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Bewerbungsbild Die Dos and Don'ts beim Bewerbungsfoto

Bloß nicht die Zähne zeigen, offene Haare sind ein No-Go? Solche Tipps rund um das Bewerbungsfoto finden sich zahlreich im Internet. Aber welche sollte man ernst nehmen? Die wichtigsten Punkte im Überblick.

So sieht das perfekte Bewerbungsbild aus
Insgesamt 65 Kandidaten haben bei unserer diesjährigen Fotoaktion mitgemacht. Unsere Expertin hat jeden einzelnen Kandidaten analysiert. Die Ergebnisse im Einzelnen: "Ja, der Dreitagebart… Im Endeffekt müssen es die Bewerber selber wissen, weil es nun einmal den Geschmack und das eigene Auftreten darstellt. Allerdings muss der Kandidat damit rechnen, dass es gerade den älteren, gesetzteren Entscheidern nicht so gut gefallen könnte. Der Kandidat müsste für das perfekte Bild noch ein Stück nach links rücken."
"Offener, selbstbewusster und freundlicher Blick, sehr gut! Bekleidung auch sehr ansprechend. Ich gebe nur zu bedenken, dass das gegelte Haar auf Missfallen und Missverständnis stoßen könnte und dies Einfluss auf den Bewerbungsverlauf nehmen kann".
"Ich empfehle, dass farbige Foto zu wählen. Sehr sympathische Ausstrahlung, aufgeschlossen und offener Blick. Das farbige Foto ist am ausdrucksstärksten, die Farben, auch der Hintergrund sind gut gewählt. Was mir bei dem Foto nicht so gut gefällt: Es ist nicht mittig, sie ist zu weit links. Das fällt sofort ins Auge."
"Sehr gut, alles ist stimmig. Positive Ausstrahlung, passende Bekleidung."
"Auf der rechten Seite ist leider ein Schatten und ich empfehle, ein Sakko fürs Foto zu tragen. Besser ein Sakko ohne Krawatte als andersherum. Ansonsten sympathisches Gesamterscheinungsbild."
"Mir gefällt die Farbwahl, die Ausstrahlung ist toll, die Augen strahlen sympathisch. Nur die Haltung finde ich nicht sehr vorteilhaft."
"Fakt ist, er hat auf dem Foto eine freundliche Ausstrahlung. Verbesserungsvorschläge: Die Ausleuchtung ist nicht optimal, am Hals ist ein Schatten und links oben ein heller Fleck. Ich würde für das Foto den Bart rasieren (wächst ja wieder) und ein helleres Hemd, eventuell weiß empfehlen. Muss man natürlich ausprobieren, kann ich auch nur vermuten, da ich es nicht gesehen habe."

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Was im täglichen Leben stimmt, gilt erst recht für das Bewerbungsbild. Denn das Foto sehen sich Personaler in der Regel zuerst an, auch wenn anonymisierte Bewerbungsverfahren immer wieder ein Thema sind. Entsprechend sollte das Foto aussagekräftig sein und sich positiv von denen der Mitbewerbern abheben.
Mit einem schlechten Foto verbaut man sich die Chance, schon vor der Beurteilung der Eignung Sympathiepunkte zu sammeln. Wer ein gutes Bewerbungsfoto haben möchte, sollte also auf ein paar grundsätzliche Dinge achten:

1) Absolut tabu sind Fotos aus dem Automaten. Diese sind zwar günstig und schnell zu haben, überzeugen aber nicht durch Qualität.

Olaf Kempin ist Gründer und Mitinhaber des Personaldienstleisters univativ. Quelle: Privat

2) Auch Urlaubsschnappschüsse oder private Aufnahmen sind keine Alternative zu professionellen Bildern vom Fotografen.

3) Das Bewerbungsfoto sollte nicht älter als zwei Jahre sein und dem Äußeren des Bewerbers entsprechen. Der Bewerber trägt täglich Brille, hat neuerdings kurze Haare oder sein Äußeres in irgendeiner Form stark verändert? Dann ist es Zeit, zum Fotografen zu gehen und ein aktuelles Bild machen zu lassen.

Ganz entscheidend für ein überzeugendes Foto ist die Wahl des richtigen Fotografen. Der Preis sollte hierbei eine untergeordnete Rolle spielen. Allerdings müssen professionelle Fotos nicht gleich mit dreistelligen Beträgen zu Buche schlagen. Oft können hier verschiedene Leistungspakete gebucht werden. Wichtig ist, dass man am Ende eine digitale Version des Fotos bekommt.

Diese Informationen haben im Lebenslauf nichts verloren

Einen ersten Hinweis auf einen guten Fotografen gibt die Webseite. Entsprechen die Beispielbilder dem persönlichen Geschmack, wird sehr wahrscheinlich auch das eigene Foto gefallen. Sehr hilfreich ist es auch, sich im Freundeskreis umzuhören, wer bei welchem Fotografen gute Erfahrungen gemacht hat. Wenn der passende Fotograf gefunden ist, ist ein kurzes Vorgespräch sinnvoll. Denn das kann wertvolle Hinweise zum Foto geben – sei es zum Format, zum passenden Outfit oder Frisur und Make-up.

Farbe und Format des Bildes

Die Frage nach Hoch- oder Querformat etwa ist Geschmackssache. Dasselbe gilt für die Größe des Bildes. Ob 5 mal 7 Zentimeter oder 10 mal 5 Zentimeter, wichtig ist, dass kein Passbildformat, sondern ein Bewerbungsformat gewählt wird. Möchte man das Bild etwa nicht in den Lebenslauf integrieren, sondern auf einem gesonderten Deckblatt platzieren, kann es auch das Großformat sein.

