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Azubi-Recruiting Trends 2015 So kommen Unternehmen an Azubis

Exklusiv
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Azubis wollen mehr Transparenz

Die junge Generation sieht sich nicht als Bittsteller um einen Job – und das sollten die Unternehmen auch nicht. Die angehenden Fachkräfte wünschen sich beispielsweise transparente Bewerbungsverfahren. Einer der Befragten sagte, er erwarte von einem potentiellen Arbeitgeber eine "möglichst offene und schnelle Kommunikation über den gesamten Auswahlprozess.“ Ein anderer präzisiert das: „Mit offenen Karten spielen, nicht lange auf Antworten warten lassen, realistische Einschätzungen mit auf den Weg geben.“

Also nicht nach monatelangem Schweigen das klassische Schreiben verschicken, à la: "Es tut uns leid, aber wir haben uns für einen anderen Bewerber entschieden und wünschen dir auf deinem weiteren Lebensweg alles Gute“ - sondern schnell, ehrlich und direkt: „Entschuldige, aber mit den Mathe-Noten können wir dich nicht nehmen. Wenn du uns nächstes Jahr ein vernünftiges Praktikumszeugnis vorlegen kannst, sieht das schon anders aus. Übrigens: wir bieten selbst Praktika an.“

Im Hinblick auf die Transparenz gibt es für viele Ausbildungsbetriebe noch Luft nach oben. Schon bei der Wahrnehmung gibt es große Unterschiede: Während 68 Prozent der Ausbilder sagen, die Abläufe seien bei ihnen transparent, teilen nur 55 Prozent der Azubis diese Meinung.  „Es scheitert in vielen Fällen schon daran, dass Betriebe über keine Erfahrungswerte verfügen, wie die Prozesse tatsächlich bei ihren Bewerbern aufschlagen“, heißt es in der Studie.

65 Prozent der Auszubildenden finden es übrigens „gut“ oder „sehr gut“, wenn Ausbildungsbetriebe ihre Bewerber testen. Bei den Betrieben lassen sich dagegen nur 44 Prozent für Eignungstest begeistern. Dabei sind die meisten Ausbildungsbetriebe durchaus skeptisch, was die Verlässlichkeit von Schulnoten angeht.

Was Weiterbildung Mitarbeitern bringt

Weiterbildung statt Firmenwagen

Und wer glaubt, die junge Generation habe ohnehin keine Lust auf Ausbildung und Lernen, sollte sich folgendes auf der Zunge zergehen lassen: Für die Azubi-Recruiting-Trends 2015 wurden die Schüler und Lehrlinge gefragt, ob sie auch dann eine Ausbildung machen würden, wenn ihnen ein Lottogewinn oder eine Erbschaft lebenslang ein müheloses Einkommen sichern würden. 90 Prozent antworten mit „Ja“. Azubis suchen in der Ausbildung offensichtlich noch etwas anderes als Geld.

Hinzu kommt, dass 93 Prozent der Befragten Lust auf Weiterbildung und Zusatzqualifikationen haben. Dagegen bieten das erst 56 Prozent der befragten Ausbildungsbetriebe an. Auch finden 76 Prozent der Azubis Auslandsaufenthalte während der Ausbildung „interessant“ oder „sehr interessant“.

Angeboten werden sie trotz intensiver Förderung durch die EU erst von 36 Prozent der befragten Ausbildungsbetriebe. 30 Prozent von ihnen lehnen dieses Instrument sogar kategorisch ab. Dafür versuchen es zwölf Betriebe mit üppigen Incentives wie dem Dienstwagen. Ob da die Weiterbildung nicht das lohnendere Investment wäre?

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