Bewerbung Eine Absage ist noch kein Aus

Wer eine Absage erhalten hat, muss seinen Kopf nicht in den Sand stecken. Stattdessen sollte man herausfinden, woran es gelegen hat – und dabei auch beim Unternehmen nachfragen. Denn Dranbleiben lohnt sich.

Zu Bewerbungen gehören auch Absagen. Davon sollen sich Bewerber aber nicht entmutigen lassen. Quelle: dpa

Es ist kein gutes Gefühl: Ein Schreiben zu öffnen oder einen Anruf entgegen zu nehmen, in dem man eine Absage einsteckt. Doch das gehört bei Bewerbungen einfach dazu, weiß Rebecca Engelbert, Arbeitsvermittlerin bei der Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf. Ihren Ratsuchenden widerfährt das oft: „Wer eine Bewerbung geschrieben hat, der hat Herzblut und Hoffnung rein gesteckt“, sagt sie.  Diese Hoffnung wird bei einer Absage zerstört – teils bis zu 90 Mal am Stück.

Doch auch bei so vielen Absagen soll man sich nicht gekränkt fühlen, sagt Martina Bandoly von der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung. „Die Menschen müssen sich klar machen: Ich bin deshalb nicht unfähig oder ein schlechter Mensch. Und auf der anderen Seite sitzt niemand, der mir eins auswischen oder einen Knüppel zwischen die Beine werfen will.“

Wie unpersönlich Bewerbungen letztlich aussortiert werden, weiß die Berlinerin aus eigener Erfahrung. Bevor sie Karriereberaterin wurde, arbeitete sie als Abteilungsleiterin in der Festnetzsparte von T-Systems. „Ich habe die Bewerbungen nach bestimmten Reizwörtern aussortiert“, sagt sie. „Wenn ich zum Beispiel einen Java-Entwickler gesucht habe, sollte das Wort „Java“ schon in den Bewerbungsmappen vorkommen.“

Nach Gründen suchen

Deshalb sollen abgelehnte Bewerber sich nicht verschmäht fühlen, sondern sich lieber Gedanken  darüber machen, woran die Absage liegen könnte: Zum Beispiel an Rechtschreibfehlern, an der Form der Bewerbung, an unzureichenden Qualifikationen für die spezielle Stelle, an der Arbeitsmarktlage generell – oder daran, dass die Bewerbung zu allgemein formuliert war. „Im Internet gibt es viele Tipps, wie man sich bewerben sollte“, sagt Rebecca Engelbert von der Bundesarbeitsagentur. „Das ist auch gut so, aber viele kupfern leider ab.“ Das führe dazu, dass die Bewerbung nur noch aus Allgemeinplätzen bestehen. „Die Bewerbung soll beantworten: „Was kann gerade ich für diese bestimmte Stelle beitragen, warum bin ich gerade der Richtige.“

Auf der Suche nach Gründen für eine Absage, sollte man vor allem Freunde und Familie miteinbeziehen – einerseits um Rückhalt zu finden, andererseits um sich ihre Meinung einzuholen. Wer es genau wissen will, wendet sich an das Unternehmen direkt und hakt nach, woran es gelegen hat.

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