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Azubi-Recruiting Trends 2015 So kommen Unternehmen an Azubis

Exklusiv
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Wo die Helikopter-Eltern zuschlagen

Aber zurück zu den Auszubildenden und den Klischees über die unselbstständige Generation. Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Vodafone Stiftung hat zwar ergeben, dass sich Schüler, die von ihren Eltern intensiv unterstützt werden, besser über Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten informiert fühlen, ihnen die Berufswahl leichter fällt und sie häufiger konkrete Vorstellungen darüber haben, was sie beruflich machen möchten. Aber die Eltern haben nicht auf alles einen Einfluss.

So zeigen die Azubi-Recruiting Trends, dass sich 51 Prozent der jungen Menschen stark oder sehr stark von ihren Eltern bei der Berufswahl beeinflussen lassen. Auch schauen bei 52 Prozent die Eltern mit auf die Bewerbung – was ja nicht das Schlechteste sein muss.

Und rund die Hälfte der Studienteilnehmer schätzt diese Hilfe auch. Weniger stark ist der Einfluss auf die Wahl des Ausbildungsbetriebs (41 Prozent) sowie auf das Bewerbungsgespräch (37 Prozent).

Diese Ausbildungsberufe haben die höchsten Abbrecherquoten

Ausbilder beobachten jedoch auch die besorgten Übermuttis, die ihre Sprösslinge bei allen Schritten im Bewerbungsprozess begleiten und den angehenden Mechatroniker am ersten Ausbildungstag quasi in die Werkstatt bringen. Auch dass sich Eltern telefonisch nach dem Stand der Dinge bei der Bewerbung erkundigen, ist kein Einzelfall. Es sei auch schon vorgekommen, dass eine Mutter bei einer Ausbildungsmesse die an ihre Kinder gerichteten Fragen beantwortete, währen die „unsicher daneben“ standen.

Ausbildungsverantwortliche sehen dieses Verhalten eher kritisch und verweisen auf den Zusammenhang, dass „von Eltern gelenkte Bewerber“ später als „unselbständige Azubis“ in den Betrieben wieder auftauchen. Es gibt aber auch einen gegenläufigen Trend.

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„In den meisten Fällen gibt es nur die Extreme - entweder kümmern die Eltern sich sehr und begleiten ihre Kinder sogar zum Vorstellungsgespräch, oder sie kümmern sich gar nicht, was zum Beispiel die Bewerbungen zeigen, aufgrund von Fehlern“, fasst ein Ausbilder die Situation zusammen.

Davon kann man nun halten, was man möchte. Da sich die Eltern aber nun mal nicht ändern lassen, sollten Unternehmen, die Bewerber für sich gewinnen wollen, auch die Eltern bei ihren Azubi-Marketing-Maßnahmen im Blick behalten. Und bei Grammatik- oder Rechtschreibfehlern in der Bewerbung daran zu denken, dass der Schnitzer auch von Mama oder Papa kommen kann, der oder die sich hier verhelikoptert hat.

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