben Kommunikationswissenschaftler um Christian Fieseler* in ihrer Studie "With a little help from my peers", die in der Dezember-Ausgabe der Fachzeitschrift "Computers in Human Behavior" erscheint.

Die Untersuchung beruht auf 1322 telefonischen Gesprächen mit Arbeitslosen in Deutschland. Die Probanden waren zu etwa gleichen Teilen weiblich und männlich. Ein Drittel war jünger als 25 Jahre alt, ein Drittel zwischen 26 und 50, ein Drittel zwischen 51 und 65 Jahren alt. Etwa jeder fünfte Proband hatte überhaupt keine Erfahrung mit sozialen Medien, 65 Prozent der Interviewten nutzen sie seit mehr als vier Jahren.

Die Auswertung der Gespräche zeigt, dass eine motivierende und einfühlsame Unterstützung über Kontakte in den sozialen Medien das Selbstvertrauen der Erwerbslosen stärkte. Zumindest vermitteln die Selbsteinschätzungen der Befragten dieses Bild.

Soziale Netzwerke haben für Arbeitslose aber nicht nur diese sorgende Funktion, die einer Vereinsamung entgegenwirkt. Sie schaffen als Quelle von Ratschlägen und Hinweisen auch neue Möglichkeiten - und stärken offensichtlich sowohl das Selbstvertrauen als auch die Aktivität bei der Stellensuche.

In Arbeit
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Die Studie macht also deutlich, dass das Internet bei der Jobsuche immer wichtiger wird. Und zwar eben nicht nur in Form von Job-Portalen und Online-Stellenanzeigen. Menschen, die das Internet als Austauschmedium mit anderen Menschen nutzen, bemühen sich eher um eine neue Arbeitsstelle als Menschen ohne Zugang zu Internet.

*unter den Autoren ist auch Miriam Meckel, die neue Chefredakteurin der WirtschaftsWoche. Als die Studie erstellt wurde, arbeitete sie noch als Professorin am Institut für Medien und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen.

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