Bewerbungstipps für Schüchterne
Vorbereitung ist die halbe MieteSetzen Sie sich intensiv mit Ihrem eigenen Lebenslauf auseinander. Nichts ist peinlicher, als wenn man seinen eigenen Werdegang nicht wiedergeben kann. Versuchen Sie auch, sich für die Stelle, auf die Sie sich bewerben, die jeweils wichtigsten Stationen Ihres Werdegangs klarzumachen und denken Sie darüber nach, wie sie Sie persönlich weitergebracht haben. Bereiten Sie sich also gut auf die ausgeschriebene Stelle vor und machen Sie sich mit den Anforderungen vertraut, die man dort an Sie stellen wird. So können Sie nicht so leicht überrascht werden und routiniert auf Fragen zu Kompetenzen antworten. Quelle: Fotolia
Perfektion gibt es nichtIntrovertierte Menschen sind oft extrem selbstkritisch und neigen zum Perfektionismus. Sie sollten sich klar machen, dass Ihre Ansprüche an sich selbst vermutlich viel höher sind, als die Anforderungen der Personaler. Sie erwarten keine Perfektion, keinen durchgestylten Lebenslauf, sondern wollen Sie persönlich und Ihre Fähigkeiten kennenlernen – und natürlich auch prüfen, ob Sie charakterlich ins Team passen. Eine eventuelle Absage hat also nichts mit „versagen“ zu tun – vielleicht wären Sie mit den potentiellen zukünftigen Kollegen auch überhaupt nicht klar gekommen. Quelle: Fotolia
Rollenspiele können helfen…Hier geht es nicht darum, sich in einen Elfen oder Zauberer zu verwandeln und mit Gummischwertern zu kämpfen – finden Sie sich in Ihre Rolle als Sie selbst ein. Üben Sie mit vertrauten Menschen, etwa dem Partner oder engen Freunden das Vorstellungsgespräch ein, bei denen es Ihnen nicht peinlich ist ins Stottern zu geraten, rot zu werden und so weiter. Es werden immer wieder ähnliche Fragen auftauchen und je vertrauter Sie damit sind, umso weniger unangenehm wird mit der Zeit auch die Situation. Quelle: Fotolia
…aber spielen Sie keine RolleWählen Sie Kleidung, in der Sie sich wohl fühlen und sich nicht verkleidet vorkommen. Wählen Sie Farben und Muster, bei denen man eventuelle Schweißausbrüche nicht sofort sieht. Stehen Sie auf jeden Fall zu Ihrer Schüchternheit und Nervosität. Authentisch herüberzukommen ist besser, als zu versuchen den Obercoolen zu spielen. Das wird Ihnen vermutlich in der Stress-Situation des Bewerbungsgesprächs sowieso nicht durchgehend gelingen – und erst recht nicht, falls so die Hürde übersprungen wird und man sich nun tagtäglich im Büro verstellen muss. Wenn Sie im Vorstellungsgespräch unehrlich sind und zum Beispiel vorgeben, total gerne Vorträge vor Gruppen zu halten, kann es zwar sein, dass genau das für die Stelle gesucht wird – aber dann müssen Sie diese Erwartungen auch im Alltag erfüllen können. So wird der Job schnell zum Albtraum.
Lassen Sie sich ZeitIm Vorstellungsgespräch kommt der Blackout – vor lauter Nervosität verlieren Sie den Faden. Nun bloß nicht in Panik verfallen. Nehmen Sie sich Zeit, sagen Sie ehrlich, dass Sie nervös sind und kurz nachdenken müssen. Das wird Ihnen jeder seriöse Personaler zugestehen – und wenn nicht, sind Sie sowieso an der falschen Adresse. Quelle: Fotolia
Eigenlob umgehenAnstatt darzustellen, wie toll Sie sind und sich dabei unwohl zu fühlen, umgehen Sie dies einfach, indem Sie vor allem über Ihre Erfolge und Erfahrungen berichten. Hier hilft es wieder, wenn man den eigenen Lebenslauf gut vor Augen hat und sich daran entlang hangeln kann. Sowas gibt Sicherheit, und reale Beispiele aus Ihrem Leben lassen sich leichter erzählen als dick aufgetragenes Eigenlob. Quelle: Fotolia
Einen „Spickzettel“ schreibenEin Trick um die flatternden Nerven zu beruhigen ist sich auf typische Fragen, die im Gespräch auftauchen können, vorzubereiten – und die Antworten aufzuschreiben. Vielen Menschen hilft es, so die Antworten zu verinnerlichen. Wiederholtes Lesen der Liste mit den eigenen Stärken verhilft zu einer positiven Einstellung. Auch Fragen, die man meist am Ende des Gesprächs stellen kann, kann man sich vorher aufschreiben. Nehmen Sie sich Ihren „Spicker“ mit. Wahrscheinlich müssen Sie ihn nicht einmal aufschlagen, allein die Sicherheit, dass Sie die Fragen und Antworten vor sich oder sicher in Ihrer Tasche wissen, beruhigt die Nerven. Quelle: Fotolia

Auch die Farbwahl bleibt dem Bewerber überlassen. Aber Achtung: Fotos in sepia werden häufig als altmodisch wahrgenommen und sind deshalb keine Alternative. Schwarz-weiß-Fotos hingegen werden von Personalbeauftragten als hochwertig und klassisch wahrgenommen.

Harte Gesichtszüge wirken in schwarz-weiß allerdings noch härter, wogegen Farbe im Vergleich eher wie ein Weichzeichner wirkt.

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