Bewerbungsprozess Warum dauert das denn so lange?

Bis sich Unternehmen für einen Bewerber entschieden haben, vergeht immer häufiger viel Zeit. Die Personaler wollen sich beim Kandidaten sicher sein und testen, testen, testen. Das Problem: Dadurch springen Bewerber ab.

Diese Unternehmen machen Bewerber glücklich
Mitarbeiter der Stihl AG Quelle: dpa
Automotive/KFZ-Produktion: Kromberg & Schubert GmbH & Co. KG Quelle: Screenshot
HypoVereinsbank Quelle: dpa
Ed. Züblin AG Quelle: Presse
Zalando Quelle: dpa
Ein Arbeiter kontrolliert in Wesel eine Abfüllanlage der Altana AG Quelle: dpa
Der Fachabteilungsleiter Thomas Rehe prüft in der DEKRA-Prüfstelle in Schwerin die Abgaswerte eines Autos ( Quelle: dpa
Das Logo des Parfümerie- und Handelskette «Douglas», Quelle: dpa
Wieland-Werke AG Quelle: dpa
Infineon Technologies AG Quelle: obs
Unter den energieunternehmen geht RWE am besten mit seinen Bewerbern um. Quelle: dpa
Dussmann Service Deutschland GmbH Quelle: Presse
TUI Quelle: dpa
Alexianer GmbH Quelle: Screenshot
Haniel Bester Recruiter in der Großhandels- und Vertriebsbranche ist der Mischkonzern Haniel. Quelle: dpa
Der Glasspezialist Schott aus Mainz Quelle: dpa
 IT/Software/Telekommunikation: Bechtle AG Quelle: Presse
Aldi Einkauf GmbH & Co. oHGBei den Lebensmitteleinzelhändlern hat keiner ein besseres Bewerbermanagement als die Aldi Einkauf GmbH & Co., die zur Unternehmensgruppe Aldi Süd gehört. Quelle: obs
Axel Springer SE Quelle: dpa
Nestle Quelle: dpa

Deutsche Unternehmen trödeln bei der Personalauswahl. Von der Ausschreibung einer vakanten Stelle bis zum ersten Arbeitstag des neuen Mitarbeiters vergeht immer mehr Zeit. Bei 54 Prozent der Betriebe hat sich der Einstellungsprozess in den letzten drei Jahren verlängert, bei zehn Prozent dauere es sogar erheblich länger als noch 2013, bis der oder die Richtige gefunden und eingestellt sind. Das zeigt eine Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half, für die Personaler aus 200 Unternehmen befragt worden sind. Verkürzt hat sich der ganze Prozess demnach nur bei zehn Prozent der deutschen Unternehmen.

Personaler wollen Fehlbesetzungen vermeiden

Schuld an der Entwicklung ist das Geld. Eine falsche Personalentscheidung ist nämlich richtig teuer. Einer entsprechenden Studie der Unternehmensberatung Hay Group zufolge wird mehr als jede dritte Stelle (37 Prozent) mit einer Person besetzt, die nicht optimal für ihre künftige Aufgabe geeignet ist, was die jeweiligen Unternehmen mehr als 6000 Euro pro falschbesetzter Stelle kostet. Rechnet man nicht nur die Recruitingkosten, Einarbeitung, Mitarbeiterausweise & Co. zusammen, die nun zweimal bezahlt werden müssen, sondern auch noch das quasi verschwendete Jahresgehalt, komme man auf einen wirtschaftlichen Schaden von 30.000 bis 700.000 Euro - je nach Position.

So verkürzen Unternehmen die Dauer der Mitarbeitersuche

Um das zu verhindern, werden Bewerber endlos auf Herz und Nieren geprüft – beispielsweise durch zusätzliche Vorstellungsrunden. Etwa jedes vierte Unternehmen nennt eine höhere Anzahl an Bewerbungen und zusätzliche Gesprächsrunden (je 24 Prozent) als Grund dafür, dass der Einstellungsprozess immer länger wird.

In diesen Berufen dauert es überdurchschnittlich lange, Stellen neu zu besetzen

Das Problem ist: Die Dauer des Einstellungsprozesses entscheidet nicht nur darüber, ob man wirklich den Top-Bewerber findet, sondern auch darüber, ob die Kandidaten überhaupt am Ball bleiben. Mehr als jeder zweite Arbeitgeber in Deutschland (52 Prozent) hat bereits einen präferierten Bewerber aufgrund der langen Wartezeit bis zur Personalentscheidung verloren. Kein Wunder, sagt Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half in Deutschland.

"Der Einstellungsprozess spielt eine maßgebliche Rolle. Entsteht beim Bewerber das Gefühl, die eigene Karriere würde durch lange Entscheidungsprozesse ausgebremst, kann das zum entscheidenden Nachteil für das einstellende Unternehmen werden."

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