WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Arbeitsmarkt Immer mehr Deutsche suchen ihre Zukunft im Ausland

Seite 3/4

Isabell Scheuber Quelle: Martin Hangen für WirtschaftsWoche

Die Arbeitswelt sei nicht anders als in Deutschland, sie könne sich gut vorstellen, dort zu bleiben. Einziger Wermutstropfen: die hohen Lebenshaltungskosten. Ihre 80 Quadratmeter große Wohnung kostet pro Monat umgerechnet 1300 Euro Miete. Um Kosten zu sparen, hat sie sich vor Kurzem eine Mitbewohnerin gesucht. Doch das nimmt sie gern in Kauf.

Die Online-Stellenbörse Stepstone befragte vor einigen Wochen weltweit knapp 50.000 Fach- und Führungskräfte aus 18 Ländern. Ergebnis: 69 Prozent interessieren sich für einen Job im Ausland. Auch die Deutschen: Für 42 Prozent ist das auf jeden Fall eine Option, für 28 Prozent kommt es infrage, wenn das Jobangebot stimmt.

Job bei Microsoft

Bei Isabell Scheuber war das der Fall. Sie hatte schon einige Jahre bei Microsoft gearbeitet, als sie im vergangenen Jahr auf einer Konferenz mit amerikanischen Managern des Softwarekonzerns zusammentraf. Einer überredete die Deutsche schließlich, ins Hauptquartier nach Redmond im US-Bundesstaat Washington zu wechseln.

Von dort aus agiert die 36-jährige Juristin seit November vergangenen Jahres als Schnittstelle zwischen Zentrale und den Ländergesellschaften in aller Welt, kontrolliert Umsätze und koordiniert Marketingkampagnen. Sie wohnt eine Viertelstunde Autofahrt vom Konzernsitz mit Blick auf den Lake Washington. „Einfach traumhaft“, findet sie.

Die USA waren im vergangenen Jahr mit rund 15.500 deutschen Auswanderern das zweitbeliebteste Ziel. Das Land zählt schon immer zu den populärsten Zielen deutscher Auswanderer, lediglich die Amtszeit von George W. Bush trübte das Verhältnis.

Seit dem Amtsantritt Barack Obamas hat sich das Ansehen der USA in Europa jedoch deutlich verbessert – vor allem in Deutschland: Etwa sechs Monate nach seiner Wahl zum US-Präsidenten haben bereits 64 Prozent wieder eine positive Einstellung zu den Vereinigten Staaten, ergab eine Umfrage des Pew Research Centers in Washington. Ein Jahr zuvor waren es nur 31 Prozent. Beliebter ist der Präsident weltweit nur noch in Kenia, der Heimat seiner Großmutter.

Das macht die USA auch als Auswanderungsland wieder attraktiv. Knapp 2200 auswanderungswillige Deutsche erhalten in diesem Jahr die „Green Card“ – die höchste Zahl seit 1999.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%